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    US-Präsident Donald Trump bei Wirtschaftsforum in Davos

    Präsident Trump in Davos

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    Willy Wimmer
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    Man weiß nicht so recht, auf was man sich konzentrieren soll. Auf die Rede des amerikanischen Präsidenten vor dem Teilnehmern des Weltwirtschaftsforums in Davos oder die zeitgleich laufenden Nachrichten über „volle Breitseiten“ in der New York Times an dem Tag, der für Präsident Trump sein großer Tag in der Schweiz sein sollte.

    Unter vergleichbaren Umständen würde man nach  der vergleichbaren „Halbwert-Zeit“ für einen Staatsmann fragen, wenn man sich  über die steigende Wucht der gegen Präsident Trump gerichteten Angriffe  im Klaren ist. Alle anderen auf der Welt, über die derzeit aus Amerika hergezogen wird, müssen erstaunt feststellen, dass die sie betreffenden Angriffe nichts dagegen sind, wie man in Washington miteinander umgeht. Es ist kaum anzunehmen, dass man sich unter normalen Umständen mit derartigen Verhältnissen anfreunden könnte. Sich abzuwenden und sie im eigenen Saft schmoren lassen, wäre das normale Verhalten von jederman, der sich das erlauben kann.

    Es ist allerdings auf der Welt so, dass sie die wenigsten so etwas erlauben können. Präsident Trump selbst bestimmt seit seiner Ankunft nicht nur Davos, sondern die Weltnachrichten.  Nicht weit von den Ursprüngen des Rheins steht er auf der Bühne in Davos und erweckt den Eindruck einer unangreifbaren Gestalt aus der Sage der „Nibelungen“. Das kennt man ja.

    Die Rede des amerikanischen Präsidenten, so kurz sie auch war, muss man nicht nur vor dem Hintergrund seiner Leistungen seit Amtsantritt vor einen Jahr sehen. Die USA standen wegen des tiefsitzenden Ärgers über den Sumpf in Washington, des um sich greifenden  Antisemitismus und der Summe der Särge aus den weltumspannenden Kriegsgebieten  vor dem Zusammenbruch des bisherigen Parteiensystems und revolutionären Entwicklungen.

    Diejenigen, die diese Entwicklung verursacht hatten, kamen Herrn Trump und jedem anderen, der die Explosion abwenden wollte, mit dem Totschlagargument des „Populismus“. Das hat den Präsidenten Trump nicht umgeschmissen. Der „tiefe Staat“ kann gegen ihn schießen, was geht und nicht geht. In Davos konnte Präsident Trump ein Jahr nach Amtsantritt auf eine Leistungsbilanz verweisen, die jeden anderen verblassen lassen sollte. Ist es nicht richtig, sich um die Arbeiter zu kümmern oder sind die Staaten nur noch für die Großkopfeten da?

    Zeitgleich hören wir aus Russland, dass die Zeit der Oligarchen vorbei sei. Es tut sich etwas im Weltmaßstab. Ein Grund für europäische Regierungschefs, sich in Davos Präsiden Trump nicht anhören zu wollen?

    Nicht nur zwischen den Zeilen aus Davos lesen: Kampfansage an die Welt oder sind die Bekenntnisse zur Gleichheit de Nationen zum Nennwert zu nehmen?

    Präsident Trump hatte es nicht nur mit den arbeitenden Menschen. Er sprach seine mitgereisten Generale an. Die werden das gerne gehört haben. Aber ist das die kommende amerikanische Konstituante? Sind das die kommenden Kräfte, wenn es Präsident Trump gelingen sollte, den möglichen Abstieg des Landes, wie er es formulierte, ins Gegenteil zu verkehren, mit amerikanischen Militärbefehlshabern rund um den Globus. Übrigens dort, wo es vor Jahren noch souveräne Staaten gegeben hatte? Der amerikanische Präsident hat den Staaten, die er namentlich nicht genannt hat, rein vorsorglich ein Kainsmal auf die Stirne gedrückt. „Revisionistisch“, hat er sie genannt und die Anwesenden in Davos werden klug genug gewesen sein, die damit verbundene Botschaft  verstanden zu haben.

    Kann man mit den USA nur zusammenarbeiten, wenn man sich selbst aufgibt? Präsident Trump hat eine interessante Antwort gefunden. Jeder Staatsmann auf dem  Globus solle über sein eigenes Land im Sinne von „America first“ denken. Nun denn, dann ist es bis zum Völkerrecht und dem Gewaltmonopol der Vereinten Nationen nicht mehr weit und die USA sind wieder dabei. Oder?

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