16:03 15 November 2018
SNA Radio
    Die Moderatoren des TV-Senders VIVA Deutschland (Archivbild)

    VIVA: Rest in Peace!

    © AP Photo / Roland Weihrauch
    Kommentare
    Zum Kurzlink
    Ilona Pfeffer
    5486

    VIVA, der Musik-Kultsender der 1990er Jahre, war für Viele ein wichtiger Bestandteil ihrer Jugend, für die damals noch jungen und unerfahrenen Moderatoren oft auch Karrieresprungbrett. Nach 25 Jahren stellt VIVA nun den Betrieb ein. Ein Abschiedswort.

    Love Parade, Guidomobil, Spice Girls und Tamagochis – in seinem Kultlied „Die 90er“ erinnert der Kabarettist Rainald Grebe mit ein bisschen Wehmut an das bunte, bauchfreie, sorglose Lebensgefühl des ausgehenden Jahrtausends. Klar, aus heutiger Sicht betrachtet waren die 90er in vielen Aspekten mindestens fragwürdig, ob modisch oder musikalisch. Aber trotzdem waren sie doch irgendwie auch toll, oder?

    Mit der Einstellung des kultigen Musiksenders VIVA, die vom Mutterkonzern Viacom am vergangenen Mittwoch angekündigt wurde, stirbt für viele ein prägender Teil ihrer Jugend. Mit beinahe religiöser Inbrunst wird in den sozialen Netzwerken des Senders gedacht.

     

    Auch Moderatorin und Buchautorin Sarah Kuttner findet ein paar Abschiedsworte für den Musiksender, bei dem ihre Karriere begann.

    Für viele „Rohdiamanten“ bei VIVA, die uns mit unerschütterlicher Fröhlichkeit und, gerade in den Anfangstagen des Senders, ohne erkennbares Konzept täglich mit dem Neusten und Tollsten aus der Welt des Pop versorgten, wurde VIVA zum Karrieresprungbrett. Man denke da nur an Namen wie Stefan Raab, Matthias Opdenhoevel, Heike Makatsch, Markus Kafka oder Jessica Schwarz. Andere sind in der Versenkung verschwunden – oder hat jemand in letzter Zeit etwas von Aleksandra Bechtel gehört?

    MTV Europe Music Awards
    © AP Photo / Invision/Vianney Le Caer
    Dass dem Sender mit Anbruch des neuen Jahrtausends immer mehr Zuschauer den Rücken kehrten, lag vermutlich daran, dass die Musikvideos zunehmend von Werbung und dümmlichen Shows verdrängt wurden. Zugleich fanden die ehemaligen VIVA-Jünger mit YouTube eine neue Quelle der Inspiration. Die trendigen jungen Selfmade-Blogger, die Helden der heutigen Jugend, erinnern manchmal aber doch ein wenig an die erste Generation der VIVA-Moderatoren.

    Während die meisten User den Sender mit einem solidarischen #RIPVIVA verabschieden, gehen den ganz hartgesottenen VIVA-Fans die Requiem-Gesänge nicht weit genug. Statt sich verstohlen die Tränen aus den Augenwinkeln zu wischen und auf Videokassette noch einmal die besten Momente von Sendungen wie Interaktiv und Vivasion anzusehen, wollen sie etwas tun. Auf change.org haben sie eine Petition ins Leben gerufen: „Stellt unser VIVA nicht ein!“ appellieren die Verfasser an das Gewissen von Viacom. Der Sender habe eine ganze Generation geprägt, ja er sei ein Stück deutscher Geschichte. VIVA sei Glück, Liebe, Freude und Geborgenheit gleichzeitig.

    Stellt unser VIVA nicht ein!

    Die große Rettungsbewegung konnten sie damit bisher noch nicht lostreten. Und es ist wohl wenig wahrscheinlich, dass sich das Herz von Viacom noch erweichen lässt, bevor es Ende des Jahres für VIVA endgültig vorbei sein wird. Um es mit Rainald Grebe zu sagen und der 90er Jahre und der Generation VIVA zu gedenken:

    „Für mich und meinen Waschbrettbauch und für Lady Di

    Bye bye…“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    TV-Sender, Einstellung, Fernsehen, Musik, TV, Viacom, Viva, Matthias Opdenhoevel, Christian Ulmen, Heike Makatsch, Markus Kafka, Jessica Schwarz, Rainald Grebe, Stefan Raab, Sarah Kuttner