07:38 24 Oktober 2017
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    TV-Sender Russia Today soll Russland-Image verbessern

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    TEL AVIV, 8. Juni (RIA Nowosti). Der neue englischsprachige Fernsehsender Russia Today könnte zur Herausbildung eines objektiveren Russland-Bildes im Ausland beitragen, meint der israelische Politiloge Zeev Hanin, Professor an der Universität Bar Ilan.

    Dafür müsse er jedoch einer Reihe von Anforderungen gerecht werden.

    „Wenn der neue Sender frische und interessante Exklusivreports über und rund um Russland zeigt, erweckt er zweifelsohne Interesse. Wenn er jedoch dieselben Bilder wie die anderen TV-Sender auf den Bildschirm bringt, wird er nie konkurrenzfähig", sagte Hanin der RIA Nowosti.

    „Ich wünsche mir, dass sich 50 Prozent der Sendezeit russischen Themen und die andere Hälfte ausländischen Themen widmen. Nachrichten und Analysen sollten viel Platz einnehmen, aber nicht in Form von Talkshows, die es überall gibt und von denen alle die Nase voll haben. Als Alternative empfehlen sich kommentierende Schnellschüsse und Sujets mit einem breiten Meinungsspektrum", meinte der Experte.

    Politiker, Politologen, Analytiker, Experten und Unternehmer müssen Stellung zum aktuellen Zeitgeschehen nehmen, das heißt alle, die das betreffende Thema berührt. „Selbstverständlich dürfen die politischen Ansichten nicht als Kriterium für die Teilnahme am Programm dienen", sagte der Experte überzeugt.

    „Die Belegschaft des neuen Senders muss eine Riesenarbeit tun, um das Publikum im Ausland zu überzeugen, dass es sich nicht einfach um ein neues Propagandawerkzeug des Kreml handelt", meint Hanin. Um dies zu erreichen, sollten mehr Spezialisten aus verschiedenen Ländern, mehr Menschen mit unterschiedlichen Ansichten zur Stellungnahme aufgefordert werden. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg wären eigene TV-Reports aus dem Ausland. Das natürlich, wenn der neue Kanal über die notwendigen Kapazitäten verfügt.

    „Die Zuschauer haben die „redenden Köpfe" satt und wollen mehr Illustrationen, mehr visuelle Informationen", so Hanin weiter.

    Er störe sich ganz und gar nicht daran, dass der neue Sender zum Teil aus der Staatskasse finanziert wird, sagte der israelische Politikwissenschaftler.

    „Der katarische TV-Sender Al-Jazira bekommt beträchtliche staatliche Subventionen, dennoch gebe ich ihm gerne Interviews. Es ist viel wichtiger, nicht zuzulassen, dass ein Mangel an Finanzierung die Qualität beeinträchtigt", sagte Hanin.

    Der von RIA Nowosti gegründete Fernsehsender Russia Today soll Ende 2005 auf Sendung gehen.

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