09:02 17 Oktober 2018
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    Cristiano Ronaldo während des WM-Spiels gegen Spanien in Sotschi

    Guter Start trotz CR7 oder einfach: Los geht's

    © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
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    Matthias Witte
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    Unser Reporter hat schlecht geschlafen. Das hat zum einen mit der Aufregung vor dem Start seiner Moskau-Reise zu tun. Aber sehr viel mehr mit dem bisher besten Spieler der WM.

    Ich kann ihn nicht leiden. Drei Tore hat er gemacht gegen Spanien, im ersten Spiel. Wieder einmal hat er es allen gezeigt. Und wieder einmal kostet er es mit jeder Pore seines Körpers aus, dass er es allen gezeigt hat. Cristiano Ronaldo: Tormaschine, Kapitän, Gott? Zwei Treffer seines Dreierpacks gegen Spanien hat der Superstar der Portugiesen selbst vorbereitet, weil er vor dem Elfmeter und dem Freistoß zum jeweils 3:3 gefoult wurde. Aber nicht nur das. Er hat sich mit dem Schiedsrichter angelegt, mit den Gegenspielern, gelbe Karten gefordert und sein Team mitgerissen. Respekt. Das war die beste Leistung eines Spielers bei dieser WM.

    Ich könnte es gut sein lassen damit, aber ich kann nicht. Der Schwede Zlatan Ibrahimovic hat bestimmt genauso ein großes Ego. Warum kann ich ihn tausendmal besser leiden als Cristiano Ronaldo? Wahrscheinlich kann ich es einfach nicht leiden, wie er seine Tore und vor allem sich selbst feiert. Ändern kann ich es nicht, akzeptieren auch nicht. Wahrscheinlich platze ich irgendwann.

    Vorher fliege ich aber noch nach Moskau. Schlecht geschlafen wegen Ronaldo, aber sonst? Check-in hat geklappt, Gepäckkontrolle, Passkontrolle – alles Paletti. Jetzt sitze ich im Wartebereich an Gate 7 in Berlin-Schönefeld und warte auf's Boarding. Ich schaue mir die anderen Passagiere an. Ein kunterbunter Haufen. Es gibt jede Menge Deutschland-Fans. Zu erkennen sind sie an der mehr oder weniger originell gestalteten Oberbekleidung. Zwei große junge Burschen tragen weiße T-Shirts mit fünf schwarz-rot-goldenen Sternen. Keine Frage für die Zwei, wer in Russland Weltmeister wird. Sie trinken Dosenbier. Auch ein paar Engländer sind da. Sie trinken nichts. Die Männer unterhalten sich leise. Sie tragen schlichte Shirts – ohne die berühmten Löwen. Inkognito in Germany unterwegs nach Russland.

    Der große Fantross der Mexikaner ist dagegen sehr gut an den Trikots und an den grün-weiß-roten Fähnchen an Jacken und Mützen zu erkennen. Einer von ihnen trägt ein Fußballshirt, auf dem „Rahul“ steht. Ich frage mich, ob das ein Spielername ist oder ob der Träger des Shirts so heißt. Diese Frage stellt sich bei dem Deutschlandfan im 2014er Trikot nicht. Ein „Uwe“ war in Brasilien nicht dabei.

    Links neben mir sitzt ein Typ mit Strohhut mit Deutschland-Banderole. Der sieht so aus, als wäre es auf keinen Fall seine erste, auf jeden Fall aber seine letzte Weltmeisterschaft. Der Hut, nicht der Typ.

    Boarding Time. Es geht los. Moskau, wir kommen! Vor mir in der Schlange unterhält sich ein junges Mädchen mit ihrem Vater: „… Du hast mich in unserer Tipprunde überholt. Nur, weil der blöde Ronaldo diesen blöden Freistoß reingemacht hat!“ Ach, die Gute …

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    Tags:
    Reise, Reportage, Flug, Fußball, Fußball-WM, Cristiano Ronaldo, Portugal, Sotschi, Spanien, Deutschland, Russland