05:17 19 Juni 2018
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    in d. M.: Russlands Präsident Wladimir Putin während Besichtigung der Ausstellung von Vorbereitung auf WM-2018 in Russland (Archivbild)

    Fußball-WM 2018: Kreml hat schon gewonnen

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    Matthias Witte
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    Die USA und die Ukraine sind in der WM-Qualifikation gescheitert. Schuld hat, na klar, Putin. Wer sonst? Als wäre das nicht schon genug, scharrt der Kreml-Chef mit Serbien und dem Iran auch noch alte Freunde um sich. Es droht die friedlichste WM aller Zeiten. Eine Glosse.

    Man stelle sich vor: Die USA, die Ukraine und Russland in einer Weltmeisterschafts-Gruppe. Unvorstellbar. Wahrscheinlich hätte die Ukraine eine solche Gruppe eh boykottiert. Muss sie aber gar nicht, ist ja nicht dabei in Russland. Stattdessen kann das Shevchenko-Team im Sommer Ferien machen. Zum Beispiel in Florida oder Kalifornien. Da könnte man dann gleich ein paar Testspiele vereinbaren – mit den Amerikanern. Die sind nämlich auch nicht dabei.

    Anders als bei den Ukrainern, die einfach nur ihr entscheidendes Spiel zu Hause gegen Kroatien verloren haben, spielten beim Aus der US-Boys so viele Unwägbarkeiten mit, dass für Verschwörungstheoretiker mindestens der Leibhaftige, wenn nicht sogar Putin himself seine Finger mit im Spiel hatte.

    Es war nämlich so: Erst verlieren die USA beim Tabellenschlusslicht Trinidad und Tobago. Well, das könnte man noch als unmotivierten Ausrutscher werten. Aber, jetzt kommt´s: Gleichzeitig verlor Costa Rica in Panama (sicher als Dank für die Papers…) mit 1:2. Und dabei fiel auch noch ein Tor, das gar keins war:

    Weil auch noch Mexiko in Honduras verlor (Dafür wird die Mauer fünf Meter höher, Amigos!), haben die US-Amerikaner nicht mal mehr die Möglichkeit, in Qualifikationsspielen gegen Australien das WM-Ticket zu sichern. Das darf jetzt Honduras versuchen.

    All diese Esten, Litauer und Letten — alles andere als Russlands dicke Freunde — sind ebenfalls nicht dabei. Im sportlichen Sinne hätten sie bei der WM  kaum für Spannung gesorgt, im (für den Kreml negativen) politischen Sinne  wären sie dafür zu Einigem fähig gewesen.

    Um die Weltverschwörung auf die Spitze zu treiben und die Achse der bösen Freunde perfekt zu machen, sind die Serben, die bei der Qualifikation zur Europameisterschaft 2016 noch kläglich gescheitert waren, und der Iran in Russland mit dabei.

    Die Saudis haben es auch geschafft, da sich aber der König dieses Landes vor wenigen Tagen – erstmals seit Jahrzehnten —  den Kreml besucht hat, sollte dieses Land nicht unbedingt als „Russland-feindlich“ angesehen werden.

    Naja, Polen, mit dem Russland nicht gerade die besten Beziehungen hat, hat auch den Einzug geschafft– aber was soll´s? Niemand ist perfekt. Auch mit Deutschland meinte es der große Weltmanipulator gut, warum auch immer. Die Fans der DFB-Elf können im Sommer endlich wieder „Ohne Holland fahr ´n wir zur WM“ singen.

    Dass sich dann auch noch solch ein unbeschwerter „feel good“ Staat wie Island ausgerechnet dann zum ersten Mal für eine Weltmeisterschaft qualifiziert, wenn sie Russland stattfindet, rundet das eh schon runde Bild nur ab. „Huh“, es wird fantastisch. 

    Nur schade, dass TV-Experte Mehmet Scholl nicht dabei ist. Aber vielleicht kann Putin noch was machen…

    Anmerkung des Verfassers: Für alle die, die angesichts dieser Zeilen in Schnappatmung geraten: Der Text ist eine Glosse. Er soll diejenigen, die hinter jedem Ding, was auf der Welt passiert und ihnen nicht passt, russische Bots, Hacker, Manipulierer oder was auch immer für Gespenster vermuten, auf den Boden zurückholen. Die WM wird super, basta!

    *Die Meinung des Autors muss nicht mit dem Standpunkt der Redaktion übereinstimmen.

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    Meinung, Fußball-WM 2018, Wladimir Putin, USA, Russland, Ukraine