17:25 23 April 2018
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    Deutsche Korvette FGS Hessen schließt sich der US-Einsatzgruppe mit dem Flugzeugträger „Harry Truman“ auf ihrem Weg nach Mittelmeer an

    Deutsche Konsequenzen für die Endlos-Kriegstreiber im eigenen Lager

    © REUTERS / U.S. Navy/ Mass Communication Specialist 3rd Class Pat Morrissey/ Handout
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    Willy Wimmer
    194513

    Paris, London und Washington stehen wie Ankara, Riad und Tel Aviv am Anfang jenes Elends, das heute den Namen „Syrien“ trägt. Wollen wir Deutschen jetzt wieder einen Beitrag dazu leisten, die Dinge auf die Spitze zu treiben?

    Man muss schon Heiko Maas heißen, um die Menschen im eigenen Land auf die Idee zu bringen, dass die politische Beseitigung des maßvollen Außenministers Siegmar Gabriel die erste Vorbereitungs-Maßnahme für einen kommenden Regionalkrieg in Nahost und darüber hinaus gewesen sein könnte.

    Dennoch ist das noch harmlos gegen das, was wir in Amerika feststellen können. Da redet der amerikanische Präsident Trump vor Wochen davon, die illegal in Syrien anwesenden amerikanischen Kampftruppen aus diesem geschundenen Land abziehen zu wollen. Das muss, wie man den tiefen Staat in Amerika und das tiefe Bündnis in der Nato kennt – von den Henkersmächten in Nahost ganz zu schweigen – die Initialzündung für den angeblichen Einsatz von chemischen Stoffen in Syrien gewesen sein.

    Es reicht nicht, den amerikanischen Präsidenten Trump mit Kriegstreibern einzumauern. In den deutschen Leitmedien fehlt nicht viel, und man schreibt demnächst Donald Tumb und nicht mehr Donald Trump. Man tut alles, um auf das Niveau der Kriegsunterstützung zu gelangen, das in Deutschland vom FDP-Grafen Lambsdorff dargestellt wird. Es ist bei der FDP schon signifikant, welche Diskussion derzeit zugelassen wird. Der Parteichef rüffelt Herrn Kubicki, weil der für Vernunft im Umgang mit Russland plädiert. Lambsdorff darf sich austoben. Vielleicht kann er seine Familienangehörigen motivieren, der französischen Fremdenlegion für französische Dauerkriege beizutreten?

    Apropos Frankreich. Der ungarische Ministerpräsident Orban könnte seinen fulminanten Wahlsieg so richtig genießen, wenn es nicht den luxemburgischen Zurechtweiser und Außenminister Asselborn gäbe. Wenn Orban sein mutiges Land nicht an die ferngesteuerten Nichtregierungsorganisationen bekannter Provenienz ausliefert, kann auch die in Deutschland durch Frau Dr. Merkel Putsch-mäßig etablierte Migrationspolitik nicht auf Ungarn übertragen werden.

    Ungarn hat sich für eine bessere Zukunft entschieden. Aber wie steht es um uns? Die Dimension der Vorwürfe gegen Ungarn und Polen gebietet es, wegen der Kriegsgeilheit in Paris und London beide Staaten zunächst von der Mitgliedschaft in EU und Nato und dem Verbund mit dem Washingtoner „tiefen Staat“ zu suspendieren.

    Es kann nicht angehen, dass auf Frieden, Wohlstand und gute Nachbarschaft getrimmte Bündnisse für die seit Jahrhunderten kriegerischen Globalmächte umfunktioniert werden. Frankreich will von Europa mehr Geld für seine Pläne. Bisher haben wir von dem Pannenflieger A 400 bis zur Satellitenaufklärung schon viel deutsches Steuerzahlergeld für die französische Kriegslust aufwenden müssen.

    Frankreich steht, wie London und Washington, wie Ankara und Riad und Tel Aviv, am Anfang jenes Elends, das heute den Namen „Syrien“ trägt. Jetzt bläst sich der französische Präsident zugunsten der Washingtoner Kriegskoalition auch noch auf, um auf der Schleimspur der Eigen-Inszenierung Bomber gen Damaskus loszuschicken. Haben wir in Resteuropa noch alle Tassen im Schrank, wenn wir das durchgehen lassen, Orban verteufeln und das Pariser Verbrechen gegen Libyen vergessen?

    Womit wir es zu tun haben, hat der bekannte deutsche Publizist Dr. Wolfgang Bittner mit seinem bahnbrechenden Werk „Die Eroberung Europas durch die USA“ deutlich gemacht. Auch diesmal rollen wieder alle Panzer für den Sieg, wenn es gegen Osten und damit gegen Russland geht. Seit 1992 geht das schon so, als Hans Dietrich Genscher in das Gras der Aufmarschierenden beißen musste.

    Die BBC hat den Zusammenhang über mehr als ein Jahrhundert deutlich machen können, als in einer grandiosen Debatte über die Jahrzehnte vor dem Ersten Weltkrieg Deutschland eine Rolle spielte: erfolgreich und friedliebend und für die britischen und französischen Strippenzieher ein Ärgernis der Luxusklasse. Wolfgang Effenberger hat in „Wiederkehr der Hasardeure“ deutlich gemacht, was es auf sich hat, wenn durch die „üblichen Kriegstreiber“ Staaten mit eigenem Willen aus dem Weg geräumt werden, Versailles und Adolf Hitler inklusive. Wollen wir Deutschen jetzt wieder einen Beitrag dazu leisten, die Dinge auf die Spitze zu treiben?

    * Die Meinung des Autors muss nicht mit der der Redaktion übereinstimmen.

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    Tags:
    Kriegsgefahr, Folgen, Zuspitzung, Luftangriff, Auswärtiges Amt, FDP, SPD, EU, NATO, Wolfgang Kubicki, Alexander Graf Lambsdorff, Heiko Maas, Donald Trump, Sigmar Gabriel, Nahost, Syrien, Deutschland, USA, Russland
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