19:33 14 August 2018
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    US-Präsident Donald Trump (Archiv)

    You are fired – Wie Trump den Kollaps der USA verhindern will

    © REUTERS / Carlos Barria
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    Willy Wimmer
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    Der US-amerikanische Präsident Donald Trump hat auf der Insel unweit Quebec einen Abgang hingelegt, der alles zum Ausdruck brachte. Was wollte er noch mit „Donald Tusk und den sechs Zwergen“? Die hat er ohnehin unter Kontrolle, wie die tatsächliche Übernahme der politischen Lage an der russischen Westfront durch seine Generale zeigt.

    Trumps Generale wollen freie Fahrt für ihren Aufmarsch in Europa. Und solange sie deutsche Minister wie Ursula von der Leyen am Wickel haben, wird ihnen das auch gelingen. Damit es auch jeder in Europa mitbekommt, was ansteht, verpesten endlose Panzerkolonnen den europäischen Frühling auf französischen, belgischen, deutschen und polnischen Autobahnen.

    Das erfüllt einen doppelten Zweck. Einmal gegenüber der Russischen Föderation, der man droht, nicht nur die von allen Menschen in Europa ersehnte Fußball-Weltmeisterschaft zu vermiesen. Die Westeuropäer hält man auf diesem Weg nachdrücklich davon ab, statt dümmlicher Rhetorik gegenüber der Russischen Föderation endlich zu dem zu kommen, was schon im November 1990 in der Charta von Paris niedergeschrieben wurde: eine Politik des Friedens, der guten Nachbarschaft, der friedlichen Streitbeilegung zu betreiben.

    Aus dieser Welt hat sich Präsident Trump durch die Rücknahme seiner Zustimmung zur Abschlusserklärung des sogenannten „Gipfel-Streits von Quebec“ mit Donnerhall verabschiedet. Das frühzeitige Verlassen des Treffens und die beispiellos Art, seine Verachtung für die Quengler zum Ausdruck zu bringen, hat das alles deutlich gemacht. Mit diesem Verein hat er nichts als Ärger, und sie nehmen ihm auch noch die von ihm angesprochenen amerikanischen Arbeitsplätze weg. Stattdessen winkt ihm in Singapur größeres, und das umfasst nicht nur den Verzicht Nordkoreas auf eine aus amerikanischer Sicht nicht hinzunehmende, substantielle Bedrohung von „continental USA“.

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    Korea ist der berühmte Schlüssel für die Zukunft. Dabei geht es doch nicht um die „Juche-Ideologie“ oder die Verschärfung von Sanktionen. Madelaine Albright hat doch schon vor dem Irak-Krieg gesagt, dass man eben den Preis von 500.000 toten Kindern zu zahlen hat, wenn das politische Ziel irgendwie stimmt. Korea ist seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Asien und erst recht seit dem Korea-Krieg das Sinnbild für den eingefrorenen Konflikt zwischen China, Taiwan, Russland und den Vereinigten Staaten. Da steht selbst die alte koreanische Kolonialmacht Japan ungefragt am Wegesrand.

    Für das Treffen in Singapur, dessen Ergebnis nach allen diplomatischen Gepflogenheiten schon feststehen dürfte, bevor es auch nur angefangen hat, bedeutet dies aber, dass Präsident Trump über das Treffen mit Kim Jong-un die Beziehungen seines Landes zu China und Russland auf eine grundsätzlich neue Basis stellen wird. Auch im Falle eines möglichen Scheiterns dürfte das so sein, denn dann kann sich die Welt warm anziehen – siehe den US-amerikanischen Aufmarsch in Westeuropa gegen die Russische Föderation.

    Im einen oder anderen Sinne könnte Trump mit diesem phänomenalen Coup gelingen, die Restanten aus dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu beseitigen. Ein grundsätzlich anderes Verhältnis in den Beziehungen zwischen den neuen Machtzentren der Welt dürfte die Zukunft bestimmen.

