23:56 16 Oktober 2017
SNA Radio
    Kultur

    Ausstellung der Werke von Oleg Kudrjaschow in Moskau

    Kultur
    Zum Kurzlink
    0 811
    MOSKAU, 06. Juni (RIA Nowosti). Vom 3. - 23. Juni lädt das Architekturmuseum zur Ausstellung eines der markantesten und originellsten russischen Künstler des 20. Jahrhunderts, Oleg Kudrjaschow, unter dem Motto „Intuition" ein, meldet die Internetseite „Museen Russlands" (www.museum.ru).

    Der 1932 geborene Kudrjaschow lebte in den Jahren 1974 - 1997 in Großbritannien, wo er Berühmtheit erlangte. Seine Werke werden auf repräsentativen Ausstellungen der Kunst des 20. Jahrhunderts gezeigt. Sie lagern in zahlreichen staatlichen und privaten Sammlungen in Europa, Amerika und Asien. Nicht selten sind sie Gegenstand der Forschung von Kunstwissenschaftlern verschiedener Länder.

    Wie kein anderer Zeitgenosse, ist Kudrjaschow mit Hunderten von Werken in russischen Sammlungen vertreten.

    Sein Schöpfertum - eine späte, energische, frische und eigenständige Erscheinung des „Formalismus" - war ehemals eine Haupt-, ist aber jetzt, unter den modernen, eine untergehende Richtung der Kunsttradition des 20. Jahrhunderts.

    Dabei sieht sich Kudrjaschow selbst als Realisten, wobei er seinen Realismus in seiner eigenen Art auslegt, indem er sagt: „Ich bin Realist! Doch ich kopiere nicht die Realität, sondern versuche, ihr einen künstlerischen Ausdruck zu verleihen..."

    Oleg Kudrjaschow entstammt einer einfachen und armen Familie, die weit entfernt von der Kunst war. Er bekam nur die Anfangsgründe einer künstlerischen Bildung mit. Seinen Weg bahnte er sich selbst, aggressiv die ihn umgebende künstlerische Umgebung nicht anerkennend, weder ihre Normen und Regeln noch Traditionen.

    Das Spektrum seines Schöpfertums ist ungewöhnlich breit: von gewaltigen grafischen Tryptichons bis zu ausgewählten Miniaturen, von papierenen Reliefs bis zu Metallkonstruktionen, vom grotesken Figurativismus bis zu lyrischen Abstraktionen.

    Das zentrale Thema in Kudrjaschows Schöpfertum ist eine zerstörte menschliche Behausung. Er stellte unendlich oft sein verschwundenes Elternhaus dar. In Großbritannien war er vom Anblick der vielstöckigen Abrissgebäude mit eingestürzten Wänden und entkleideten Wohnzellen aus seinem Fenster entsetzt. Dieses Sujet liegt ihm bis heute am Herzen.