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    Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preußen (L) mit seiner Frau Prinzessin Sophie (Archivbild)

    „Ein Herz für Prinzen“? – Hilfe für Hohenzollern und andere Erben

    © AFP 2019 / RONNY HARTMANN
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    Uli Gellermann
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    Die armen Hohenzollern: Erst hat ihr berühmtester Vorfahr, Kaiser Wilhelm II, als Oberster Kriegsherr den Ersten Weltkrieg verloren, dann wurde die hochmögende Familie von ihren Untertanen zur Abdankung gezwungen, und jetzt wollen die Bundesrepublik und das Land Brandenburg nicht mal das Vermögen der Kaiser-Erben geräuschlos rausgeben: Skandalös!

    Man kann dem regierenden Pöbel eine gewisse Dezenz nicht absprechen: Immerhin hatten die Vertreter des hohen Hauses und der Regierung jahrelang geheime Verhandlungen um die Rückgabe des Hohenzollern-Vermögens geführt und so eine eher ungnädige Öffentlichkeit und deren unqualifizierte Meinung von einer öffentlichen Diskussion ausgeschlossen. Tatsächlich hat die niedrig geborene Kulturstaatsministerin Grütters sogar mitgeteilt, dass die Verhandlungen „mit dem Ziel geführt werden, eine dauerhafte Gesamtlösung für verschiedene Kunst- und Sammlungsgegenstände herbeizuführen“. Aber hat das leidende Kaiserhaus sein schon lange rückgefordertes Schloss Cecilienhof wieder in Besitz nehmen können? Bisher nicht!

    Immer noch klebt an der Kaiserfamilie der Vorwurf der Kriegstreiberei, den die Siegermächte des Ersten Weltkriegs gegen den nahezu unschuldigen Kaiser Wilhelm erhoben hatten, nur weil dessen Armee Giftgas eingesetzt und 1914 das neutrale Belgien überfallen hatte. Diese Racheverleumdung bekleckert so lange die Ehre der kaiserlichen Familie, so lange deren Vermögen sich noch in den Händen der Nachfolger jener schändlichen November-Revolution befindet, die den tapferen Wilhelm II zur Abdankung getrieben hat. Zwar konnte der brave Finanzminister Christian Görke (Linke), die Wiederaufnahme des Vermögens-Verfahrens vor Gericht erreichen und sogar sagen: „Ich hoffe, dass es dann zu einer endgültigen Klärung dieses unerfreulichen Sachverhaltes kommt“, aber hat die kaiserlicher Familie schon ihr Land und ihre Schlösser wieder? Nein! Selbst die Burg Rheinfels bei St. Goar will die aktuelle Justiz nicht rausrücken.

    Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preußen, der Chef des Hauses Hohenzollern, muss sein Leben mit dem Verkauf von Bier der Marke „Preußens“ bestreiten. Zwar besitzt er die beschauliche Prinzeninsel in Plön und andere bescheidene Immobilien. Vor allem aber ist er im Vorstand des Deutsch-Amerikanischen Clubs, ihm zur Seite steht dort Richard Grenell, Trumps Statthalter in Berlin. Auch die „Bild“-Zeitung ist im Streit um den Besitz unerschütterlich auf der Seite des armen Erben: „Adelige wollen Besitztümer zurück, die vom Adel gebaut […] wurden“, lässt das Blatt schreiben. Selbst gebaut! So ist es. Selbst die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, ein Profiteur im Gefolge der Novemberrevolution, ist „durchaus verhandlungsbereit“. Aber davon hat das Haus Hohenzollern seine Besitztümer immer noch nicht zurück.

    Es muss endlich Schluss sein mit der Diskriminierung der Erben stolzer deutscher Geschichte. Als erstes sollte der deutsche Staat den Hohenzollern die vielen Kaiser-Wilhelm-Denkmäler mit den dazu gehörigen Grundstücken übereignen. Denn, wo Kaiser Wilhelm draufsteht, ist auch Hohenzollern drin. Auch müsste die ARD den adligen Darstellern der prächtigen Hochzeit von Georg Friedrich Prinz von Preußen mit Sophie Prinzessin von Isenburg, die in einer dreistündigen Live-Übertragung ausgestrahlt wurde, ein ordentliches Honorar überweisen. Was hier allein an Produktionskosten gespart wurde! Und da solch wunderbare Bilder sonst nur in England zu haben sind, konnten auch beträchtliche Reise-Spesen vermieden werden.

    Wie immer bei fundamentalen Fragen der Demokratie hat die Bild-Zeitung das letzte Wort: „Der Ruf, dem Adel Schlösser und Ländereien zu nehmen, erschallt immer wieder. Der Ruf muss nur zu Ende gedacht werden: Es gibt Tausende Familien, nicht nur Adelige, die Vermögen über Generationen halten.“ Genau so ist es. Erst klaut man dem Adel die Schlösser, dann sind die Reihenhäuser der Arbeiter dran, schließlich wird man den Obdachlosen noch die Brücken über ihren Köpfen nehmen. Wehret den Anfängen!

    Quelle: rationalgalerie.de

    * Die Meinung des Autors muss nicht der der Redaktion entsprechen.

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    Tags:
    Richard Grenell, Erster Weltkrieg, Kaiser Wilhelm II.