04:24 28 September 2020
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    Das Fernsehmagazin “Kontraste” des öffentlich-rechtlichen Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) veröffentlichte gestern einen Beitrag, der sich mit der russischen Corona-Hilfe für Italien befasste. „Falsche Helden – Wie Russland versucht, mit Corona die EU zu spalten“ lautete der Titel. In fünf Minuten reihte sich eine dreiste Lüge an die andere.

    Das RBB-Magazin “Kontraste” gehört zu jener Handvoll Sendungen des ARD-Verbundes, die sich gerne als investigativ bezeichnen. In der Eigendarstellung der Sendung wimmelt es nur so von Eigenlob. „Das Magazin geht den Dingen auf den Grund, neugierig und mit sorgfältiger Recherche“, heißt es dort oder: „KONTRASTE steht für seriöse Information des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: investigativ, analytisch, kritisch.“

    Dass der hier in Rede stehende fünfminütige Beitrag der letzten „Kontraste“-Sendung nichts von alledem war, sondern wirkte, als hätte die Springer-Hetzpostille „Bild“ für den RBB produziert, müssen die angeblichen Qualitätsjournalisten des RBB mit sich ausmachen, die offenkundig immer noch glauben, Orakeln sei „investigativ“, Nachplappern von geheimdienstlich gesteuerter Propaganda „analytisch“ und Wiederholung abgestandener Feindbilder „kritisch“.

    Die Dreistigkeit, mit der am 16. April in der „Kontraste“-Sendung über die russische Hilfeleistung für Italien gelogen und Russland verleumdet wurde, hat es in dieser Unverschämtheit schon lange nicht mehr gegeben. Dass ging schon mit der Anmoderation los. Der einzige positive Aspekt, die Anmoderation offenbarte ungewollt das eigentliche Motiv für solche westliche Desinformation, das gerne hinter Phrasen wie „wir verteidigen seriösen Journalismus“ versteckt wird:

    „Liebesgrüße aus Moskau - Russlands Präsident Putin spielt in der Corona-Krise den großen Helfer, der Italien mit Truppen und Hilfsmaterial unter die Arme greift, während Deutschland, ja ganz Europa, Italien im Stich lasse. Das Traurige an dieser Geschichte ist: Viele glauben sie tatsächlich.“ (Aus „Falsche Helden“, KONTRASTE, RBB, 16.04.2020)

    Und DAS geht ja nun mal gar nicht. Die Menschen haben gefälligst nur einem zu glauben, dem RBB. Und die Menschen haben natürlich nur deutschen Fahnen, EU-Fahnen, Nato-Fahnen oder natürlich US-Flaggen zuzujubeln. Wenn Russen, ihre Fahne an die Fahrzeuge von Hilfskonvois knüpfen, dann ist das natürlich Propaganda.

    Die Integrity Initiative ist nach wie vor aktiv: Natalia Antelava

    Für eben dieses Verdikt wurde die Journalistin Natalia Antelava beauftragt, die das Portal „Coda Story“ mitgegründet hat und das natürlich von westlichen Medien wegen seiner stramm antirussischen und prowestlichen Propaganda heiß und innig geliebt und hofiert wird. Natalia Antelava erfüllte ihren Auftrag auch vortrefflich und orakelte bedeutungsschwanger in Kamera und Mikrofon:

    „Wir haben aus hochrangigen italienischen Regierungsquellen erfahren, dass 80 Prozent der Hilfe für Italien nutzlos ist. Die Russen haben 15 große Flugzeuge geschickt. Die Ladung bestand zum Großteil aus Militär-LKWs, den Soldaten und ihrer Ausrüstung. Italien hat aber selbst eine der besten ABC-Abwehrtruppen in der NATO. Die Italiener hätten alles, was die Russen machen auch selbst machen können.“ 

    Ob diese hochrangige Quelle eine Putzfrau ist, die im obersten Stockwerk eines italienischen Regierungsgebäudes arbeitet oder ein Pilot der italienischen Luftwaffe wissen wir nicht. Wir wissen auch nicht, warum sich Frau Antelava nicht die naheliegende Frage stellte, warum Italien dann das russische Hilfsangebot danken annahm, wenn das Land doch sehr gut alleine zurecht gekommen wäre, wie sie sagte.

    Es ist auch unerheblich, ob es diese Quelle überhaupt gibt, denn die echte Quelle dieser Diffamierung heißt „Integrity Initiative“. Sowohl Frau Antelava als auch ihr Compagnon, der ebenfalls in diesem Beitrag zu Wort kommt, finden sich in jenen Unterlagen, die von Wikileaks 2018/2019 veröffentlicht wurden und belegen, wie britische Geheimdienstoffiziere mit der „Integrity Initiative“ ein internationales Netzwerk aus Journalisten und Wissenschaftlern webten, mit dessen Hilfe multimedial antirussische Propaganda betrieben und die Lüge von einer russischen Desinformationskampagne in die Welt gesetzt wurde.

