15:42 23 April 2018
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    US-Senator John McCain

    Marionettenspiel des Westens: Wie „McCain-Syndrom“ Russlandhass schürt

    © AP Photo / J. Scott Applewhite
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    Wladimir Filippow
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    Die Geschichte um den Giftanschlag im englischen Salisbury hat etliche Skandale verursacht, die eine klare Vorstellung davon geben, wie antirussische Aktionen aufgebaut werden. Das Schema ist zwar nicht sehr effektiv, aber einfach. Das wichtigste Merkmal: viel Lärm bei fehlenden Beweisen.

    Am Beispiel der Causa Skripal können das angelsächsische Denken und seine axiomatischen Eigenschaften studiert werden. Nehmen wir drei aufsehenerregende Skandale: die angebliche Einmischung Russlands in die US-Wahlen, der McLaren-Bericht über Doping und der Skripal-Fall.

    Zunächst werden eine sensationelle Nachricht mit unbewiesenen Vorwürfen eingeworfen und die notwendige gesellschaftliche Meinung gebildet. Es werden keine Beweise vorgelegt – Marionettenführer brauchen sie nicht. Dann gerät allmählich in Vergessenheit, dass es keine Beweise gab, weil bereits ein neuer Skandal erfunden wurde, der mit Russland verbunden ist.

    Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, zählte die Widersprüche im Skripal-Fall auf: Die ersten Vorwürfe gegen Russland tauchten nur wenige Stunden nach dem Vorfall auf, während Experten der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) erklären, dass selbst eine vorläufige Analyse des Giftes mehrere Wochen in Anspruch nehmen werde.

    Doch jenen, die diesen Skandal verursacht haben, ist das egal. Welche Untersuchung? Alles ist doch ohnehin klar.

    Inzwischen rückt der Skandal über angebliche russische Hacker in den Hintergrund. Es gibt keine Beweise. Anscheinend reicht auch die Phantasie nicht mehr für neue Vorwürfe.

    Und was will jetzt die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada)? Nur eines: Dass wir das bereuen. Es wurden keine Beweise vorgelegt, viele unsere Sportler wurden bereits vom Schiedsgerichtshof freigesprochen. Doch die Wada beharrt weiterhin darauf, dass wir Reue zeigen müssen.

    Inzwischen verkündete der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, dass seine Firma es nicht geschafft habe, Verbindungen zwischen der für das Wahlkampfteam Trumps tätigen britischen Firma Cambridge Analytica und Russland festzustellen.

    Vielleicht wird ja jemand diese Nachricht nebenbei lesen. Am wichtigsten ist doch, dass allen seit Langem klar ist: Russland ist schuld…

    Russische Diplomaten von der Botschaft in Washington scherzten sogar, dass sie sich wegen des jüngsten starken Schneefalls an der US-Ostküste als „schuldig“ erweisen könnten.

    Als Trump zuletzt Wladimir Putin zum Sieg bei den Wahlen gratulierte, tauchten in US-Medien gleich Verschwörungstheorien über den Anruf des US-Präsidenten auf.

    Der ehemalige CIA-Chef John Brennan äußerte die Vermutung, dass Russland „etwas gegen Trump in der Hand haben könnte“. Das könnte das „warme Verhalten Trumps“ zu Putin erklären. Der republikanische Senator John McCain hatte sich dazu noch früher, als Erster geäußert.

    In den Lehrbüchern für praktische Psychotherapie könnte bald ein neuer Begriff entstehen – „McCain-Syndrom“. Mir scheint sogar, dass Psychologen bereits umfassende Symptome dieser Erkrankung feststellen.

    Zum Schluss noch ein paar Sätze zur Hysterie um die russischen Wahlen. Sie lässt nicht nach. Fast wie im Fall mit den Hackern, doch hier gibt es mehr Raum für schreckliche Geschichten.

    In amerikanischen, britischen und australischen Zeitungen wurden beinahe gleichzeitig Artikel mit fast denselben Titeln veröffentlicht: „Neue Generation Russlands wählt nicht iPhones, sondern Putin“. Die Prinzipien der US-Propaganda aus der Zeit des Kalten Kriegs funktionieren nicht mehr, so die angelsächsischen Medien. Putins Umfragewerte sind gerade in der Altersgruppe von 18 bis 24 Jahren (86 Prozent) am höchsten, was das Schema der USA zerstört, wie „junge Russen, die in der Internet-Epoche aufgewachsen sind“, sein sollen.

    Spüren Sie, wie sich das axiomatische Denken bei Angelsachsen entwickelt? Der Historiker Francois Guizot sagte einst richtig: „Man kann über alles schreiben… Es gibt keinen solchen Unsinn, der keinen Kopf finden und sich dort niederlassen würde.“

    * Die Meinung des Autors muss nicht mit dem Standpunkt der Redaktion übereinstimmen.

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    Tags:
    Anschuldigungen, Vorwürfe, Propaganda, Russophobie, CIA, Facebook, WADA, OPCW, Mark Zuckerberg, John Brennan, John McCain, Dmitri Peskow, Sergej Skripal, Russland, Westen, Großbritannien, USA
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