09:04 24 Februar 2017
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    Eine Trump-Puppe

    Bombe für den Nahen Osten, grausiges Lachen über die Krim

    © AFP 2016/ Anthony Wallace
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    Uli Gellermann
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    Es gibt Tage, da wäre man froh wenn der Name Trump nicht die Schlagzeilen zieren würde. Aber um den Kommandeur der größten Militärmacht der Welt und Inhaber des roten Atomknopfes, können Journalisten nicht drumherum schreiben.

    Zwei Meldungen beherrschen die Nachrichten des Tages: Trump lässt Putin schön grüßen, aber die Krim müsste er schon herausgeben, sonst würde das nichts mit der amerikanisch-russischen Freundschaft, lässt er ihm über den Pressesprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, sagen. Die Meldung ist grausig und lächerlich zugleich. Lächerlich, weil man auch ohne Erklärung aus Moskau weiß: Die Krim war russisch und wird, trotz einer kleinen historischen Pause, russisch bleiben. Grausig, weil – falls die Trump-Administration den alten McCain-Clinton-Plan zur Liquidierung der russischen Schwarzmeer-Flotte wirklich aktivieren wollte – die Zeit der roten Atomknöpfe wieder näher rücken würde.

    "Wir geben eigene Gebiete nicht zurück": Moskau zu Washingtons Krim-Erwartungen

    Die zweite Meldung, die von der Trump-Administration verbreitet wird, man könne prima auf die „Zwei-Staaten-Lösung“ als Ausgangspunkt für den Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern verzichten, ist die aktuelle Bombe für Nah-Ost. Und sie ist in der unsicheren Trump-Umgebung fast eine Konstante: Von der völlig irren Trump-Forderung, Jerusalem müsse die ungeteilte Hauptstadt Israels sein, über die Ernennung seines Israelbotschafters – der es für legal hielte, wenn Israel die "West Bank", das palästinensische Westjordanland, annektieren wolle – bis eben zur Preisgabe der „Zwei-Staaten-Lösung“.

    Nur mal zwischendurch zur Erinnerung: So ziemlich alle UNO-Beschlüsse zum Thema widersprechen der artikulierten Trump-Politik, die Nachbarn Israels könnten schon aus innenpolitischen Gründen ihre Solidarität mit den Palästinensern nicht aufgeben, und die Palästinenser, weiter in die Hoffnungslosigkeit getrieben, würden ihre terroristischen Aktivitäten umgehend verstärken.

    Video: US-Abgeordnete will Trump absetzen, weil Putin … Korea?… angreift

    Wer darauf setzt, dass der Mann mit den Haaren nur mal irgendwas sagt, und auch darauf, dass er morgen vielleicht was anderes sagt, der muss sich im Nahost-Fall die konkrete Flottenbewegung im Persischen Golf ansehen: Schön pünktlich, „auf den Fersen des Trump-Einwanderungsbeschlusses“, schreibt uns „Military.com“ ins Kriegstagebuch, sei die Übung mit 17 westlichen Kriegsschiffen vor der Küste des Irans angesetzt worden. Die Site „Military.com“ ist mit ihren 10 Millionen Mitgliedern, aktiven Soldaten und Veteranen eine Autorität. Und Rick Chernitzer, der Sprecher des U.S. Naval Forces Central Command, teilte dieser Autorität mit: Es ginge bei diesem Manöver darum, den freien Handelsverkehr zu sichern.

    US-Militär im Persischen Golf
    © Flickr/ U.S. Naval Forces Central Command/U.S. Fifth Fleet
    Hat jemand was von der Störung des freien Handels im Persischen Golf gehört? Haben die Anrainer des Golfs die Kriegsschiffe aus den USA, Großbritannien, Frankreich und Australien angefordert? Nichts davon. Aber woran man sich als Grundierung dieser Nachricht erinnern sollte: Der US-Kriegsminister James Norman Mattis behauptete jüngst: Der Iran sei „der größte staatliche Terrorunterstützer der Welt“. – Über Saudi Arabien, wo Trump in einem Terror-Unterstützer-Staat kräftg investiert, wollte Mattis nicht reden.

    Im Gefolge des Nato-Verteidigungsministertreffens gibt es eine Reihung von Terminen der neuen US-Regierung in Europa: Dem G20-Treffen in Bonn folgt am Freitag die Münchner Sicherheitskonferenz. Die dort versammelten Damen und Herren darf man nicht allein lassen. Deshalb hat ein breites Bündnis zu einer Demonstration für den kommenden Samstag um 13.00 Uhr gegen die "NATO-Kriegstagung" aufgerufen. Der Start ist am Münchner Stachus. Die ABENDZEITUNG schreibt „heuer werden besonders viele Demonstranten erwartet“. Die Kollegen der „AZ“ sollten nicht enttäuscht werden. In Aktionen wie dieser liegt der Widerstand gegen die US-Kriegspolitik. Nicht in den Hoffnungen auf ein Einsehen der Staatschefs.

    Quelle: www.rationalgalerie.de

    Die Meinung des Autors muss nicht mit dem Standpunkt der Redaktion übereinstimmen.