    Die Integrity Initiative ist nach wie vor aktiv: Jacopo Iacoboni

    Der Compagnon von Frau Antelava heißt Jacopo Iacoboni, berühmter Investigativ-Journalist der Zeitung „La Stampa“, aber auch aktives Sprachrohr des US-amerikanischen Lobbyclubs Atlantic Council, der, wie die Integrity Initiative das Ziel hat, die Deutungshoheit der westlichen Narrative in der Weltpolitik mit allen Mitteln zu verteidigen und dazu vor allem bemüht ist, russische Politik und russische Medien zu denunzieren und zu verleumden. Iacoboni hatte in einem Artikel für „La Stampa“ den russischen Hilfskonvoi mit dem sowjetischen Feldzug in Afghanistan verglichen und die Hilfsaktion Russlands auf übelste Art und Weise in den Schmutz gezogen. Auffälliger Weise haben auch andere Gefolgsleute des „Atlantic Council“ kurze Zeit später die Diffamierungsrhetorik von Iacoboni nachgebetet, natürlich auch Springers-Hetzblatt in Deutschland.

    Die Bild-Zeitung entblödete sich nicht, genauso wenig wie der Autor des Kontraste-Beitrages, aus der Tatsache, dass das russische Verteidigungsministerium in seiner Antwort auf Iacobonis Hetztirade ein sehr bekanntes deutsches Sprichwort zitierte, das Verleumder und Denunzianten (be)trifft, wonach derjenige, der anderen eine Grube gräbt, selbst in diese hineinfällt, eine „unverhohlene Drohung“ zu konstruieren.

    Iacoboni schimpfte deshalb auch pflichtschuldigst für den Kontraste-Autor in die Kamera:

    „Hier geht es nicht um mich. Hier geht es um unsere Demokratie. Wie können wir es akzeptieren, dass eine fremde Macht in unsere europäische Demokratie kommt und uns erzählen will, was wir schreiben dürfen und was nicht? Und die versucht, uns zu bedrohen und einzuschüchtern.“

    So funktioniert eben dreiste westliche Desinformation und Propaganda. Erst teilt man aus, dann schreit man mimosenhaft Aua, wenn man eine Antwort erhält, abgesehen davon, dass weder das russische Verteidigungsministerium noch andere russische Stellen ihm vorgeschrieben haben, was er schreiben dürfe und was nicht, genauso wenig, wie er bedroht oder eingeschüchtert wurde. Aber – wie bei der Anmoderation des Kontraste-Moderators – auch Iacoboni lässt erkennen, wieso er so verlogen herumheult. Er will die russische Hilfsleistung diskreditieren.

    Das versuchte auch Janis Kluge von der staatsfinanzierten Stiftung Wissenschaft und Politik in dem Kontraste-Beitrag mit dem üblichen Sermon über eine angebliche russische Strategie, den Westen oder die EU schlecht dastehen zu lassen. Da können wir Herrn Kluge leider nur antworten, dass diesen Eindruck die EU oder die deutsche Regierung auch ohne eine russische Strategie erzeugen. Denn in Italien haben die Menschen nicht vergessen, dass es Deutschland und Frankreich waren, die mit Exportverweigerungen für Schutzausrüstung und –materialien in Italien für Fassungslosigkeit gesorgt haben. Auch die strikte Weigerung der italienischen Forderung nach sogenannten Eurobonds zu entsprechen, ist in Italien sehr negativ aufgefasst worden. Daran trägt Russland oder russische Medien keine Schuld, aber als Sündenböcke, um von eigenem Versagen des Westens abzulenken, dazu taugen sie doch immer wieder.

    Warum wurde kein einziger italienischer Bürger oder Politiker zur russischen Hilfe befragt?

    Überhaupt ist auffällig, dass in dem Beitrag kein einziger italienischer Bürger, kein Politiker, kein Arzt, keine Krankenschwester aus den Gebieten zu Wort kommt, in denen die russische Hilfe zum Einsatz kam. Warum wohl verzichtete Kontraste darauf und ließ stattdessen zwei enttarnte westliche Propagandatrolle und einen von Feindbildern verblendeten Politikwissenschaftler zu Wort kommen?

    Der Gipfel der Desinformation war dann erreicht, als der Kontraste-Autor erneut Anleihe bei der Bild-Hetze der zurückliegenden Wochen nahm. Angeblich habe Sputnik Deutschland behauptet, Hände waschen bringe nichts, was eine glatte Lüge ist, weil ein Satz des anerkannten Hygiene-Experten Klaus-Dieter Zastrow, den er im Rahmen eines Interviews mit uns sagte, aus dem Sinnzusammenhang gerissen wurde. Abgesehen davon, dass Zastrow diese Meinung, dass nur Desinfektion, aber nicht Händewaschen allein nütze, zweimal im RBB erzählte.

    Und dass der international anerkannte Experte Zastrow, neben vielen, vielen anderen von der Fachwelt anerkannten Experten bei uns zu Wort kam und kommt, straft Janis Kluges Diffamierungsversuch Lügen:

    „Bei der Berichterstattung der russischen Staatsmedien in Deutschland ist auffällig, dass insbesondere Randmeinungen besonders viel Platz erhalten, die der offiziellen Linie der Regierung und auch den von der Fachwelt anerkannten Experten widersprechen.“

    Vielleicht verhalten Sie sich künftig mehr wie ein Wissenschaftler, lieber Herr Kluge, und nicht wie ein Claqueur, der billigste Hetze nachplappert, statt selbst zu lesen und zu prüfen. Dann bleibt Ihnen auch erspart, in einer billigen Propagandageschichte des RBB benutzt zu werden.

    Oder, wie das russische Verteidigungsministerium so treffend formulierte:

    WER ANDEREN EINE GRUBE GRÄBT, FÄLLT SELBST HINEIN.

    * Die Meinung des Autors muss nicht der der Redaktion entsprechen.

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    humanitäre Hilfe, Medienattacke, Russland