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    MOSKAU, 05. September (RIA Novosti). Auf dem Territorium von Russland gibt es reichlich Zeugnisse dafür, dass man hier bereits seit uralten Zeiten musiziert hat.

    Der Kehlgesang von Völkern Sibiriens und des Fernen Ostens und die Tänze der kaukasischen Völker haben einen frühen Ursprung. Mitte des 1. Jahrtausends nach Christus wurde der europäische Teil des heutigen Russland von slawischen Stämmen bevölkert, die gute Musiker, Sänger und Tänzer waren. Darüber berichten byzantinische und germanische Quellen. Es ist bekannt, dass ein awarischer Khan im Jahr 591 slawische Sänger mit Gusli (Zither-ähnliches Zupfinstrument) als Botschafter zum byzantinischen Kaiser entsandt hatte.

    Nach der Christianisierung übernahm Russland den byzantinischen Kirchengesang, der bis zum Ende des 17. Jahrhunderts die einzige Form der professionellen russischen Musikkunst war. Nach Reformen von Zar Peter I. im 18. Jahrhundert ist die Kunst weltlich geworden. Einen großen Einfluss hatten Musiker aus dem Ausland, die beim Zarenhof dienten: Italienische und französische Operntruppen wie auch Hoforchester.

    In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gab es in Russland einige Leibeigenen-Theater. Gegründet wurden die ersten öffentlichen Theater in Moskau und St. Petersburg. Neben Schauspielen wurden in diesen Theatern auch Opern und Ballette mit russischen Sängern und Tänzern inszeniert. Opern wurden auch in Provinzstädten gegeben; seit 1770 werden öffentliche Konzerte aufgeführt. Um diese Zeit bildete sich die russische Komponistenschule heraus, die sich gegen Mitte des 19. Jahrhunderts etablierte und schnell das internationale Publikum gewann.

    Die russische Komponistenschule zeichnete sich im 19. Jahrhundert westeuropäischen Musikkritikern zufolge durch reichlich Folklore mit östlichen und westlichen Elementen, durch prinzipiell neue symphonische Formen und originelle Opernformen aus. Dabei wurden in der Musik kühn Sprachintonationen imitiert (Dargomyschski, Mussorgski) sowie epische Elemente oder Märchenhandlungen angewandt (Borodin, Rimski-Korssakow).

    Anfang des 20. Jahrhunderts ließen solche Komponisten wie Skrjabin, Strawinsky und Prokofjew sowie etwas später der junge Schostakowitsch die russische Schule zur Avantgarde des internationalen Musikschaffens aufsteigen.

    Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts brachte neue Generationen talentierter innovativer Tonschöpfer wie Georgi Swiridow, Valeri Gawrilin und Rodion Schtschedrin, aber auch extreme Avantgardisten wie Alfred Schnittke, Sofia Gubaidulina und Edison Denissow hervor.

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