02:23 16 August 2018
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    Verkehrszeichen in der Zentralafrikanischen Republik (Archivbild)

    Russlands größtes Verbrechen – es ist zu normal: Gefährliches Spiel mit Fake News

    © AP Photo / Jerome Delay
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    Irina Alksnis
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    Das Deprimierende an der Geschichte um die Entsendung der drei russischen Journalisten durch Michail Chodorkowski in die Zentralafrikanische Republik ist wohl, dass ihr Tod nun in einer Reihe mit dem Skripal-Fall und dem „Mord“ an Arkadi Babtschenko stehen wird, bei denen sich die britischen und ukrainischen Behörden kaum mit Ruhm bekleckert haben.

    Drei verlorene Menschenleben gehen nun auf das Konto jener, die mit Fake-Nachrichten über Russland herziehen wollen.

    Denn niemand verheimlicht, dass das Ziel dieser Recherchereise nach Afrika die Suche nach Material war, um wieder einmal Russland diskreditieren zu können. Der entsprechend geplante Dokumentarfilm sollte nur dazu dienen, Moskau an den Pranger stellen zu können. Angesichts der inneren Situation in Zentralafrika waren die Chancen auf solch einen tragischen Ausgang von Anfang an sehr hoch und vorhersehbar. Orchan Dschemal, einer der getöteten Reporter, soll schon vor der Reise seinen Kollegen gesagt haben, dass er große Bedenken hatte, überhaupt auf dieses Projekt einzugehen.

    Als das Schlimmste geschah, entwickelten sich die Ereignisse nach dem schlimmsten Szenario. Die propagandistische Maschine des Westens wurde prompt gestartet und wies darauf hin, dass Journalisten „wieder einmal Opfer des Kreml“ geworden seien.

    Allerdings sollte man die Reaktion der russischen oppositionellen Öffentlichkeit, darunter auch Medien, in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt lassen. Sie war aufrichtig schockiert und vermied von Anfang an einseitige Spekulationen. Als Details zu diesem tragischen Zwischenfall auftauchten, richtete sich ihre Wut gegen die Organisatoren dieser Reise. Gegen den Kreml keilten fast ausschließlich marginale Vertreter der Opposition.

    Die Gründe dafür sind ziemlich durchsichtig. Diese Geschichte ähnelt wohl zu sehr einer Provokation.

    Aktuell ergibt sich die Frage: Wer wird als nächstes zum Opferaltar des Kampfes gegen das „blutbefleckte Regime“ gebracht?

    Es verwundert kaum, dass der Schuss bei dem Geschehenen nach hinten losging, und nicht das erreicht wurde, was angestrebt wurde. Das müssen sich die Organisatoren dieses Abenteuers nun selbst vorwerfen.

    Es handelt sich um eine weitere Aktion in der langen Reihe der gegen Russland gerichteten Skandale, die die Welt in den vergangenen Jahren erschüttern.

    Darunter gab es wirklich schreckliche Vorfälle wie das abgeschossene Flugzeug über dem Donbass. Es gab auch komische Vorfälle wie die Märchen über schreckliche russische Fußballfans, die sogar ungeschützte europäische Fans töten könnten, wenn sie zur WM nach Russland reisen. Es gab auch absurde Vorfälle wie die ukrainische Inszenierung des „Mordes“ an Babtschenko.

    Doch diese Fälle haben eines gemeinsam — die Wahrheit, die jedes Mal trotz der gegenteiligen Wünsche der Drahtzieher und der totalen Medienkontrolle ans Licht kommt.

    Selbst in den für den Westen kritischsten Fällen und großen Anstrengungen kommen die unerwünschten Fakten ans Licht — beispielsweise im Fall der abgeschossenen Boeing der Malaysian Airlines hat die malaysische Regierung keine Klage gegen Russland erhoben. Das ist nicht verwunderlich, weil die Ermittlungskommission neben den üblichen Vorwürfen – „es konnte niemand außer Russland sein“ —  nichts vorlegen konnte. Dafür tauchten vor einigen Tagen Informationen auf, dass das Portal Bellingcat, das bei der Untersuchung dieser Katastrophe zu harten antirussischen Schlussfolgerungen kam, offensichtlich vom britischen Verteidigungsministerium finanziert wurde.

    Dabei stellt sich die Frage, warum diese ganzen Anstrengungen scheitern? Warum beginnt selbst im Westen, wo das Informationsmonopol als unerschütterlich galt, der antirussische Mainstream ins Wanken zu geraten?

    Über Russland sollte man überhaupt nicht sprechen. In der letzten Zeit wird jede antirussische „Informationsbombe“ in Russland von Anfang an mit Misstrauen wahrgenommen. Die anschließend auftauchenden Fakten bekräftigen das nur.

    Ist die Professionalität der politischen Technologen und Sicherheitsdienste so stark gesunken, dass sie selbst eine Provokation nicht zusammenbasteln können, damit sie sich nicht in eine Art Skripal-Fall verwandelt? Oder geht es um moderne Informationstechnologien, die die Welt transparenter machten als je zuvor, sodass jedes Geheimnis sehr bald ans Licht kommen wird?

    Der Hauptgrund besteht wohl in der kardinalen Nichtübereinstimmung zwischen der Realität und dem erwünschten Niveau der Dämonisierung Russlands.

    Russland ist überhaupt nicht perfekt. In Russland gibt es wohl viele negative Erscheinungen und schwierige Probleme, die Behörden treffen manchmal umstrittene und unpopuläre Entscheidungen. Doch im Ganzen gibt es im Lande nichts, was es aus der Reihe normaler Länder herausfallen lassen würde. Einige würden sogar sagen, dass Russland normaler als viele andere sei.

    Gerade deswegen sind zur Lösung der Aufgabe zur Verwandlung Russlands in eine „Filiale der Hölle“ auf Erden und in den größten Bösewicht zusätzliche Anstrengungen nötig. Das Problem besteht darin, dass jede Legende in die Realität eingebettet sein und aus ihr hervorgehen muss. Aber gerade damit gibt es anscheinend Probleme.

    Russland ist so normal, dass propagandistische Fakes und Aktionen der Geheimdienste in einem solchen Ausmaß entfacht werden müssen, wo sie jede Verbindung mit der Realität verlieren.

    Beim Streben, das böswillige Wesen Russlands darzustellen, müssen diese Menschen so weit in ihrer Lüge, Prinzipienlosigkeit und Grausamkeit gehen, dass sich zum Zeitpunkt der Offenbarung zunehmend die Frage stellt: Wer ist wirklich der Böswillige?

    * Die Meinung des Autors muss nicht mit der der Redaktion übereinstimmen.

    Tags:
    Fake-Berichte, Medienattacke, Mord, Journalisten, Fußball-WM, Wladimir Putin, Westen, Russland, Zentralafrikanische Republik
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