18:21 19 September 2018
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    Fußballfans beim Spiel zwischen Deutschland und Mexiko

    Bierhoff lässt Özil fallen – und das Netz explodiert

    © REUTERS / Carl Recine
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    Matthias Witte
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    DFB-Manager Oliver Bierhoff tritt in einem Interview gegen Nationalspieler Mesut Özil nach. Der deutsche Spielmacher war in der Erdogan-Affäre öffentlich kritisiert und rassistisch angefeindet worden. Jetzt, nach dem WM-Aus, geht Bierhoff auf Distanz zu Özil.

    „Wir haben Spieler bei der deutschen Nationalmannschaft bislang noch nie zu etwas gezwungen, sondern immer versucht, sie für eine Sache zu überzeugen. Das ist uns bei Mesut nicht gelungen. Und insofern hätte man überlegen müssen, ob man sportlich auf ihn verzichtet“, sagte Bierhoff.

    >>Andere Artikel von Matthias Witte: „In der Elf herrschte Angst“: Kicker-Chefredakteur rechnet nach WM-Aus ab – EXKLUSIV

    Um es deutlich zu sagen: Die Foto-Aktion der deutschen Nationalspieler Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Erdogan war naiv und wurde zu recht kritisiert. Es gab Pfiffe im Stadion gegen die beiden türkischstämmigen Nationalspieler.

    Rassismus gegen Spieler blieb unkommentiert

    Es gab aber auch rassistische Töne, Özil und Gündogan seien „keine echten Deutschen“. Diese Töne verstummten nie, auch weil die sportliche Führung keine klare Kante zeigte. Allen voran Bierhoff, der Manager der Nationalmannschaft, der nichts unternahm, um die Sache vor der Weltmeisterschaft in Russland aus der Welt zu schaffen. Özil spielte bei seinen WM-Einsätzen unglücklich (wie allerdings die meisten seiner Mitspieler), Gündogan sogar ängstlich.

    Ob es richtig gewesen wäre, bei der WM auf die zwei sportlich über jeden Zweifel erhabenen Spieler zu verzichten? Es wäre zumindest konsequent gewesen.

    Sich nach dem ebenso blamablen wie historischen WM-Aus hinzustellen und zu sagen: „Man hätte überlegen müssen, sportlich auf Özil zu verzichten“, ist dagegen rückgratlos und feige. Hinter diesem schwammigen „man“ steht die sportliche Leitung, sprich der Bundestrainer und der DFB-Manager. Dieses Duo steht in den Überlegungen, was sich nach der deutschen Blamage in Russland ändern muss, nicht zur Debatte. Vor allem scheinen Löw und Bierhoff sich selbst nicht anzuzweifeln. Möglicherweise, weil der eine den Vertrag des anderen kurz vor dem Turnier ohne jede Not um vier Jahre verlängert hat.

    „Rote Karte für Bierhoff“

    Beide wollen tiefgreifende Änderungen vornehmen. Warum also nicht den Spieler rausmobben, der aufgrund seiner Körperhaltung oft lustlos wirkt und die Nationalhymne nicht mitsingt? Dass es sich um den Spielmacher der letzten acht Jahre handelt, ist den beiden dabei offenbar egal.

    Den deutschen Fans aber nicht. Damit hat Bierhoff nicht gerechnet. Der Manager hatte der Nationalmannschaft dank einer aalglatten Marketing-Strategie jede Kante und jeden Charakter wegpoliert. Jetzt steht der stets lächelnde und über allen Dingen zu schweben scheinende Businessmann im Sturm, den er selbst gesät hat.

    >>Andere Artikel von Matthias Witte: Deutsche Fans urteilen: „Zu viele satte Spieler auf dem Platz“

    Hier fordert ein Twitter-User Rückhalt für Özil:

    Hier wird Bierhoffs Stil kritisiert:

    Dieser User findet die Aussagen des DFB-Managers einfach nur …

    Der Fisch stinkt vom Kopf, findet dieser User:

    In anderen Ländern geht der Fußballverband anders mit Rassismus um:

    Recherche ist alles:

    Sehr hypothetisch: Die Was-wäre-wenn-Frage:

    Rumms!

    Auch Schiedsrichter sind unterwegs und fordern rot!

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    Tags:
    soziale Netze, Rassismus, Deutscher Fußball-Bund (DFB), Oliver Bierhoff, Mesut Özil, Joachim Löw, Recep Tayyip Erdogan, Deutschland