05:54 24 November 2020
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    Das sogenannte Zentrum Liberale Moderne (LibMod) hat das neue Buch von Matthias Platzeck „Wir brauchen eine neue Ostpolitik – Russland als Partner“ durch einen Wissenschaftler rezensieren lassen. Sowohl der Rezensent als auch das LibMod gehören zur westlichen Trollfabrik „Integrity Initiative“. Und entsprechend ist die Rezension.

    „Calumniare audacter, semper aliquid haeret“ – „Verleumde nur dreist, irgendetwas bleibt immer hängen!“ Schon Plutarch warnte im antiken Griechenland vor professionellen Verleumdern, die sich gerne den Mantel der Rechtschaffenheit beim Hetzen umlegen, um dann mit feuchten Welpenaugen ganz fassungslos tun, wenn sie als Lügner und Verleumder zur Rede gestellt werden.

    Nach diesem seit Jahrhunderten bewährten Prinzip arbeitet das Zentrum Liberale Moderne. Gegründet wurde es 2017 von der ehemaligen grünen Bundestagsabgeordneten Marieluise Beck und ihrem Lebensgefährten Ralf Fücks, langjähriges Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung, die als den Grünen nahestehende politische Parteistiftung gilt, aber, wie alle parteinahen Politikstiftungen, weitestgehend aus öffentlichen Finanzmitteln unterhalten werden.

    Sowohl Beck als auch Fücks haben sich in den zurückliegenden Jahren hinlänglich mit ihrer stupiden Russland-Hetze in Szene gesetzt und finden immer wieder dankbare Lautsprecher, die ihnen eine mediale Bühne bieten. Natürlich betrifft ihr Wehklagen über Russland nur jene Phase, die sie gerne als „System Putin“ diffamieren. Das „System Oligarchie“, also jene Phase der Ausplünderung Russlands, unter tatkräftiger Anleitung von Beratern US-amerikanischer Präsidenten, ein System, dem auch einer der erklärten Lieblinge von Beck und Fücks, der rechtskräftig verurteilte Oligarch Michail Chodorkowski entsprang, dieses System findet natürlich Gnade in den Augen der beiden selbsternannten Kämpfer für ein freies und demokratisches Russland.

    Ralf Fücks und der "Kommunistische Bund Westdeutschland

    Dass Fücks in den 70er Jahren aktives und überzeugtes Mitglied des zwielichtigen KBW, des Kommunistischen Bundes Westdeutschlands gewesen ist, sei nur am Rande erwähnt, was er mit einer Reihe von prominenten grünen Politikern gemein hat:

    • Krista Sager, ehemals zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin von Hamburg,
    • Reinhard Bütikofer, ehemaliger Bundesvorsitzender der Grünen
    • Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg
    • Hermann Kuhn, ehemaliger Vizepräsident der Bremischen Bürgerschaft
    • Wilfried Maier, Stadtentwicklungssenator und Bundesratsbevollmächtigter von Hamburg
    • Winfried Nachtwei, ehemaliger stellvertretender Chef der grünen Bundestagsfraktion

    Der KBW hatte nie mehr als 2600 Mitglieder. Vor diesem Hintergrund und der stramm bis paranoid antikommunistisch ausgerichteten Bundesrepublik ist es geradezu erstaunlich, wie viele der prominenten KBW-Mitglieder politische oder andere Karrieren in der BRD vor 1990 und danach machen konnten, immerhin befanden sich darunter auch zwei spätere Vorstandschefs bedeutender deutscher Industrieunternehmen, zum einen der frühere Stahl- und Rüstungskonzern Röchling, der heute in der Kunststoffindustrie tätig ist sowie der Spedititionsriese Schenker. Ehemalige SED-Mitglieder oder gar Mitarbeiter des MfS werden diesen gnädigen Umgang mit Lebensläufen sicher mit Interesse zur Kenntnis nehmen.

