01:52 16 Dezember 2018
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    Die TV-Übertragung der Rede von Theresa May im britischen Parlament (Archivbild)

    Enthüllt: Britische Spezialeinheit führt Informationskrieg gegen Russen – Medien

    © AFP 2018 / Andy Buchanan
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    Iwan Danilow
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    Manchmal greift das Militär der westlichen Länder zu einer weiteren PR-Kampagne, um den Steuerzahlern zu zeigen, wie effektiv ihre Gelder verwendet werden. Oftmals werden für diese PR-Aktionen zivile Journalisten herangezogen, die öffentlich erklären, für was Hunderte Milliarden Dollar bzw. Pfund ausgegeben werden.

    Für Moskau, das im Visier der westlichen Armeen steht, wäre es nützlich, sich die Rüstungsarsenale und Diversionsmethoden anzusehen, die im Kampf gegen Russland eingesetzt werden.

    Leider kennen Moskaus Opponenten sehr gut die Erfahrungen des Kalten Krieges und arbeiten sehr effektiv daran, dass Russland das Schicksal der Sowjetunion ereilt. Das wird sehr offensichtlich nach der skandalösen Reportage des Technik-Magazins „Wired“, die Einblicke in das Innere einer britischen Einheit, die auf Informationskriege spezialisiert ist, verschafft. Die Waffe der 77. Britischen Brigade sind Memes, virale Videos und Millionen Fake-Accounts in sozialen Netzwerken, mit denen sie die Ideen der britischen Regierung befördern.

    Der „Wired”-Journalist, der in der Tat Mitarbeiter einer gemeinnützigen Organisation ist, nennt die Regionen und Länder, in denen die britischen Spezialisten tätig sind – Russland, China, Großbritannien, Argentinien, Iran, Naher Osten, Nordkorea. Natürlich wird behauptet, dass die Tätigkeit der britischen Militärs auf den Schutz vor gegnerischen Informationsangriffen (vor allem Russland) konzentriert wird. Doch zugleich wird berichtet, dass die britischen Informations-Einheiten gewisse Bevölkerungsgruppen in Russland (sowie China, Iran u.a.) im Visier haben. Es ist klar, dass das britische Militär auf dem Informationsfeld und in den sozialen Netzwerken nicht mit dem Ziel arbeitet, dort gute Werte zu verbreiten.

    Man sagt, dass der Krieg die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln ist, doch der moderne Krieg ist vor allem eine großangelegte Marketing-Operation. Den Russen wird Hass und Verachtung gegenüber dem eigenen Staat, der Geschichte, den Landsleuten, Behörden und der Armee aufgedrängt. Es wird zu Methoden gegriffen, mit denen internationale Konzerne Getränke und Autos anpreisen. Es wird hervorgehoben, dass mehr als die Hälfte der Militärs der 77. Brigade früher im Marketing bzw. der Konsumanalyse arbeiteten.

    So wird die innere Küche beschrieben: „Einer der Räume ist ein Raum für die Erforschung des Publikums – ihre Zusammensetzung, die demografischen Eigenschaften und Gewohnheiten der Menschen, die sie erreichen wollen. Ein anderer Raum ist ein Raum für die analytische Arbeit, die auf die Analyse der Beziehungen und Stimmungen fokussiert ist, die man aus der großen Datenbank der sozialen Netzwerke erhalten kann. In einem anderen Zimmer gibt es viele Offiziere, die sich mit der Produktion von Video- und Audio-Content befassen. An einem anderen Ort analysieren Aufklärungsspezialisten, wie Messages vom Publikum aufgefasst werden, und besprechen, wie sie noch aufsehenerregender gemacht werden können.“

    Sehr wahrscheinlich ist, dass, wenn die User russischer sozialer Netzwerke auf ein virales Video darüber stoßen, in welch verlorenem Land sie leben, sich dessen Autoren nicht in Russland, sondern in London befinden.

    Das bedeutet nicht, dass es im Land keine Probleme gibt und sie nicht diskutiert werden sollen. Doch das heißt, dass es zumindest unvernünftig ist, zu den realen Problemen noch Fake-Probleme hinzuzufügen, die von den geopolitischen Opponenten entfacht werden. Das ist eine bewusste destruktive Arbeit. Man kann sich daran erinnern, wie leicht die Vorgänger der 77. Britischen Brigade während des Kalten Krieges die Sowjetunion zerstörten, als die belesenste Nation weltweit wie unter Hypnose beschloss, den Status der Großmacht gegen die Hoffnung auf ein Hollywood-Leben einzutauschen. Das heißt nicht, dass es in der Sowjetunion keine Probleme gab und man sie nicht diskutieren sollte. Doch das heißt, dass der Zugang zu 300 Wurstsorten auch ohne die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts hätte erreicht werden können.

    Wie die britischen Militärs selbst zugeben, gibt es in ihrem Tun „weiße“, „graue“ und „schwarze“ Operationen. Also Operationen, wo man nur die Wahrheit sagt, wo man die Wahrheit mit Lügen vermischt und wo man nur Lügen in Umlauf bringt. Allerdings wird in dem „Wired”-Artikel behauptet, dass reine Lügen nur in Fällen genutzt werden, wenn es um den Kampf gegen „Aufständische, Terroristen und Piraten“ geht. Dennoch kann man das kaum glauben. Zudem sollte man sich daran erinnern, dass Großbritannien beispielsweise die Anhänger der Donbass-Republiken als „Aufständische” bezeichnet. Unter US-Politikern ist die Idee sehr verbreitet, dass Russland „ein Sponsor des Terrorismus“ sei. Gegen Moskau ist absolut alles erlaubt. China und Russland seien existenzielle Bedrohungen, gegen die die USA und ihre Nato-Verbündeten (also auch Großbritannien) aktiv kämpfen werden, wie aus den Dokumenten der Militärbehörden dieser Länder folgt.

    Britische Medien versuchen de facto das eigene Publikum davon zu überzeugen, dass die Informationsoperationen im Ganzen (und auch die 77. Brigade) für den Kampf gegen Russland und die Terroristen notwendig sind. Das heißt, dass den gesamten westlichen „Informationsoperationen“ ihre Verbrechen gegen die Privatsphäre der Briten verziehen werden sollen, über die einst Edward Snowden und Glenn Greenwald berichteten.

    Damals erfuhren die Briten, dass die britischen Spione eine Palette von illegalen Methoden nutzen, um die innenpolitischen Feinde kleinzuhalten – es werden oppositionelle Politiker und Organisationen diskreditiert, E-Mails und private Mitteilungen von „unsicheren Nutzern“ gehackt; eine ganze Bot-Armee schafft den öffentlichen Druck, der zur Förderung bestimmter politischer Beschlüsse erforderlich ist. Jetzt wird dem westlichen Publikum erklärt, dass jene, die sich damit befassen, in Wahrheit einen erbitterten Kampf gegen die russische Informationsaggression führen. Das heißt, dass man ihnen verzeihen und sie verstehen und ihre Seiten in den sozialen Netzwerken „liken“ soll.

    * Die Meinung des Autors muss nicht der der Redaktion entsprechen.

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    Tags:
    Hackerangriffe, soziale Netze, Militärs, Informationskrieg, Armee, Facebook, Britischer Militärgeheimdienst GCHQ, Theresa May, Glenn Greenwald, Edward Snowden, Nahost, Iran, Großbritannien, Nordkorea, Russland