10:49 25 September 2018
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    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko vor dem AKW in Riwne (Archivbild)

    AKW-Pfusch: Ukraine hat tickende Zeitbomben, um Russland und Europa zu erpressen

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    Irina Alksnis
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    Die Nachricht, dass der ukrainische Sicherheitsdienst (SBU) eine mögliche Umweltkatastrophe am AKW „Juschnoukrainskaja“ verhindert hätte, ist im Grunde die Quintessenz der Prozesse im südwestlichen Grenzraum Russlands.

    Besonders pikant ist die Situation angesichts der Frage: Wer hat eigentlich einen schlechteren Ruf – der SBU oder die ukrainische Atomenergie?

    Einerseits hat der SBU in den vergangenen Jahren in der Welt das Image einer Bestrafungsorganisation und einer „Fake-News-Fabrik“. Und man muss feststellen, dass diese Kombination tatsächlich ukrainisches „Know-how“ mit einem Alleinstellungsmerkmal ist.

    In der Geschichte jedes Geheimdienstes der Welt gibt es Kapitel, auf die er alles andere als stolz sein kann. Aber „Übertreibungen“ (wie „Hexenjagd“, Repressalien usw.) werden normalerweise dadurch ausgeglichen, dass die Sicherheitskräfte im Allgemeinen für die nationalen Interessen des Landes stehen und dass ihre Mitarbeiter eine sehr wichtige und nötige Sache tun – und dabei oft ihr Leben riskieren.

    Doch der SBU wurde in den vergangenen Jahren schon so häufig verschiedener Lügen überführt (Höhepunkt war die „Fake-Nachricht“ über den Mord am russischen Reporter Arkadi Babtschenko in Kiew), dass selbst solche Nachrichten über den ukrainischen Geheimdienst, die relativ frei vom politischen Aspekt sind (der „Fall Babtschenko“ passt gut als Beispiel), vor allem Misstrauen hervorrufen.

    Andererseits muss man feststellen, dass die jüngsten Informationen, die der SBU mitteilte, dem total negativen Image der ukrainischen Atomenergie voll und ganz entsprechen. Denn die ukrainischen Kernkraftwerke verkörpern im Grunde eine große Gefahr (sowohl für die Ukraine selbst als auch für ihre Nachbarländer).

    Der Zerfall der ukrainischen Atomenergiewirtschaft ist dermaßen tiefgreifend, dass er selbst für einfache Menschen offensichtlich ist. Permanente Ausfälle von Energieblöcken, die als planmäßige Abschaltungen dargestellt werden, gefährliche Experimente mit US-amerikanischen Brennelementen, der immense Personalverlust – das sind die Top-Themen in Bezug auf die ukrainische Atomenergiewirtschaft.

    Wenn man zudem die „Besonderheiten“ bei der Korruption in der Ukraine bedenkt, dann stellen sich zahlreiche weitere Fragen: Wurde das AKW tatsächlich mit gefälschten Anlagen illegal versorgt? Oder hat vielleicht der SBU wieder Fakten gefälscht, indem er eigene Ziele verfolgte? Oder war das nur ein Konflikt zwischen verschiedenen „Wirtschaftssubjekten“, die das AKW beanspruchen, wobei die Geheimdienstler eine der Konfliktseiten unterstützen?

    Man kann nur vermuten, was in Wirklichkeit passiert ist – und nur die Hoffnung auf die weitere Entwicklung der Situation gibt die Chance, dass die Öffentlichkeit die Wahrheit über diesen Zwischenfall erfährt.

    Aber das ist im Grunde nicht besonders wichtig – diese Geschichte erweckte eigentlich nur dadurch Aufsehen, weil es darin um ein Kernkraftwerk geht.

    Das ist wohl der wichtigste Grund, warum der aktuelle zivilisatorische Verfall der Ukraine ohnehin von der Weltgemeinschaft genau verfolgt wird. Dass die Ukraine, die einst ein entwickeltes Industrieland war, jetzt ihre Kompetenzen auf High-Tech-Gebieten verliert, kann große Gefahren zur Folge haben – und die Atomenergie ist sicherlich eines dieser Gebiete.

    Dass die Ukraine sich aus solchen Bereichen wie Flugzeug-, Automobil- oder Schiffbau usw. verabschiedet, ist für ihre Konkurrenz von Vorteil. Aber die „Optimierung“ und „Experimente“, wenn es um Kernkraftwerke und den Weggang von hochqualifizierten Fachkräften aus dieser Branche geht, die die damit verbundenen Risiken verstehen – dann hat man allen Grund, besorgt zu sein.

    In diesem Sinne ist es der Ukraine gelungen, sowohl Europa als auch Russland zu überraschen, die jetzt mit Angst und Bange beobachten müssen, wie ihr Nachbarland rasant verfällt. Da aber niemand solche Prognosen für ein Industrieland mit einer gut ausgebildeten Bevölkerung ernstgenommen hat, ist auch niemand auf die Idee gekommen, den von der ukrainischen „friedlichen Atomenergie“ ausgehenden Gefahren vorzubeugen.

    Am Ende kann man nur noch darauf hoffen, dass die ukrainischen Behörden und Atomenergie-Fachkräfte doch nicht zulassen, dass sich eine neue „Tschernobyl“-Katastrophe ereignet, und auch darauf, dass diese Frage von zuverlässigeren Spezialdiensten als dem SBU kontrolliert wird.

    * Die Meinung des Autors muss nicht der der Redaktion entsprechen.

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    Tags:
    Fake-Berichte, Atomenergie, Naturkatastrophe, Provokation, Sabotage, AKW, Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU), Arkadi Babtschenko, Petro Poroschenko, Tschernobyl, USA, Russland, Europa, Ukraine