    Die zahlreichen, ziemlich kapitalistischen Bilderbuchkarrieren früherer KBW-Mitglieder sind auch vor dem Hintergrund interessant, dass 1978 durch einen IM des Verfassungsschutzes im KBW bekannt wurde, mit welchen knallharten Methoden einer stalinistischen Kaderpartei der KBW seine Mitglieder an die Kandarre nahm. Ob der KBW ähnlich massiv von IM’s des Verfassungsschutzes durchsetzt war, wie das Jahrzehnte später durch das Bundesverfassungsgericht im Fall der NPD festgestellt wurde, ist bis heute nicht bekannt. 

    Marieluise Beck und die "Integrity Initiative"

    Zu dumm nur, dass sowohl Marieluise Beck als auch das Zentrum Liberale Moderne in jenen Dokumenten auftauchen, die 2018 die westliche Troll- und Desinformationsfabrik „Integrity Initiative“ enttarnte, die mit Geld aus dem britischen Außenministerium und der Nato, geleitet von erfahrenen Mitarbeitern des britischen Militärs und Geheimdienstapparates, seit Jahren in riesigem Ausmaß und vollkommen skrupellos in vielen Staaten die öffentliche Meinung manipuliert hat, vor allem im Internet und den sozialen Medien und dabei auch vor unverschämtesten Lügen und Fake News nicht zurückschreckt, die Russland diffamieren und die westliche Öffentlichkeit gegen Russland, seine Politik und sein Volk aufhetzen sollen.

    Seit dieser Enttarnung hält sich Marieluise Beck auffällig zurück und lässt lieber ihrem Lebensgefährten Ralf Fücks den Vortritt. Wir verstehen das, denn natürlich ist es Frau Beck peinlich, dass sie als Claqueurin westlicher antirussischer Desinformation, Propaganda und Hetze aufgeflogen ist. Vielleicht hofft sie, dass bald wieder Gras über die Sache gewachsen ist und sie wieder in gewohnter Manier als Kreml-Astrologin multimedial auftreten kann. Andererseits ist sie an Schamlosigkeit offenbar doch kaum zu überbieten, denn auf der Internetseite des LibMod ist am 30. April unter der Überschrift „Von Apologetik zum Appeasement: Wie Matthias Platzeck Russland missversteht“ nachzulesen:

    „Wir haben Hannes Adomeit, Senior Fellow am Institut für Sicherheitspolitik der Universität Kiel (ISPK), gebeten, sich mit den Argumenten des Autors auseinanderzusetzen und diese auch stellvertretend für die „Verständnis-für-Russland“-Denkschule zu bewerten.“

    Hannes Adomeit und die „Integrity Initiative“

    Dieser Hannes Adomeit ist der Leiter der deutschen Abteilung der geheimdienstlich gesteuerten westlichen Troll- und Desinformationsfabrik „Integrity Initiative“. Die von den Whistleblowern von Wikileaks veröffentlichten Dokumente belegen das. Adomeit selbst hat die Dokumente als echt bestätigt, als er sich, dumm und dreist wie Propagandisten eben sind, die glauben, sie seien unantastbar und allen anderen in ihrer Cleverness überlegen, gegen seine Enttarnung mit Drohungen zu wehren versuchte und dabei indirekt die Echtheit der Dokumente bestätigte. Wie dreist und frech muss man sein, um überführte Desinformations- und Propagandakrieger ungerührt über ein Buch eines Menschen hetzen zu lassen, der nur einen einzigen Makel hat, er hasst Russland nicht so sehr wie Adomeit und Beck und andere Trolle der „Integrity Initiative“?

