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    Lateinamerikanischer Newssender Telesur begann Sendebetrieb

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    BUENOS AIRES, 25. Juli (RIA Nowosti). Am Sonntag nahm in Lateinamerika der als Gegengewicht zu CNN und BBC gedachte Newssender Telesur den Sendebetrieb auf.

    "Der Sendebeginn ist für die Integration der Länder Lateinamerikas und des Karibischen Beckens von großer Bedeutung", erklärte der Präsident Venezuelas, Hugo Chavez, bei der Einweihungszeremonie in Caracas.

    "Die Fernsehanstalt ist unabhängig von Regierungen und Parteien; sie bestimmt ihre Informationspolitik selbst", unterstrich er.

    Der venezolanische Minister für Fernmelde- und Kommunikationswesen, Andrés Izarra, erklärte seinerseits, dass Telesur "als Gegengewicht zu dem gegenwärtigen globalen und neoliberalen Informationsmonopol die Möglichkeit eröffnet, der Zerstörung der lateinamerikanischen Kultur und Zivilisation Paroli zu bieten".

    Der südamerikanische Newssender beseitige, so der Minister, "das 50jährige Monopol des nördlichen Nachbarn (USA) an der Propagierung der Ideologie des Kolonialismus und imperialer Kultur".

    Telesur-Generaldirektor Aram Aronjan, ein bekannter uruguayischer Publizist, sagte zu Journalisten, dass die Aufnahme des Sendebetriebs "der Vorherrschaft ausländischer Medien in der Region ein Ende setzt". "Unsere Hauptaufgabe besteht darin, dem Zuschauer einen anderen Blickwinkel nahe zu bringen. Er mag sich von dem unterscheiden, was ausländische Massenmedien präsentieren", sagte Aronjan.

    Der Telesur-Generaldirektor meint, erstmals "bekommen die Lateinamerikaner die Chance, sich selbst in Augenschein zu nehmen und nicht nur mit fremden Augen", auf das Leben zu schauen.

    Gründer der weltweit ausstrahlenden Fernsehanstalt sind Venezuela, Argentinien, Uruguay und Kuba.

    Am Sonntag konnten Zuschauer aus Argentinien, Brasilien, Kolumbien, Uruguay und Venezuela das Programm empfangen.

    Die Aufnahme des Sendebetriebs dieses südamerikanischen Newssenders bewirkte eine neue Zuspitzung in den Beziehungen zwischen den USA und Venezuela. Vergangenen Mittwoch hatte das Repräsentantenhaus des US-Kongresses einen Zusatzantrag gebilligt, welcher die Regierung der USA ermächtigt, auf den Sendebeginn von Telesur "klare und objektive Informationen" zu geben. In Reaktion darauf drohte Hugo Chavez den USA an, "adäquate Maßnahmen" zu ergreifen, falls Washington den Sendebetrieb des südamerikanischen Newssenders stören sollte.

    Chavez gab zu verstehen, Venezuela könnte sich der kubanischen Erfahrungen im Kampf gegen die Ausstrahlung amerikanischer Rundfunk- und Fernsehstationen auf Kuba bedienen, dass heißt, den Empfang stören.