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09:56 16 Juli 2019
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    Sonderermittler Robert Mueller vor dem Weißen Haus

    Robert Mueller: Ein Superheld wird zum Superschurken

    © AP Photo / Cliff Owen
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    Wladimir Kornilow
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    Es kommt der Entthronung eines Superhelden gleich, wie die Mainstreammedien in den USA auf den Bericht des Sonderermittlers Robert Mueller reagieren. Wer für die US-Demokraten vor Kurzem noch ein Magier war, der den verhassten Präsidenten mit einem Wink des Zauberstabs aus dem Amt hätte fegen sollen, hat sich als Normalsterblicher erwiesen.

    675 Ermittlungstage lang haben nahezu alle Leitmedien in den USA ihrem Publikum eingehämmert, wie wichtig doch Muellers Ermittlungen seien. „Hände weg von der Justiz!“ schrien Zeitungsredakteure und Fernsehmoderatoren jedes Mal, wenn Trump etwas von einer „Hexenjagd“ twitterte. Unablässig hielten die Medienschaffenden ihre Leser, Zuhörer und Zuschauer bei der Stange: Bald komme es, das Wunder – der Supersonderermittler werde alles aufklären und alle zur Rechenschaft ziehen.

    Doch je näher das Ende der Ermittlungen rückte, desto schwächer wirkte der Zauber. Noch wusste niemand so recht, wie die Ergebnisse der kostspieligen Ermittlung sein werden (über 40 Millionen Dollar haben Muellers Bemühungen den US-Steuerzahler nach Angaben des Präsidenten gekostet), aber die Demokraten und die ihnen wohlgesinnten Medien sind schon dazu übergegangen, ihrem Publikum zu vermitteln, dass der Ermittlungsausgang ohnehin belanglos sei.

    Was auch immer Mueller verkünden werde, er werde die Meinung vieler nicht ändern können, dass „Präsident Trump der beste Buddy des russischen Präsidenten Wladimir Putin“ sei, schrieb die Publizistin Sharyl Attkisson im einflussreichen Blatt „The Hill“

    Je näher das Ermittlungsende, desto häufiger kamen Äußerungen dieser Art: Es sei ohnehin alles klar, der Russiagate-Bericht könne nur noch Detailfragen abhandeln. Bill Maher, der berühmte Komiker, traf den Nagel auf den Punkt: „Um zu wissen, dass Donald Trump ein Verräter ist, brauche ich keinen Mueller-Bericht. Ich habe einen Fernseher“. So beschreibt der Comedian den Umgang der US-Demokraten mit der Arbeit des Sonderermittlers.

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    Andere Medienhäuser haben die Ermittlungen schlicht satt: Es reicht, man könne doch nicht ewig über den Mueller-Bericht reden, meckern dieselben Redaktionen, die das Publikum in unzähligen Beiträgen über die Tragweite der Ermittlungen belehrten. Manch ein Blatt wird gar zum Ratgeber: Das werte Publikum möge zum Yoga gehen, um den Stress nach der Veröffentlichung des Berichts zu bewältigen.

    Kein Wunder also, dass die Zustimmung der US-Bürger zur Arbeit von Robert Mueller gesunken ist. Vor eineinhalb Jahren haben noch 30 Prozent der Befragten die Bemühungen des Sonderermittlers unterstützt, im Februar dieses Jahres waren es nur noch 17 Prozent.

    Nachdem aus dem Bericht klar geworden ist, dass die Ermittler keine Verschwörung von Trump mit der russischen Führung festgestellt haben, wird dieser Wert ins Negative stürzen – davon kann man ausgehen: Die US-Demokraten und ihre Anhänger vertragen einfach keine Wirklichkeit, die ihren Vorstellungen nicht entspricht.

    Plötzlich will die Zeitung, die mit der stärkste Treiber und das lauteste Sprachroh des „Russiagate“ gewesen ist, von der Bedeutung der Ermittlungen nichts mehr wissen: Für die Wähler der Demokratischen Partei sei das Ganze überhaupt nicht von Interesse, schreibt die „New York Times“. Wichtiger als das antirussische Getöse seien den US-Bürgern die kleinen Probleme vor Ort – was so manchen Präsidentschaftskandidaten ziemlich überrascht habe.

    Indes glimmt bei Trumps Gegnern die Hoffnung, doch noch etwas Brauchbares im Mueller-Bericht finden zu können. Deshalb fordern sie die Freigabe des Berichts in ungekürzter Fassung. Keine Frage: Finden sie darin nichts für sich Verwertbares, werden sie den Superhelden Mueller als einen Superschurken jagen, der den großen demokratischen Traum von Trumps Impeachment zerstört habe.

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    Eine öffentliche Befragung des Sonderermittlers fordern die Demokraten ja schon. Würde es jemanden wundern, wenn sie eine Ermittlung gegen den Ermittler initiieren?  Paul Manafort dürfte sich totlachen.

    Eines zeigt die Reaktion der US-Medien jedenfalls ganz deutlich: Die Wahrheit zu ermitteln, war von Anfang an nicht das Ziel von „Russiagate“. Nun sitzen Trumps Gegner in einer Falle, in die sie sich selbst hineingetrieben haben. Verzweifelt versuchen sie sich herauszureden, indem sie nach windigen Erklärungen für die Haltlosigkeit aller ihrer Anschuldigungen greifen. Aber die Rettungsbemühungen laufen irgendwie ins Leere.

    * Die Meinung des Autors muss nicht der der Redaktion entsprechen.

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    Tags:
    Sonderermittler, Ergebnisse, Wahleinmischung, Ermittler, US-Präsidentschaftswahl 2016, US-Staatsanwaltschaft, US-Kongress, Robert Mueller, Donald Trump, Wladimir Putin, USA, Russland