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13:27 18 August 2019
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    Kuschelzone statt Kreuzverhör – „Anne Will“ machte es Angela Merkel wieder bequem

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    Andreas Peter
    27491
    © Sputnik /

    Kanzlerin Angela Merkel war am Sonntag erneut bei der ARD-Talk-Show „Anne Will“ zu Gast. Dabei nahm sie zu Themen wie dem gescheiterten G7-Gipfel, der Flüchtlingspolitik oder der Fußball-WM in Russland Stellung. Einen Besuch dort schloss sie nicht aus. Ganz allgemein bewegte sich die Politikerin mal wieder im Vagen und zerredete die Verantwortung.

    Angela Merkel muss nach wie vor keine Angst haben, bei „Anne Will“ in ein Kreuzverhör zu geraten. Die gelegentlichen nachbohrenden Fragen der Moderatorin sind für die Kanzlerin vielleicht unangenehm, weil ihr Redefluss unterbrochen wird, aber wirklich auf die Probe gestellt wird die deutsche Regierungschefin zu keinem Zeitpunkt.

    >>Andere Sputnik-Artikel: 30 Fragen, keine Erkenntnis — Merkel lässt Abgeordnete abblitzen

    Da erpresst und demütigt ein US-Präsident angebliche Verbündete und Freunde rücksichtslos, demonstriert öffentlich, dass er nur bedingungslose Gefolgschaft akzeptiert, und die deutsche Kanzlerin schafft es, ihrem kanadischen Kollegen in den Rücken zu fallen, indem sie seine Haltung gegenüber diesem imperialen Auftreten, die zu Trumps Wutausbruch über Twitter führte, so bewertet:

    „Das heißt, der kanadische Ministerpräsident hat agiert, und das ist dann die Folge.“

    Merkel kann sich auch im Hinblick auf die Migrationspolitik herausreden. De facto kamen über Wochen zig-tausende Menschen ins Land, von denen niemand wusste, wer sie sind, weil sie einfach irgendetwas in den Fragebogen schreiben konnten. Eine Praxis, die schon seinerzeit heftigst kritisiert wurde, wofür man dann aber umgehend als herzloser Rassist beschimpft wurde. Nun sitzt Angela Merkel im Studio und erklärt mit unschuldigem Augenaufschlag:

    „Man hat dann ja auch wieder aufgehört damit, das heißt also, das ist nicht vollkommen ungehört verhallt und hat solche Verfahren mit dem schriftlichen Fragebogen nicht mehr gemacht, denn es hat sich dann herausgestellt, dass unter den Flüchtlingen auch solche sind, die nicht Schutz suchen, sondern, die terroristische Attacken verüben wollten.“

    Den aktuell das Land bewegenden Fall der ermordeten Susanna F. findet sie natürlich auch schrecklich und abscheulich, kann dann aber als Konsequenz einen Allgemeinplatz verkünden:

    „Aber der Fall zeigt doch, wie wichtig es ist, dass Menschen, die keinen Aufenthaltsstatus haben, schnell ihr Verwaltungsgerichtsverfahren bekommen und dann auch schnell wieder nach Hause geschickt werden.“

    Obwohl doch das Problem ist, dass immer mehr ausreisepflichtige Menschen wegen diverser Hemmnisse über Jahre im Land bleiben können. Gerade der Fall Susanna F. zeigt, dass es eben dringend erforderlich ist, Asyl und Migration aus anderen Gründen strikt voneinander zu trennen.

    >>Andere Sputnik-Artikel: Pipeline-Zoff: „Opa“ Trump setzt „Oma“ Merkel Pistole auf die Brust

    Angela Merkel kann auch ohne Einwürfe folgenden Satz verlautbaren:

    „Ungarn hat eine EU-Außengrenze und macht für uns da in gewisser Weise die Arbeit.“

    Und sie muss nicht befürchten, dass eine Moderatorin nachfragt, ob es nicht angebracht wäre, sich bei dem ungarischen Regierungschef zu bedanken und zu entschuldigen, dem sie auf einmal ein solches löbliches Attest ausstellt, nachdem er zuvor monatelang als Ausländerhasser gebrandmarkt wurde.

    Wenigstens in einem Fall wird Angela Merkel wohltuend deutlicher, und natürlich sind wir von Sputnik befangen, aber gefreut hat uns doch, als die Kanzlerin auf die Frage, ob sie zur WM nach Russland fährt, wie folgt antwortete: „kann gut sein“:

    „Die Fußball-Weltmeisterschaft ist an Russland vergeben worden. Ich wünsche unserem Team natürlich, unserer Mannschaft alles Gute. Und dass man diese Mannschaft vielleicht auch als Bundeskanzlerin begleitet und nicht nur deshalb, weil sie jetzt in Russland ist, da nicht hinfährt, da habe ich eben meine eigene Auffassung dazu. Es gibt immer auch andere Meinungen, aber ich habe die meinige.“

    Die deutsche Kanzlerin kann also Rückgrat zeigen, wenn sie will. Vielleicht sollte sie das öfter tun.

    Zum Thema:

    Merkels Datensteuer: „Gift für die Handelspolitik“
    Merkel schließt Reise zu Fußball-WM nach Russland nicht aus
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    Tags:
    Migration, Migranten, Asyl, Terrorismus, Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, EU, Anne Will, Angela Merkel, Ungarn, Deutschland, Russland
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