Widgets Magazine
06:49 13 November 2019
SNA Radio
    Ein Goldbarren (Archivbild)

    Sowjeterbe verballert: Dieses EU-Land verfügt über nur noch einen Goldbarren

    © Sputnik / Pawel Lissizin
    Kommentare
    Zum Kurzlink
    Von
    18772
    Abonnieren

    Die Zentralbank des „Ostsee-Tigers“, nämlich Estlands, verfügt über nur noch einen Goldbarren, der elf Kilogramm schwer und eine halbe Million Euro wert ist.

    Aber auch dieser Goldbarren wäre schon längst verkauft worden, doch seine Konditionen sind zu schlecht für den internationalen Finanzmarkt. Insgesamt besitzt das kleine, aber stolze Estland ganze 256 Kilogramm Gold, die allerdings in verschiedenen Geschäftsbanken in den USA aufbewahrt werden, was jedoch daran zweifeln lässt, dass das Edelmetall überhaupt vorhanden ist.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Ob gegen Krisen oder Druckausübung: Warum kauften Notenbanken zuletzt so viel Gold?<<<

    Dabei hat Estlands Nachbar Russland allein im ersten Vierteljahr 2019 nach Angaben des Weltrats für Gold 55,3 Tonnen Gold gekauft. Und Kasachstan hat in dieser Zeit 14,4 Tonnen Gold angeschafft. 

    Aber das ist noch nicht alles: Nicht nur die ehemaligen Sowjetrepubliken, sondern auch das durchaus demokratische Polen bemüht sich um das Edelmetall und hat zwischen Januar und März 13,7 Tonnen Gold gekauft. Und während sich die Ereignisse im „totalitären“ Russland (und in Kasachstan) wenigstens teilweise darauf zurückführen lassen, dass Moskau und Nur-Sultan (neuer Name der kasachischen Hauptstadt Astana) sich für den Fall der weiteren Verschärfung der US-Sanktionen absichern wollen, stellt sich die Frage, warum Polen, das in jeder Hinsicht den USA gehorcht, binnen nur eines Vierteljahres mehr Gold gekauft hat, als alle drei Baltikum-Länder (Estland, Lettland, Litauen) zusammen besitzen.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Keine Garantie: Darum ziehen viele Staaten ihr Gold aus den USA ab<<<

    Auch die Tatsache, dass alle Zentralbanken der Welt seit dem Jahresanfang insgesamt 145,5 Tonnen Gold (um 68 Prozent mehr im Jahresvergleich) gekauft haben, kann keineswegs durch die durch Washington verhängten Restriktionen erklärt werden. Besonders wenn man bedenkt, dass gerade die USA über die größten Goldreserven weltweit verfügen: 8132 Tonnen. Ihnen folgen Deutschland (3374 Tonnen), Italien (2452 Tonnen) und Frankreich (2436 Tonnen). Russland findet sich in diesem Ranking auf dem fünften Platz mit 2168 Tonnen wieder.

    Auf Russland folgt die Volksrepublik China, deren Zentralbank sich ebenfalls um den Ausbau der eigenen Goldvorräte und um eine Diversifizierung ihrer Aktiva bemüht.

    Manche „liberale“ Finanzexperten behaupten, Estland hätte den größten Teil seiner Goldreserven, die es von der Sowjetunion geerbt hatte, einfach „in liquidere Finanzinstrumente und Staatsanleihen investiert“. Doch das stimmt nicht ganz: Im November 2018 beliefen sich die Gold- und Devisenreserven der estnischen Zentralbank auf lediglich 650 Millionen Euro. Auf Bargeld und Anlagen entfielen 20,4 Millionen Euro (8,9 Millionen davon auf Gold), und den Rest (549,2 Millionen) machten „Wertpapiere“ aus, die man aber zunächst noch verkaufen müsste. 

    Also geht es dabei keineswegs um „Diversifizierung“ – so etwas wird ja anders genannt.

    * Die Meinung des Autors muss nicht der der Redaktion entsprechen.

    * Die Meinung des Autors muss nicht der der Redaktion entsprechen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Sowjetunion, Goldreserven, Russland, Zentralbank, Goldbarren, Gold, Estland