13:13 17 August 2018
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    Eine Schule in Berlin (Symbolbild)

    „Wollt ihr die totale Meinungsfreiheit?“ – Die Volkslehrer gehen auf die Barrikaden

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    Wladimir W. Wahnowitz
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    Volkslehrer sind die letzte Rettung des Volks, das Schmerzen am ganzen Volkskörper leidet. Denn nur sie beherrschen die Kunst der objektiven Behandlung eines Gegenstands. Deswegen fordert auch einer von ihnen die totale Meinungsfreiheit. Im Interview erklärt er seine rein wissenschaftliche Frage-Methode. Seine Mutter ist auch nett.

    Seien wir mal total ehrlich: Die Meinungsfreiheit ist tot. Klar, es gibt Schulen und es gibt Universitäten. Es gibt verschiedene Stiftungen und verschiedene Parteien. Es gibt soziale Medien. Es gibt meinungsbildende Portale. Und es gibt Forschungseinrichtungen aller Couleur – aber all das ist doch von Rothschild, Soros und Zuckerberg in akribischer Weltordnungsarbeit so angelegt worden, und wer ein Wort dagegen erhebt, wird gleich per Gerichtsbeschluss zum Schweigen gebracht.

    Die Heutigen bedienen sich der Mittel der Nazis, nur ist heute alles noch viel schlimmer. Und das Opfer ist das Volk: Einstmals erhobenen Hauptes als Menschenmaterial in zwei glorreichen Kriegen unterwegs, verrottet es nun schmerzenden Rückens in den Fabrikhallen großer Konzerne. Bedroht von Strafen für abweichende Meinungen und eingespannt in eine GmbH, die die deutsche Eiche knirschen macht, ringt es nach Freiheit und tappt es im Dunkeln.

    Doch inmitten dieser Wirren und Entwurzelungserscheinungen gibt es einen aufkommenden Menschentypus: die sogenannten Volkslehrer, die kommen, das Volk aus der Misere zu führen. Mit Schwert und Feuer und Youtube-Kanal. Ihre gesamte Energie stecken diese Geistesgrößen in die Beschäftigung mit der deutschen Geschichte. In unbestechlicher Zweifelsbereitschaft prangern sie alles an, wozu sie keine Quellen in ihren gleichgesinnten Gruppen gefunden haben. Und sie fordern von der Regierung, was Jedermanns Recht ist: die Meinungsfreiheit.

    Einer von ihnen ist der renommierte Sonderschulpädagoge Herrmann Harterstuhl. Drei Wochen lang habe er sich nun schon mit unterschiedlichen Video-Vorschlägen zum Holocaust auseinandergesetzt, und nahezu jeder Beitrag habe seine Ausgangszweifel nur verstärkt. Zu seinem Erschrecken stellte er dann noch fest: Obwohl die Faktenlage so erdrückend ist, ist es in Deutschland verboten, sich mit solchen Anschuldigungen wissenschaftlich zu beschäftigen. „Das behindert mich total in meiner wissenschaftlichen Untersuchung“, bemerkt der Sonderschul-Wissenschaftler und fügt hinzu: „Man darf ja wohl in aller Sachlichkeit die Frage stellen, ob nicht alles erlogen ist. Und man darf wohl rein objektiv wissen wollen, ob die Lüge in die Welt gesetzt worden ist, um den Germanen zu knechten.“

    Wenn man so an die Dinge heranginge, eröffneten sich ganz neue wissenschaftliche Wege. Die soziologische Frage zum Beispiel, ob manche Gruppen in der Bevölkerung der Gesellschaft schaden. Ebenso die rein biologische Frage, ob vielleicht manches Leben weniger lebenswert sei als ein Volkslehrerleben.

    Und ob der eine oder andere medizinische Eingriff zur Wahrung des Volkskörpers am Körper des Anderen nicht auch praktisch angeraten wäre. „Der Volkskörper ist ausgemergelt“, bemerkt Harterstuhl dazu. „In seiner knapp 80-jährigen Geschichte hat er unzählige Krankheiten überstehen müssen und ähnelt nun einem Demenzpatienten im Endstadium. Ständig vergisst der Körper, wer er ist und was er Führer [sic!] einmal war.“ Denn: „Nicht alles war ja schlecht in seiner Vergangenheit“, so der Gelehrte aus dem Bereich Sonderschulpädagogik.

    Wenn man mit seiner rein wissenschaftlichen Fragetechnik den Volkskörper schließlich gerettet habe, könne man übrigens auch einen Blick über Deutschland hinaus werfen und sehen, wie die Welt daliegt, fährt Harterstuhl fort: in wilder Barbarbei nämlich, ungeordnet und nach Gesetz und Stiefel durstend. Ob man der Welt nicht einen Gefallen tun wolle, könne man sich da schon fragen, rein sachlich, versteht sich, und rein arisch, natürlich. „Wie soll man sonst je auf eine Endlösung kommen, wenn man schon bei der Frage den Mund verboten bekommt?“, fragt der Mann. Und: „Wie soll denn sonst mein nächstes Video fertig werden, wenn das Gesetz es verbietet?“

    Geschichtliche Parallelen zu seiner Position kann der Hobby-Historiker keine erkennen, aber er sei mit dem Kurzgeschichtenband, den ihm sein Vater – ein liebevoller Demenzpatient im Endstadium – zum 60. geschenkt habe, auch noch nicht ganz durch. Es kann also sein, dass sich da noch etwas ändert.

    Anmerkung der Redaktion: Alle im Artikel vorkommenden Personen sind satirisch-fiktiv erfunden. Das gilt für deren Namen und Lebensgeschichten. Übereinstimmungen mit realen Personen und Orten sind rein zufälliger Natur.

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    Tags:
    Lehrer, Meinung, Nazis, Volk, Freiheit, Opfer, Medien, Holocaust, Deutschland
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