04:20 25 November 2020
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    Natürlich wird nach Terroranschlägen erneut Kritik an der Migrationspolitik der EU-Staaten laut. Die Einwanderung wird oft als Ursache genannt für die terroristische Gewalt in Europa – die einzige Ursache kann sie aber nicht sein.

    Einer der schwerbewaffneten Täter von Wien sei ein IS-Sympathisant gewesen, sagte der österreichische Innenminister Karl Nehammer am 3. November 2020 bei einer Pressekonferenz, nachdem eine Gruppe unbekannter Täter am Montag (dem 2. November) in der österreichischen Hauptstadt vier Menschen tötete und achtzehn weitere verletzte. Die Anschläge wurden nach Behördenangaben von insgesamt sieben Personen verübt. Einer der Attentäter, mit einem Gewehr bewaffnet, wurde von Einsatzkräften erschossen. Seine Mittäter sind auf der Flucht. Nur wenige Tage zuvor waren in Paris und Nizza Morde verübt worden, die die französische Regierung als Terroranschläge einstuft.

    Umso lauter wird gegenwärtig die Kritik an der misslungenen Migrationspolitik europäischer Regierungen. Doch die Einwanderungspolitik ist nur eine, wenn auch maßgebliche, Ursache für die Terrorgewalt, sagt der russische Migrations- und Konfessionsexperte Wladimir Sorin von der russischen Gesellschaftskammer, einem Bürgerrechtsorgan der Russischen Föderation.

    „Zuerst muss man doch erkennen, wie es zu Migration kommt“, sagt der Bürgerrechtler im Sputnik-Gespräch.

    „Die Migration kommt daher, dass in den Auswanderungsländern Chaos erzeugt wird. Es endlich zu unterlassen, Konflikte im Nahen Osten und Nordafrika zu schüren, und stattdessen zur Lösung dortiger Wirtschafts- und Sozialprobleme beizutragen, wäre eine der besten Methoden zur Eindämmung der Migration. Die Armut, die Arbeitslosigkeit, den Hunger zu bekämpfen – darum geht es.“

    Die Frage nach Einreisekontrollen wäre laut dem Experten dann eine nebensächliche, aber im Moment sind die Einreisekontrollen unzureichend. „Es findet keine hinreichende Überprüfung der Einwandernden, keine hinreichende Kontrolle ihrer weiteren Wege und Tätigkeiten statt.“

    Überdies entstehe der Eindruck, so Bürgerrechtler Sorin, dass „den liberalen Demokraten mehr an liberalen Parolen gelegen ist als an der tatkräftigen Stärkung der Sicherheit“ in den Ländern. Damit hänge die dritte Ursache für die Gewaltwelle in Europa eng zusammen: „Die Auslegung der persönlichen Freiheit als rückhaltloses Austoben der eigenen Persönlichkeit, was nicht selten kriminell endet.“

    * Die Meinung des Autors muss nicht der der Redaktion entsprechen.

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