22:33 25 April 2019
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    Sitzung der Ermittlungskommission zum MH17-Absturz in der Ost-Ukraine (Archivbild)

    MH17: Der Russe war es! – War es der Russe?

    © Sputnik / Witalij Beloussow
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    Uli Gellermann
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    Kaum sind Vater und Tochter Skripal – die Opfer eines angeblich russischen Gift-Anschlages – mangels Beweisen in der Mediengruft des öffentlichen Schweigens verschwunden, zeigt der nächste deutsche Medienfinger auf die Russen. Der Raketenwerfer, mit dem 2014 das Flugzeug MH17 über der Ukraine abgeschossen wurde, soll vom russischen Militär stammen.

    Ein internationales Ermittler-Team habe seinen Bericht zum Absturz des malaysischen Passagierflugzeuges MH17 über der Ukraine im Jahr 2014 vorgelegt, wird von der „Tagesschau“ berichtet. Und von den epigonalen deutschen Blättern im Chor nachgesungen: „Focus“, „Süddeutsche Zeitung“, „Spiegel“ – alle, alle verkünden diese angebliche Nachricht im Brustton der Überzeugung. Kaum jemand mag erzählen, wer denn dieses Team ist und was es denn genau gesagt hat.

    Das „Joint Investigation Team JIT“ ist einfach eine „gemeinsame Ermittlungsgruppe“, die auf Zeit für einen bestimmten Fall unter Beteiligung von Behörden aus zwei oder mehr EU-Mitgliedstaaten zusammentritt. Im MH17-Team JIT arbeiten die niederländische Staatsanwaltschaft und die niederländische Nationalpolizei mit den Polizei- und Justizbehörden von Australien, Belgien, Malaysia und der Ukraine zusammen. Kein Russe, versteht sich. Denn die Russen wurden von Beginn an als Täter angesehen. So gehen voreingenommene Ermittlungen.

    Auch wie die Ermittler zu ihren Ergebnissen gekommen sind, ist spannend: Jennifer Hurst, Kommandantin der australischen Bundespolizei und Teil des JIT, erläuterte den Befund der Ermittler auf der Grundlage einer Animation. Was mag das für eine Animation gewesen sein? Video? Photoshop? Virtuelle Realität? Jedenfalls hat das Team die Öffentlichkeit eindringlich aufgerufen, Hinweise für weitere Ermittlungsschritte zu geben. Von einer Schuldzuweisung ist nicht die Rede. Auch nicht von Beweisen.

    Das alles lässt sich auf der Web-Site des „Openbaar Ministerie“, der niederländischen Staatsanwaltschaft, die in der Ermittlungsgruppe mitarbeitet, nachlesen. Auf deren Website lassen sich auch zwei fantasievolle Videos aufrufen, die kyrillisch untertitelt sind. Es sind Schriftzeichen, die in der Ukraine verwandt werden. Die Untertitel sind nicht in Englisch, der Sprache, die in den Niederlanden, in Australien und auch in Malaysia – den Nationen, aus denen die Ermittler kommen – verstanden und genutzt wird. Sondern in jener Schriftsprache, die das ukrainische Propagandaministerium verwendet. Und natürlich auch der ukrainische Geheimdienst.

    Diesen Umstand mag zum Beispiel die „Süddeutsche Zeitung“ ihren Lesern nicht mitteilen. Dafür aber dies:

    „Damit rückt auch die politische Verantwortung von Präsident Wladimir Putin für den Tod der 298 Insassen in den Fokus.“

    Bei dieser Form von öffentlicher Schnell-Justiz muss es nicht verwundern, dass die offenkundig hilflose Sprecherin des internationalen Ermittler-Teams, Jennifer Hurst, eine imaginäre Öffentlichkeit um dringende Hilfe bittet: Sachdienliche Hinweise können sicher bei der nächsten Polizei-Dienststelle abgeliefert werden. Aber sicher auch bei den deutschen Medien: Denn die haben schon lange große Mühe, Gründe für die Sanktionen gegen Russland zu finden.

    Quelle: www.rationalgalerie.de

    * Die Meinung des Autors muss nicht mit der der Redaktion übereinstimmen.

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    Tags:
    Lügenpresse, Kritik, Medien, Flugzeugabsturz, MH17-Absturz, JIT, Jennifer Hurst, Wladimir Putin, Russland, Ukraine