    Der Präsident der Russischen Föderation, Herr Putin, und sein Kollege, Herr Xi aus China, haben das zeitgleich zum Treffen in Kanada auch zum Ausdruck gebracht. Sie haben in einer gemeinsamen Erklärung klargestellt, dass künftig keine Kriegszüge ohne strikte Beachtung der Charta der Vereinten Nationen mehr hingenommen werden. Das war das, was der Westen ganz allgemein mit dem ordinären Angriffskrieg gegen Jugoslawien im Frühjahr 1999 losgetreten und was die Welt ins Unglück gestürzt hat. Nicht nur Millionen Tote und zurückgebombte Gesellschaften sind das Ergebnis, sondern auch ein gesellschaftlicher und ökonomischer Zustand in den Vereinigten Staaten, der eine Wahl von Donald Trump dringend nötig machte, sollten die USA nicht das vom russischen Präsidenten so nachdrücklich beklagte Schicksal einer zerplatzenden Sowjetunion erleiden.

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    Angela Merkel, die deutsche Bundeskanzlerin, quengelte vor dem Abflug nach Kanada herum, dass Russland weiterhin sein ihm zustehender Platz am „Tisch der G“ verwehrt werden sollte. Die Begründung war deshalb spannend, weil auf die angebliche Haltung Russlands zum Völkerrecht verwiesen wurde. Wer hat denn die Endlos-Kriege des Westens gegen friedlich und eigenständig bleiben wollende Gesellschaften vom Zaun gebrochen? Im Sprachgebrauch einer deutschen Bundesregierung kam das Wort „Völkerrecht“ doch für Jahrzehnte überhaupt nicht mehr vor. Natürlich auch nicht mehr der Hinweis auf eine angeblich bestehende „westliche Wertegemeinschaft“, weil man die schon längst mit Uran-Munition in Stücke geschossen hatte. Und dann redet man gegenüber Russland im Stile einer ungefragten „Platzanweiserin“?

    Das kann man sich nur in Deutschland leisten, wo nach langer Amtsdauer einer Bundeskanzlerin mit gleichzeitiger Zerstörung aller errungenen Werte ein ganzes Volk nachhaltig „traumatisiert“ zu sein scheint. Andere sehen das anders, wie es Trump zum Ausdruck brachte, als Merkel noch nicht einmal abgeflogen war. Ihm geht es darum, den Kollaps der USA zu verhindern – und das in jeder Hinsicht. Die dafür notwendigen Akzente setzt er und lässt sich dabei nicht beirren.

    Eine der tragenden Säulen der Washingtoner Kriegsallianz, bestehend aus Republikanern vom Schlage des Senators John McCain und der gescheiterten Trump-Rivalin Hillary Clinton, hat das ganze westliche Dilemma rechtzeitig zum Ende des Gipfeltreffens zum Ausdruck gebracht. Es war der Senator John McCain höchstselbst, der Angela Merkel als deutscher Bundeskanzlerin seiner ungeteilten Solidarität versicherte in ihrem Kampf gegen Präsident Donald Trump. Es ist der gleiche John McCain, der mit seinen republikanischen und demokratischen Spießgesellen für die völkerrechtswidrigen Kriege des Westens und die nachfolgende Vernichtung der Substanz seines eigenen Landes und der des Westens ganz allgemein eine zentrale Verantwortung trägt.

    Diese Aufforderung nach dem Motto: „Hannemann, geh du voran“ macht natürlich den Zustand des Westens deutlich. Es ist die klare Aufforderung an die deutsche Bundeskanzlerin, mit der Washingtoner Nebenregierung statt mit dem gewählten amerikanischen Präsidenten Trump zusammenzuarbeiten. Nicht nur das wird bei diesen Äußerungen  aus Washington deutlich.

    Gegenüber Clinton, Bush, dem Unsäglichen, und Obama, die die Verantwortung für den Zustand Amerikas und des Westens tragen, hätten Merkel und die anderen europäischen Lichtgestalten nur ein einziges Mal die „Klappe so aufreißen müssen“, wie sie es jetzt gegenüber Trump ungefragt tun, weil sie offenbar nicht mitbekommen haben oder ignorieren, dass der US-amerikanische Präsident Donald Trump heißt.

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    Tags:
    Gipfel, Kriegsgefahr, G7, Wladimir Putin, Ursula von der Leyen, Angela Merkel, Donald Trump, Singapur, Deutschland, Kanada, Nordkorea, USA
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