01:58 05 August 2020
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    US-Präsident Donald Trump hat den pensionierten General Douglas Macgregor als neuen Botschafter in Deutschland nominiert. Ob er wirklich in Berlin ankommen wird, fragt sich nicht nur unser Gastkommentator.

    Die Nachricht über einen neuen amerikanischen Botschafter für Deutschland reißt hier keinen vom Hocker.

    Vor dem Hintergrund der anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA und dem Nominierungsverfahren im Senat ist es fraglich, ob man sich den Namen überhaupt merken muß. Es könnte sich um eine Luftbuchung in jeder Hinsicht handeln. Vermutlich wird Herr Macgregor noch nicht einmal mit einem Umzugscontainer in Berlin aufkreuzen. Ob er auch zu denen gehört, die „noch einen Koffer in Berlin“ haben, ist nicht bekannt. Aber bei der kurzen Verweildauer von US-Botschaftern in Deutschland reicht es, wenn er einen Koffer dabei hat. Vielleicht ist er schon wieder weg, bevor er das Beglaubigungsschreiben bei demjenigen abgibt, der seinen Präsidenten einmal einen „Hassprediger“ genannt hatte. Soweit eine Anmerkung dazu, wie willkommen bei der derzeitigen deutschen Staatsspitze diejenigen sind, die Präsident Trump repräsentieren.

    An diesen Umständen wird das ganze Dilemma der US-amerikanisch-deutschen Beziehungen deutlich. Der Hase liegt dabei zunächst in Berlin im Pfeffer. Spannend wird es jedenfalls, wenn Präsident Trump mittels Corona versenkt werden sollte. Berlin stand mannhaft gegen einen Präsidenten Trump auf, der mit guten Beziehungen zu Russland „um die Ecke kam“. Man muß sich an den Kopf fassen. Da kommt jemand in Washington ins Amt, der eigentlich das wollte, was im nationalen deutschen Interesse lag und immer liegen wird: eine entspannte Lage in Europa und transatlantisch. Berlin verbündete sich mit den patentierten Kriegstreibern in Washington und im Ergebnis haben wir eine Lage in Europa, die „grottenschlecht“ genannt werden muss.

    Es kommt aber noch schlimmer. Die Verweigerungshaltung in Berlin und Europa hat einen Erosionsprozess in den USA in Gang gesetzt, der selbst mit „America first“ kaum noch geeignet sein dürfte, schwierige Verhältnisse für die USA zu verhindern. Die täglichen Bürgerkriegsbilder aus den USA sind aufschlussreich. In allen anderen Ländern auf dem Globus wäre schon längst der US-amerikanische Botschafter mitten in den Demonstrationen aufgetaucht, hätte was von „demokratischen Werten“ gefaselt und geschmierte Stullen nach Kiewer Modell fernsehwirksam verteilt. Die Umsturzagentur OTPOR ist dort angekommen, von wo aus das Konzept und wohl auch das Geld zur Verfügung gestellt worden sein dürfte.

    Vor diesem Hintergrund sollte man abwarten, wie sich in den kommenden Jahren die USA schütteln, um einen US-amerikanischen Botschafter vorzeigen zu können, der ein berechenbares und auf andere Staaten zugehendes Land repräsentieren wird. Damit wird es allerdings nicht getan sein. Die Präsenz der USA leitet sich in Europa auch und vor allem aus zwei Weltkriegen ab. Nicht zuletzt die Beseitigung des Nationalsozialismus und von Herrn Hitler ist eine fortwährende Begründung. Der Eintritt in den Ersten Weltkrieg auf der Seite Frankreichs und Englands, um nicht die Finanzschuldner zu verlieren, fällt dabei weniger ins Gewicht. Da hat dieser Corona-Sommer allerdings ein neues, historisches Fass aufgemacht.

    Die Präsidenten Putin und Macron haben auf die Verantwortung für den aufkommenden Nationalsozialismus in Deutschland hingewiesen. Man wird das Bild nicht los, dass über die Finanzierung der Hitler-Partei aus den USA und England erst das historische Monster geschaffen wurde, das im Zweiten Weltkrieg dann niedergerungen werden sollte. Dabei geht es nicht nur um den Zugang zur jüngeren deutschen Geschichte. Es geht um das Modell, nach dem heute Moskau und Peking an die Kandarre gelegt werden sollen, wie Alexander Sosnowski und ich in unserem Buch: „Und immer wieder Versailles“ 2019 deutlich gemacht haben.

    * Die Meinung des Autors muss nicht der der Redaktion entsprechen.

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    Tags:
    Richard Grenell, Präsident, US-Präsidentschaftswahlen, Donald Trump, Berlin, Botschafter, USA, Deutschland