    Natürlich hat auch Adomeits Chef, der Leiter des ISPK, Joachim Krause, hektisch mit juristischen Drohungen um sich geworfen, um mit allen Mitteln zu verhindern, in den Dunstkreis der „Integrity Initiative“ zu geraten. Was insofern interessant ist, weil die von Wikileaks veröffentlichten, zum Teil als „Streng Geheim“ deklarierten Dokumente und die darin von Hannes Adomeit niedergeschriebenen Aussagen auch eine andere Deutung zulassen. Vor allem aber ist die heftige und hypernervöse Abwehrreaktion von Adomeits Chef interessant, wo doch diese Initiative angeblich die gleichen noblen und edlen westlichen Werte verteidigen möchte wie das Institut ISPK. Es wäre deshalb doch geradezu eine Ehre, bei dieser Initiative mitzumachen, möchte man meinen. Aber offenbar muss es da ein paar Dinge geben, die Herrn Krause vor der „Integrity Initiative“ zurückschrecken lassen wie den Teufel vorm Weihwasser. Sehr amüsant.

    Aber zurück zu Hannes Adomeit, Marieluise Beck, das LibMod und die angeblich „materialreiche Kritik der Mythen russischer Propaganda und ihrer westlichen Apologeten“, wie Adomeit und seine Getreuen Beck und Fücks ihre Rezension von Matthias Platzecks Buch nennen. Tatsächlich umfasst der sogenannte Apparat unter dem Artikel 51 Quellenverweise. Davon sind 31 Verweise auf Fundstellen im Buch von Platzeck, was als Beleg dafür gewertet werden kann, dass Adomeit das Buch, über das er herzieht, wenigstens gelesen hat.

    Gelesen und nichts verstanden

    Leider – oder korrekt muss es heißen – verständlicher Weise hat Adomeit nichts von dem verstanden, was Platzeck geschrieben hat. Das aber liegt daran, dass Adomeit nicht verstehen, sondern urteilen will, aburteilen, um genau zu sein. Denn als Deutschlandchef einer geheimdienstlich gesteuerten Desinformations- und Propagandaorganisation, deren Ziel es ist, den Einfluss und die Wirkung russischer Politik und russischer Positionen in westlichen, vor allem westeuropäischen Staaten koste es was es wolle zu diffamieren, um die Dominanz transatlantischer Narrative so lange zu verteidigen wie möglich, muss er natürlich aus allen Rohren gegen Russland feuern. Und gegen Menschen wie Matthias Platzeck, die nichts weiter fordern als einen fairen Umgang auf Augenhöhe mit Russland und eben nicht jene arrogante Attitüde, die Adomeit und die anderen Trolle der „Integrity Initiative“ an den Tag legen.

    Geheimdienstlich geschult wie Adomeit ist, lässt er in seinen 5628 Wörtern die gesamte Perlenschnur von Desinformation, Lügen, Halbwahrheiten, absichtlichen Fehlinterpretationen, Umdeutungen und natürlich Whataboutism abrollen. Und natürlich hält er sich exakt an die Strategien und Einsatzpläne, die im von Wikileaks veröffentlichten Datensatz der „Integrity Initiative“-Papiere nachzulesen sind. Das Reduzieren in der Argumentation auf die Person Wladimir Putin, seine Vergangenheit im KGB, auf die Krim, die Ukraine und die angeblichen russischen Pläne zur Restauration sowjetischer Machtstrukturen und natürlich die Destabilisierung des Westens.

    Entsprechend verbissen versucht Adomeit die Fakten und Argumente, die Platzeck in seinem Buch auflistet, lächerlich zu machen oder schlichtweg als unwahr zu verleumden. Beispielsweise den Fakt, dass eben nicht Russland sich in Richtung Westen ausgebreitet hat, sondern der Westen, in Sonderheit deren Militärbündnis Nato in Richtung Russland. Beispielsweise den Fakt, dass nicht Russland in oder gegen Georgien Krieg geführt hat, sondern der seinerzeitige Vasall Washingtons im Präsidentenamt in Tiflis sich vom damaligen US-Präsidenten mit der Zusicherung zu einem Krieg aufhetzen ließ, sollte Russland militärisch eingreifen, würden die USA ihm beistehen.