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    Tags:
    NATO, Uno, James Norman, Rick Chernitzer, John McCain, Donald Trump, Sean Spicer, Persischer Golf, Israel, USA
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    Alle Kommentare

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      hihardt
      Sehr geehrter Herr Gellermann,
      ob es für solche Demonstrationen nicht schon zu spät ist? Der Irrsinn der westlichen Regierenden ist schon so weit fortgeschritten, dass nach meiner unmaßgebliche Meinung ein Weg zurück zur Vernunft fast nicht mehr möglich ist.
      Grüßen Sie mir die Straße ................................ und geben Sie nicht auf!
      Beste Grüße
      Hildegard Hardt
    • avatar
      info
      Herr Gellermann, auf welchen der winzigen Fleckchen, unfruchtbaren Bodens, die Verstreut und ohne Verbindung zu einander, über Palestina verteilt sind, sollen die Semiten, denn einen Staat Aufbauen. Die Fruchtbahren und Wasserführenden Gebiete, hat sich die Okupations und Besatzungs Macht Israel, ja schon Geraubt. Wegen der deutschen Brennstoffzellen UBoote, die NICHT zu orten sind und von den Israelis mit Atomraketen bestückt sind, kann die Menschheit, die Verbrechen Israels, nicht ahnden, den über allem schwebt IHRE Samson Option und die UBoote vor den Küsten der USA, Russland und Europa. So DARF Israel, JEDES Verbrechen begehen.
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      infoAntwort anhihardt(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      hihardt, sehr geehrte Frau, die Regierungen, sind nur die Erfüllungsgehilfen, der Herren"menschen" Dynastien, der City und Wall Street, diese Händler des TODES, werden von IHREM uralten feuchten Traum, von IHREM 1000 jährigen Reich, nicht Ablassen und als letztes Hinderniss, müssen sie nur noch Russland Unterwerfen, so das sie ihre Gesellschaft, wie in Orwells 1984 und wie bei den BORK, gestalten können.
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      billyvorAntwort anhihardt(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      hihardt,
      Das wirklich Tragische: Es könnten Millionen demonstrieren, die Herrschaften interessiert das nicht im geringsten. (Das Durchdrücken von CETA ist das letzte aktuelle Beispiel)
      Ja, ich weiß, das widerspricht allen "demokratischen Gepflogenheiten", aber das wird nur noch eine "andere Sprache" Wirkung zeigen ...... Uns werden auch zukünftig weder Demos noch das Abwählen der jetzigen Regierungen helfen. Volkes Wille wird weiter ignoriert, andere Regierungen werden - wenn erst an der Macht - genau da weitermachen, wo die letzte aufgehört hat.
    • isaac
      Oh NO, usA kann's nicht lassen: Handel durch Wandel mit militärischem Beipack. Flott, Flotte, flotter geht's immer oder nimmer?
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      At_Tiffany
      Trumps Konzept machte Sinn: Anstelle Geld in aller Welt für Militärisches zu verpulvern, schluss damit und die marode Infrastruktur der USA modernisieren. Damit die Rütungsindustrie nicht darben muss, die NATO-Verbüdeten zu zwingen Ihren Militäretat tatsächlich auf die vereinbarten 2 % BSP hochzufahren.

      Alles der Schnee von gestern, es geht weiter wie gehabt mit zündeln und Kriegsspielen.
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      Ghatanothoa
      Herr Gellermann hat keinen richtigen Durchblick was in den USA und im Hause Trump wirklich abgeht. Das beweist der erste Abschnitt dieses Artikels.
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      ewdw
      Gellerman sind sie unbedarft oder nur unbelesen?
      Seien sie beruhigt, lesen völlig ungefährlich für den Menschen, das Lesen schadet ausschliesslich der persönlichen Dummheit und Ignoranz.
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      luges4
      Andererseits was soll er machen der Herr Trump, In der globalen Weltordnung sind alle Machtpositionen von Israelis besetzt, Israel hat eine menge Atombomben, und die UNO, deren Massnahmen gegen Israel werden seit vielen Jahren sowieso *nicht* befolgt. Also macht auch Herr Trump das was alle seine Vorgaenger auch perfekt machten, die kleinen ins besonders die, die keine Militaermacht (Atombomben)sind/haben bekommen den Zorn, oder was auch immer, zu spueren.

      Aber eines koennte er tun, diese Rasselbander deute Regierung, die da meint er sei ein Hassprediger, mal so richtig zurechtstutzen, schliesslich herrscht ja noch das Kriegsrecht der Alliierten, wenn ich mich recht erinnere.
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      Motun
      Jerusalem ist Hauptstadt Israels.Selbst Putin hat versprochen für den dritten Tempel zu beten.Russland sollte die USA überholen und die Botschaft nach Jerusalen verlegen.Nur unter israelischen Herrschaft ist es den Christen garantiert,das sie die Heiligtümer besuchen können.Toleranz der Moslems gegenüber Christen ist wohl jedem bekannt.Selbst in Iran werden ständig Christen hin gerichtet.
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      hihardtAntwort anbillyvor(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      billyvor,
      erinnern Sie sich noch, dass ich Monaten schon einmal schrieb, eventuell bliebe dem Volk nur noch der Aufstand, wenn der Staat die wirklichen Interessen der Menschen nicht mehr wahrnimmt?
      Damals haben Sie mir widersprochen, und ich habe Ihre friedliche Einstellung toleriert. Jetzt scheinen wir und leider angenähert zu haben.
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      billyvorAntwort anhihardt(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      hihardt,
      Habe ich seinerzeit wirklich widersprochen? Da muss ich entweder einen Total-Blackout oder meine "gemütvollen" 5 Minuten gehabt haben ..... ;-)

      Nein im Ernst, wir sind uns wohl einig, dass eine Änderung der Verhältnisse im Prinzip auf demokratische Weise der Vorrang zu geben ist. Nur wird sich dann in diesem Staat nie etwas ändern.

      Ich mache mir aber keinerlei Hoffnung auf einen Aufstand -oderwasauchimmer - War es nicht Lenin der gesagt hat „Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas, wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte !“
      Schlimmer noch, die Deutschen werden nicht einmal eine Bahnsteigkarte lösen, die bleiben gleich auf dem Sofa hocken, und motzen mit der Bierbuddel in der Hand vor sich hin..........
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