20:57 21 Oktober 2018
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    Russland hat Integrationspläne für weitere Halbinsel

    Russland hat Integrationspläne für weitere Halbinsel

    © Sputnik / Grigorik Syssoew
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    Dmitri Lekuch
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    Bei der wohl interessantesten Entwicklung in der transkontinentalen Wirtschaft geht es nicht um die Ukraine beziehungsweise um die russischen „Gasströme“ nach Europa – und auch nicht um OPEC+.

    Bei diesen Themen ist alles schon klar.

    Die Ukraine befindet sich dort, wo sie sich befindet und wird noch lange da bleiben. Zudem gehört das Land nicht mehr zur globalen Tagesordnung, sodass die Ukrainer zumindest noch einen Umsturz brauchen, um das Interesse der Welt an ihnen wiederzubeleben.

    Das Land, das wegen einer Tranche in Höhe von einer Milliarde (wird sie bewilligt werden oder nicht?) im Alarmzustand ist, kann wohl nur humanitäre Missionen interessieren.

    Das Schicksal von Nord Stream 2 ist auch klar – für alle, die nicht an die Durchsetzungskraft der Koalition aus Polen, der baltischen Tiger und der Ukraine glauben.

    Zudem wird sich ein Deal zwischen Moskau und Riad zu OPEC+ entwickeln – denn dies ist nicht nur eine Plattform für das Zusammenwirken zwischen russischen wirtschaftlichen und politischen Strukturen mit dem saudischen Gefüge, sondern auch eine globale Operationsbasis für den wichtigsten Energieressourcenmarkt für die moderne Wirtschaft.

    Doch es gibt noch einen Ort auf dem eurasischen Kontinent, wo ein ganz neuer strategischer Durchbruch heranreift, der einen bedeutenden Einfluss auf die globalen Prozesse in Eurasien ausüben kann.

    Nämlich die koreanische Halbinsel. Unser Land ist daran interessiert, dass wenn nicht eine Integration, dann zumindest gute Nachbarschaftsbeziehungen zwischen Nord und Süd in maximal kurzer Frist erreicht werden.

    Vergangenen Freitag unterzeichneten die Eisenbahnen Russlands und Südkoreas ein Memorandum, laut dem die Beförderungsbedingungen nach Europa analysiert werden sollen. Darunter ist auch ein Projekt zur Verbindung der Transkoreanischen und Transsibirischen Eisenbahnen unter der Teilnahme Nordkoreas.

    Die Vorteile sowohl für Südkorea, als auch für Nordkorea sind klar – diese Länder bekommen damit einen unabhängigen (außer dem verhandlungsfähigen Russland) Landkorridor für Container-Transporte nach und aus Europa sowie die Beförderung von Flüssiggütern (zum Beispiel Öl und Ölprodukte) aus Russland. Des Weiteren steht auch der Transport von Holzverarbeitungsprodukten, Getreide, anderen Landwirtschaftserzeugnisse, Metallen und Kokskohle im Raum. Die Koreaner interessieren sich für vieles bei uns, wie auch die eurasischen Märkte mit ihren eigenen Waren sympathisieren. Nicht zufällig trat Südkorea im Juni beim Treffen in Bischkek der internationalen Organisation für die Kooperation der Eisenbahnen bei. Damit wird das Land in das normale Rechtsfeld versetzt, um die eigene Eisenbahn mit der Transsibirischen Eisenbahn via Nordkorea zu verbinden.

    Für und geht es auch um eine Internationalisierung des „eurasischen Verkehrskorridors“. Denn China ist zwar natürlich unser großer östlicher strategischer Partner, jedoch sollte es auch noch eine Alternative innerhalb dieses „Verkehrskorridors“ geben – unter anderem für die Verbesserung der Verhandlungspositionen.

    Wenn wir es dazu noch schaffen, den Traum Gazproms zu verwirklichen und über Nordkorea eine Gaspipeline nach Südkorea verlegen können, wird die Halbinsel dann zusammen mit uns in die einheitliche Energieplattform einsteigen. Da werden uns auch die chinesischen Kameraden applaudieren.

    Denn danach wird die südkoreanische Wirtschaft im Energie- (und damit weitgehend makroökonomischen) Bereich gegenüber dem chinesisch-russischen Regionalentwicklungsprojekt zumindest neutral sein.

    Bekannt ist bereits, dass die russische Seite den koreanischen Partnern ein dreiseitiges Treffen vorgeschlagen hat. Der Preis der Frage sind drei beziehungsweise vier Milliarden Dollar. Sowohl die Russen, als auch die Südkoreaner verfügen über dieses Geld.

    Dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass wir zwar in schwierigen, jedoch sehr interessanten Zeiten leben.

    * Die Meinung des Autors muss nicht mit der der Redaktion übereinstimmen.

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    Tags:
    Zusammenarbeit, Waren, Seehandel, Schiffe, Handel, Ölförderung, Gasförderung, Gaslieferungen, Gaspipeline, Nord Stream 2, Gazprom, OPEC, Wladimir Putin, Europa, Russland, Koreanische Halbinsel, Südkorea, Nordkorea