05:50 23 April 2018
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    Beerdigung eines serbischen Polizisten während des Balkankriegs (Archivbild)

    Werden wir in den nächsten Krieg gelogen?

    © AFP 2018 / Joel Robine
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    Willy Wimmer
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    Den Nato-Staaten gehen die Lügen aus. Es fing im allgemeinen Bewusstsein mit Behauptungen aus den westlichen Hauptstädten an, die uns alle geradewegs in den ordinären Angriffskrieg gegen Jugoslawien hineingelogen haben.

    Heute ist jedem Betrachter klar, dass der Krieg gegen das Gründungsmitglied der Vereinten Nationen Jugoslawien zwei zentralen Zwecken diente:

    1.) die Militärkontrolle der Vereinigten Staaten über den gesamten Balkan mit seiner Westeuropa dienenden Infrastruktur sicherzustellen und den strategischen Fehler aus dem Zweiten Weltkrieg, als die Stationierung amerikanischer Bodentruppen auf dem Balkan unterlassen wurde, auszubügeln.

    2.) den Aufmarsch der Nato gegen die russische Westgrenze dadurch einzuleiten, dass die traditionellen Verbindungen Russlands zum Balkan gekappt werden sollten.

    Damit wurde der Fahrplan zur Strangulierung Russlands, ohne das ein Ende des Kalten Krieges in Europa nicht denkbar gewesen wäre, eingeleitet. Es blieb nicht bei Jugoslawien, wie die Kriege des Westens in Afghanistan, dem Irak und Syrien, Libyen und Mali zeigten. Alles das, was zu Millionen Opfern führte und ganze Regionen in die Steinzeit zurückbombte, konnte nur durch eine gnadenlose Lügenkampagne gegen die eigenen Völker erzielt werden.

    Damit die Bevölkerung nicht gegen die Kriege und gegen die durch diese Kriege ausgelöste Migrationsbewegung revoltiert, wird jeder, der auf diese Zusammenhänge aufmerksam macht, von dem derzeit überall im Westen herrschenden Lügenkartell als Populist oder Schlimmeres hingestellt. Ein Wortführer, um diese Linie durchzusetzen, ist zweifellos der sozialdemokratische Außenminister Asselborn aus Luxemburg.

    Wie es anders nicht sein könnte, wird dem schauerlichen Spiel der Lügenkontrolle durch westliche Regierungen von London die Krone aufgesetzt. Wer sich derzeit mit der weltpolitischen Lage auseinandersetzt, kommt zu bestimmten Ergebnissen. Wer es wirklich mit der Humanität ernst meint, der hört auf, andere Staaten und Völker mit Krieg zu überziehen. Das zu fordern, heißt allerdings London zuzumuten, auf sein jahrhundertelanges Geschäftsmodell zu verzichten.

    Jeder Konflikt, mit dem wir es derzeit zu tun haben, geht auf instrumentalisierte Lügen mit einem Ursprung in London zurück. Tony Blair mag sich für den Verbleib Englands in der Europäischen Union einsetzen, wie er will. Es war Tony Blair, der jedes Vertrauen in die Rechtmäßigkeit westeuropäischen Regierungshandelns zerstört hat. Vor allem auch deshalb, weil sich sowohl EU als auch Nato als willenlose Abnick-Maschine für angelsächsische Lügengespinste herausgestellt haben.

    Von Nato und EU geht derzeit für die Bürgerinnen und Bürger in Westeuropa eine „akute Lebensgefahr“ aus. Die eigenen Regierungen sind der Grund für das offenkundige Elend. Das zeigte sich nicht nur in der britischen Unverfrorenheit, die anderen Mitgliedsländer von Nato und EU gegen jeden europäischen Rechts-Anstand und gegen jedes völkerrechtliche Verantwortungsgefühl vor den eigenen Karren haltloser Verdächtigungen gegen Russland zu spannen.

    Wer Aufklärung in dem möglichen Kriminalfall Salisbury hätte haben wollen, der hätte alle dazu dienlichen Wege gekannt. Darauf kommt es London nicht an und ist es noch nie angekommen. Der Wust haltloser Behauptungen, durcheskaliert von Anfang an, soll nur dazu dienen, ein anderes Land in einem Strudel von Behauptungen untergehen zu sehen.

    Das gilt für Salisbury wie für Syrien, durch das sich eine Blutspur zieht, die von London, Paris, Washington, Ankara und Riad gelegt wurde. Man kann fast sicher davon ausgehen, dass der bestellte Rapport der deutschen Bundeskanzlerin am 27. April 2018 in Washington einer deutschen Kriegsbeteiligung dient. Das Rückgrat von Bundeskanzler Gerhard Schröder kommt derzeit in Kriegsfragen nicht mehr vor.

    Salisbury und die angeblichen Chemiewaffen-Einsätze in Syrien müssen allerdings vor dem Hintergrund der Kriegslügen-Maschinerie des Westens seit Belgrad im Frühjahr 1999 gesehen werden. Der Westen liefert derzeit den Nachweis, dass er Frieden „nicht kann“.

    Gerade dabei spielt London eine verhängnisvolle Rolle. Aus London heraus werden mit inzwischen beachtlicher Wirkung diejenigen Präsidenten unter Dauerfeuer genommen, die wie Präsident Putin und Präsident Trump ursprünglich auf Verständigung aus gewesen sind. Was ist dank britischer Intransigenz davon geblieben? Trump scheint um sein Leben fürchten zu müssen, wenn er sich die aus London auf ihn losgelassene Phalanx ansieht, die ziemlich weit verästelt zu sein scheint und bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges zurückreicht.

    Für Europa wie den Nahen Osten sind die Kampflinien klar. Russland beachtet die geltenden Regeln des Völkerrechts. Auch gegen alle Punkte der Vorwurfs-Suada, die der Nato-Generalsekretär jüngst hielt. Was hingegen in Washington, London und Paris ausgeheckt wird, hat Vorfahrt. Wer das anders sieht, ist Feind. Das nennt man Durchmarsch. Die Nato und in zunehmendem Maße auch die EU, das bedeutet Krieg – und das jetzt schon seit 1999. Sowohl in Europa als auch im Nahen Osten prallen diese unterschiedlichen Konzepte aufeinander. Was bestimmt unsere Zukunft? Eine der Antworten darauf wird gerade in Syrien gegeben.

    * Die Meinung des Autors muss nicht mit dem Standpunkt der Redaktion übereinstimmen.

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    Kriegsgefahr, Hetze, Manipulieren, Medienattacke, Sanktionen, Vergiftung, Giftgasattacke, Jugoslawienkrieg, EU, Tony Blair, Nahost, Balkan, Jugoslawien, Irak, Europa, Salisbury, Großbritannien, USA, Syrien, Russland