    Natürlich erwähnt Adomeit nicht, dass die Konflikte in Georgien und der Ukraine exakt dem Szenario entsprechen, das der frühere Sicherheitsberater von US-Präsident Jimmy Carter, Zbigniew Brzeziński, in seinem 1997 veröffentlichten Buch „The Grand Chessboard“ entworfen hat, wonach die USA, wenn sie Russland dauerhaft auf dem Status einer Regionalmacht halten wollen, um selbst ihre Hegemonialmacht über die Welt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu behaupten, dann müsse der Westen versuchen, Georgien und die Ukraine aus dem Einflussbereich Russlands zu lösen und dem Herrschaftsbereich des Westens, insbesondere der Nato einzuverleiben.

    Wie dieses Szenario vom Westen bisher umgesetzt und der Begriff „Regionalmacht Russland“ angewendet wird, wissen wir.

    Adomeit und das Zentrum Liberale Moderne in der Tradition westlicher Desinformation

    Die Reihe der Verleumdungen und dreisten Umdeutungen russischer Positionen und russischer Politik, sowie der Positionen von Matthias Platzeck durch Hannes Adomeit, die er im Auftrag seiner Getreuen von der „Integrity Initiative“ auf umgerechnet 11-einhalb DIN-A4-Seiten des „Zentrum Liberale Moderne – LibMod“ ablässt, ist zu lang, um sie alle aufzulisten und zu widerlegen. Unsere Leserinnen und Leser finden auf den Seiten von Sputnik Deutschland eine Reihe von Artikeln, in denen wir die geheimdienstlichen Desinformationskampagnen des Westens gegen Russland und russische Medien beleuchtet haben. Auch Hannes Adomeit und seine Freunde von der „Integrity Initiative“.

    Dass Adomeit natürlich die geheimdienstlich gesteuerten „Revolutionen“ in früheren Ostblockstaaten, die nach Farben oder Blumen benannt wurden, verzweifelt als Bürgerbewegungen zu kaschieren versucht, überrascht auch nicht, obwohl bereits der frühere Kommunikationschef von US-Präsident Ronald Reagan, Pat Buchanan, 2014 auf seiner Internetseite kurz und bündig feststellte:

    „Vor einem Jahrzehnt haben die National Endowment for Democracy und ihre Nachkommen dazu beigetragen, die Rosenrevolution in Georgien, die Tulpenrevolution in Kirgisistan, die Zedernrevolution im Libanon, die Orangene Revolution in Kiew und zahllose andere Farbrevolutionen anzufachen und diese Länder in den Machtbereich Amerikas zu bringen.“ (Pat Buchanan, in „NED’s Chickens Come Home to Roost“, Freitag, 18. April 2014, 12:07 Uhr, auf buchanan.org)

    Natürlich ist es kein Zufall, dass neben Brzeziński mit Buchanan ein weiteres Mitglied der Reagan-Administration aus dem Nähkästchen geplaudert hat. Reagans Vizepräsident war der vormalige CIA-Chef George H W Bush, der Reagans Wunsch erfüllte und mit dem „Deception Committee“ eine geheimdienstliche Trollfabrik einrichtete, die Fake News und False Flag Operationen gegen die damalige Sowjetunion organisierte. Und bekanntlich lässt ein Geheimdienst eine einmal erfolgreiche Operation niemals untergehen.

    Vor diesem Hintergrund sind die verzweifelten Bemühungen von Hannes Adomeit in seinem Traktat gegen Matthias Platzeck und damit gegen Russland das Beinchen zu heben leider eben doch nur der etwas peinliche Pinkelversuch eines altersschwachen Straßenköters, der sich damit einen Extra-Leckerbissen von seinem Herrchen erhofft.

    Brav! Platz Hannes!

    * Die Meinung des Autors muss nicht der der Redaktion entsprechen.

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    Die Grünen, Krim, Matthias Platzeck, Ostpolitik, "russische Propaganda", Propaganda, Desinformation, Integrity Initiative, Marieluise Beck, Georgien, Ukraine, EU, USA, Deutschland, Russland