04:00 19 August 2017
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    Foster - ein "Gast aus der Zukunft" in Russland

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    MOSKAU, 24. April (RIA Novosti). Am 25. April wird im Moskauer Staatlichen Museum für bildende Kunst "A. S. Puschkin" eine Ausstellung von Lord Norman Foster, des anerkannten Architekten Nr. 1 in der Welt, eröffnet.

    In Russland, schreibt "Kommersant" (Moskau), werde der britische Architekt das Viertel "Neuholland" in Sankt Petersburg umbauen, und in Moskau habe er schon den Auftrag bekommen, ein 650 Meter hohes Hochhaus "Rossija" im Geschäftszentrum ("City") zu entwerfen. Das Gebäude soll das höchste in Europa werden. Beide Entwürfe sollen dem Publikum erstmalig in der Moskauer Ausstellung vorgestellt werden. Es handelt sich also um eine Welturaufführung.

    Die Hauptexponate der Ausstellung sind menschengroße Modelle von Häusern, ausgeführt mit unglaublicher Sorgfalt, so dass die Ausstellung wie eine Puppenstadt wirkt. In Russland hat es bisher keine Ausstellung von diesem Niveau gegeben.

    Auch eine solche Architektur nicht. Das von Foster rekonstruierte Reichstagsgebäude in Berlin ist heute ein Kraftwerk, das die anliegenden Regierungsgebäude versorgt, wobei die Energie mit einem ökologisch reinen Brennstoff gewonnen wird. In den Dutzenden seiner Hochhäuser erfindet er immer neue typologische Lösungen, die jedes Haus praktisch in eine Stadt oder einen hängenden Garten umwandeln.

    Foster wird üblicherweise Begründer von High-Tech genannt. Tatsächlich entwirft er seine Bauten auf eine Weise, als handele es sich um außerordentlich komplizierte ingenieurtechnische Systeme.

    Doch bei alledem ist ihm der ökologische Aspekt nachgerade der wichtigste. Ein Haus von Foster besagt, dass es an diesem Ort stehe, weil hier die Sonne so und so leuchte und die Luft sich so und so bewege. Das ähnelt der modernen Architektur, wie sie in Russland verstanden wird, in keiner Weise.

    Im Prinzip ist Forster in Russland ein "Gast aus der Zukunft". Einige zweifeln, dass es gelingen werde, seine Projekte in Russland zu realisieren. Aber wenn das gelingt, wird in Russland eine neue architektonische Phase einsetzen. Und sie wird mit dieser Ausstellung beginnen, die bis zum 2. Juli geöffnet bleibt.