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    Zweites internationales Festival des moslemischen Films in Kasan

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    MOSKAU, 02. Mai (RIA Novosti). Das zweite Internationale Festival des moslemischen Films, "Goldenes Minbar", findet vom 10. bis 17. September in der Hauptstadt von Tatarstan, Kasan, unter dem Motto "Glaubenstoleranz und Zusammenarbeit" statt.

    Wie Rawil Gajnutdin, Leiter des Rates der Muftis von Russland und Präsident des "Goldenen Minbar", gegenüber RIA Novosti berichtete, sei das "Minbar" die Kanzel, von der aus der Islam gepredigt werde, und der Name des Festivals symbolisiere, dass die Filmschaffenden Frieden und Licht zu verbreiten hätten. Deshalb werde es beim Festival des moslemischen Films keine Horror-, Action- oder sonstigen Filme geben, die die Gefühle der Angehörigen anderer Konfessionen verletzen könnten.

    Saudi Mamirgow, Generaldirektor des Festivals, sagte seinerseits in einem Gespräch mit der RIA Novosti: "Das Hauptkriterium bei der Filmauswahl wird der Professionalismus, wird die Popularisierung der allgemein menschlichen geistig-moralischen Werte sein."

    Seinen Worten zufolge hängt die Auswahl des Mottos für das zweite Internationale moslemische Filmforum mit den "Karikaturenskandalen" zusammen, die vor kurzem die ganze Welt in Aufruhr versetzten, und der in der Welt zunehmenden Islamophobie. Mit ihrer Aufforderung zur Glaubenstoleranz und Zusammenarbeit wollen die Organisatoren des Festivals den Kampf gegen Fremdenhass und religiösen Exstremismus fördern.

    Mamirgow berichtete ferner, dass von nun an das "Goldene Minbar" alljährlich in Kasan stattfinden soll, weil "Kasan die nördlichste Metropole des Islams ist, in der zudem Vertreter verschiedener Konfessionen friedlich nebeneinander leben und miteinander zusammenwirken".

    Zur feierlichen Eröffnung des Forums erwarte man, sagte er, nicht nur den Mufti Gajnutdin und andere religiöse Würdenträger und Filmstars, sondern auch Staatsmänner. Unter ihnen sei der russische Minister für Kultur und Massenkommunikationen Alexander Sokolow. "Der Kulturminister hat hervorgehoben, dass gegenwärtig alle Festivals in der Welt gewissermaßen nivelliert seien, deshalb sei die Idee des Festivals des moslemischen Films besonders interessant", erzählte der Generaldirektor des "Goldenen Minbar".

    Der Wettbewerb umfasst drei Kategorien: Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme. Es sind bereits über 30 Streifen eingegangen. Am aktivsten zeigen die iranischen Filmschaffenden ihr Interesse für das "Goldene Minbar". Teilnahmeanträge werden bis Ende Juni angenommen. Im Juli wird eine Auswahlkommission entscheiden, wer ins Wettbewerbsprogramm aufgenommen wird. Der Auswahlkommission steht Odelscha Agischew, bekannter Dramatiker, Träger des Staatspreises der UdSSR und Verdienter Kulturschaffender der Russischen Föderation, vor. (Von ihm stammen die Drehbücher zu den Filmen "Die Jugend eines Genies", "Der Außerordentliche Kommissar" und "Die letzte Muse des Boris Pasternak").

    "Der Jury des Festivals gehören bereits Regisseure und Filmkritiker aus Großbriannien, Italien, Deutschland, Iran und Russland an. Doch die Zusammensetzung ist noch nicht endgültig festgelegt worden. Verhandelt wird mit Emir Kusturica, den wir gern als Juryvorsitzenden sehen möchten", sagte Mamirgow.

    Der Preis für den besten Spielfilm ist mit 2 Millionen Rubel (1 Euro entspricht etwa 34,2 Rubeln) dotiert. Je 500 000 Rubel sollen die Autoren des besten Dokumentarfilms beziehungsweise der besten Animation bekommen.

    Das erste Internationale Festival des moslemischen Films "Goldenes Minbar" fand im September 2005 in Kasan statt. Es gingen über 150 Filme aus mehr als 20 Ländern ein. Der Sonderpreis des Festivals wurde Regisseur Wladimir Chotinenko für den Streifen "Der Moslem" überreicht. Der Hauptpreis fiel dem soziopsychologischen Drama "Der Zauberer" von Regisseur Oktaj Mir-Kassym (Aserbaidschan) zu. Mit dem Sonderpreis "für den Beitrag zur Sache des islamischen Aufgebots" wurde der britische Regisseur Ovidio Salazar für seinen Film "The Alchemist of Happiness" - über den Philosophen des 12. Jahrhunderts al-Ghazali - ausgezeichnet.

    Die Begründer und Organisatoren des "Goldenen Minbar" sind der Rat der Muftis von Russland, das Islamische Kulturzentrum, die Fernsehgesellschaft "Islamische Welt", die Konföderation der Verbände der Kulturschaffenden, Russlands Föderale Agentur für Kultur und Filmkunst, das Kulturministerium von Tatarstan und das Bürgermeisteramt von Kasan.