12:32 25 Februar 2018
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    Italiener protestieren gegen Transport eines Da Vinci-Gemäldes nach Japan

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    ROM, 03. März (RIA Novosti). In Florenz protestieren italienische Kulturschaffende mit einer Unterschriftensammlung gegen den Transport des Bildes Leonardo da Vincis „Mariä Verkündung“ für eine Ausstellung nach Japan.

    Das sagte Antonio Godoli, Hauptarchitekt der Uffizien, in denen sich das Gemälde seit 1867 befindet.

    „Trotz außergewöhnlicher Sicherheitsmaßnahmen ist das Bild außerhalb des Museums einem hohen Risiko ausgesetzt. Wenn das Meisterwerk verloren ginge, könnte es niemand ersetzen“, sagte Godoli. Das Bild, zwischen 1472 und 1475 entstanden, soll für den Transport nach Japan in einen Kristallcontainer gelegt werden, der stabile Temperatur- und Feuchtigkeitswerte garantiert. Der Container ist mit einem Mikrochip ausgestattet, der kleinste Veränderungen signalisiert.

    Das mit 100 Millionen Euro versicherte Gemälde soll mit Polizeieskorte zum Flughafen transportiert werden. In Japan soll es in der Ausstellung „Italienischer Frühling“ gezeigt werden.

    Trotz der Sicherheitsvorkehrungen reichten zahlreiche Italiener eine Petition an den Kulturminister Francesco Rutelli ein mit der Bitte, den Transport des Bildes zu verhindern. Der italienische Senator Paolo Amato drohte sogar, sich an die Tore des Museums zu ketten.

    „Das Gemälde ist der Stolz unserer Sammlung. Wer das Bild wirklich sehen will, soll nach Florenz kommen. Das Bild sollte nicht zu den Betrachtern fahren“, sagte Godoli.

    Die Uffizien hätten zwar positive Erfahrungen gemacht beim Verleih einiger Gemälde von Botticelli an die Petersburger Ermitage, aber das Da Vinci-Meisterwerk sei vorher noch nie verliehen worden.

    Große Chancen, den Transport noch zu stoppen, rechnen sich die Protestler indes nicht aus.

    „Leider wird der Widerstand zu nichts führen“, vermutete Godoli. „Die Kultur muss in diesem Fall Geschäftsinteressen weichen, auch wenn es noch so schade ist. Italien will sich in Japan von seiner besten Seite zeigen. Vielleicht wird das im Austausch zu irgendeinem nützlichen Kontakt in der Elektronikindustrie führen.“

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