08:57 23 Oktober 2018
SNA Radio
    Absolventen der ukrainischen Militärakademie bei Abschlusszeremonie

    Truppen vor Russlands Grenze: Wagt Kiew große Provokation während Fußball-WM?

    © REUTERS / Gleb Garanich
    Kommentare
    Zum Kurzlink
    Sergej Iljin
    258227

    Die Ukraine konzentriert ihre Truppen an der russischen Grenze – bleibt aber passiv. Offensichtlich hat Kiew von seinen „Betreuern“ keinen Befehl zu einer großen Provokation bekommen. Doch am propagandistischen Spiel beteiligt es sich aktiv.

    Die Ukraine hat eine große Truppengruppierung am Asowschen Meer, unweit der russischen Grenze, stationiert. Unter anderem geht es um mehrere Schlachtflugzeuge. Und das ruft in Russland große Besorgnisse hervor. Wie der Abgeordnete der Staatsduma (Parlamentsunterhaus) von der Krim, Ruslan Balbek, sagte, geht es um ein „absichtliches Spiel“ seitens Kiews, das die Aufmerksamkeit des westlichen Publikums auf sich ziehen soll – in der Hoffnung auf eine Anspannung der Beziehungen zu Russland. Das Vorgehen der ukrainischen Seite verlange aber, zusätzliche Möglichkeiten zur Verteidigung der Halbinsel zu entwickeln, so der Parlamentarier. Die russischen Truppen auf der Halbinsel seien jedenfalls auf alles gefasst, und die jüngsten Übungen in dieser Region hätten das deutlich unter Beweis gestellt. Die „Hitzköpfe“ in Kiew und auch im Ausland müssten das wissen.

    Manche ukrainische Politiker würden jeglicher Vernunft und Logik zuwider gerne eine große Provokation organisieren. Das Ziel wäre klar: Moskau in einen Konflikt verwickeln, das moralisch verpflichtet wäre, die angegriffenen Einwohner des Donbass zu beschützen, um dann den Russen „Aggression“ vorwerfen zu können.

    Im Vorfeld der russischen Präsidentschaftswahl, die im März stattfand, war die Zeit nicht gerade passend: Es war kalt und schmutzig, wie immer im Frühjahr. Das Risiko, gegen die selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk wieder blamabel zu verlieren, wäre viel zu groß.

    Aber viele Experten behaupteten immer wieder, Kiew würde gerade während der Fußball-WM in Russland seine Truppen in die Donbass-Region losschicken. Es wurden sogar genaue Daten genannt. Aber dazu kam es nicht und wird es wohl auch nicht kommen: Wie gewöhnlich setzt Kiew sein „Schauspiel“ fort, ohne wirklich etwas zu tun. Der Grund ist auch klar: Es hat keinen Befehl bekommen.

    Die Europäer haben die ukrainische Seite offenbar unter Druck gesetzt und verlangt, dass sie sich ruhig verhält. Möglicherweise passierte das auch beim jüngsten Treffen der Außenminister des „Normandie-Quartetts“. Nach Russland sind immerhin Hunderttausende Fans aus Westeuropa gekommen, und die Führung in Brüssel will am wenigsten, dass sie Geiseln eines von Kiew ausgelösten Konflikts werden. Aber auch Washington hat wohl die Ukrainer zur Vernunft aufgerufen, egal aus welchen Gründen.

    Die europäischen Fußballfans sind den Amerikanern völlig egal, und die Fußball-WM wäre eigentlich ein passender Anlass, Russland zu provozieren. Aber der Kreml-Chef Wladimir Putin hatte unlängst klar und deutlich gewarnt, dass ukrainische Angriffe oder Provokationen  während des Wettkampfes äußerst schlimme Folgen hätten. 

    Dennoch sind kleinere Provokationen durchaus möglich, ja sogar wahrscheinlich. Diesbezüglich kommen verschiedene Informationen: Vor kurzem erklärten Vertreter der Volksrepublik Donezk beispielsweise, auf der ukrainischen Seite der Trennungslinie im Konfliktraum Menschen in der Uniform der russischen Spezialkräfte gesehen zu haben. Und gerade vor einigen Tagen berichtete man in Donezk, die ukrainischen Geheimdienste würden einen Überfall auf eine ausländische Delegation in der Donbass-Region planen. Allerdings haben die russischen Geheimdienste alle nötigen Ressourcen, um jegliche Versuche Kiews oder seiner aggressiven „Freiwilligenbataillone“, seine Ziele zu erreichen, zu unterbinden.

    * Die Meinung des Autors muss nicht mit der der Redaktion übereinstimmen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    So viele Ukrainer verlassen jede Minute das Land
    Wegen Schulden: Ukrainer müssen Fußball-WM in Russland zuschauen
    Kanzler für Ukraine? Ex-Regierungschefin Timoschenko schlägt neue Regierungsform vor
    Donbass: Ukrainische Kämpfer eröffneten Artilleriefeuer auf Volksrepublik Lugansk
    Tags:
    Kriegsgefahr, Vorbereitung, Angriff, Offensive, Provokation, Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, Fußball-WM 2018, EU, Staatsduma, Ruslan Balbek, Wladimir Putin, Europa, Donbass, Ostukraine, Volksrepublik Donezk, Volksrepublik Lugansk, Russland, Ukraine