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    Weltweites Russisches Volkskonzil: Wege zur Überwindung der Armut

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    MOSKAU, 05. März (RIA Novosti). Am Montag beginnt in der Erlöserkathedrale das 11. Weltweite Russische Volkskonzil unter dem Vorsitz des Patriarchen Alexi II. von Moskau und ganz Russland.

    Das Thema des Forums lautet: „Reichtum und Armut: Historische Herausforderungen für Russland“.

    „Das Thema ist nicht aus den Fingern gesogen, es beunruhigt heute wirklich alle, von der Regierung und den Wirtschaftswissenschaftlern bis zu dem Mann in der Straße“, erklärte kurz vor dem Konzil Metropolit Kyrill, sein stellvertretender Vorsitzender und Vorsitzender des kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchats. Wie er sagte, bestehe die Hauptaufgabe des Konzils darin, „alle zu Worte kommen zu lassen“.

    „Das Thema von Reich und Arm ist sehr eng mit dem Thema der Werte verbunden und kann deshalb nicht durch den Beitrag von Wirtschaftswissenschaftlern und Politikern allein allseitig beleuchtet werden. Es sind auch die Meinungen von Philosophen, Theologen und vielen anderen zu hören“, erläuterte der Metropolit.

    Seiner Meinung nach könne das Forum zur Beantwortung der Frage beitragen, warum in Russland mit seinen außerordentlich reichen Naturressourcen und einem hohen intellektuellen Potential im Unterschied zu anderen Ländern ein „dermaßen niedriger Lebensstandard“ und „eine der größten Spannen zwischen den Reichen und den Armen“ bestehe.

    Das Konzil wird auch auf die Probleme der Modernisierung von Wirtschaft, Bildungswesen und Infrastruktur des Landes eingehen.

    „Russland muss eine moderne entwickelte Industrie- und Agrarmacht sein, mit einem hohen Bildungsniveau und entwickelten Instituten der Bürgergesellschaft. Doch muss zugleich die geistige und moralische Grundlage unseres Daseins bewahrt werden - sonst wird das Land ins Chaos gestürzt. Bei der Modernisierung darf Russland nicht seine geistige und kulturelle Matrix zerstören, die sich in der jahrtausendealten Geschichte geformt hat und die Einheit der Nation untermauert“, meinte der Vertreter der Russischen Orthodoxen Kirche warnend.

    Wie er weiter sagte, liegen dem „geistig-moralischen Code unseres Volkes“ die Rechtgläubigkeit und die anderen traditionellen Religionen Russlands, und die Modernisierung dürfe in keiner Weise mit der „Westernisierung“ gleichgesetzt werden. Die politischen Parteien, die sich auf einen Wechsel des „geistigen und kulturellen Codes des Volkes“ orientiert gewesen seien, hätten gegenwärtig ihren Einfluss verloren, betonte der Metropolit.

    Das Konzil wird fünf Sektionen bilden: „Naturressourcen - Weg zu Reichtum oder Armut? Perspektiven von Russlands Wirtschaftsentwicklung“; „Menschen: das geistige, wissenschaftliche, bildungsmäßige und produktionstechnische Potential des Landes - Quelle seiner Stärke, Macht und Prosperität“; „Armut in Russland. Geistige und materielle Gründe, Bekämpfung der Armut“; „Rechtgläubigkeit - Rückgrat des gemeinsamen Daseins der Völker Russlands und der Ostslawen. Zusammenwirken von Religionen und Ethnien als Bedingung für die Existenz und das Florieren der russischen Zivilisation“; „Das russische Volk, die russische Kultur und die russische Sprache als Faktoren der Einheit der russischen Gesellschaft und des russischen Staates“.

    Am Konzil beteiligen sich traditionsgemäß Hierarchen und Geistliche der Russischen Orthodoxen Kirche, die Oberhäupter der anderen für Russland traditionellen Konfessionen, Vertreter der Russischen ausländischen Kirche, der Altgläubigen, Leiter und Vertreter von Ministerien, der Parlamentskammern, Gouverneure, Leiter von gesellschaftlichen Vereinigungen, bekannte Vertreter von Wissenschaft, Kultur, Bildung und Gesundheitswesen, Militärs, Unternehmer sowie Delegierte der russischen Gemeinden aus dem nahen und fernen Ausland.

    Das Forum kommt am 7. zum Abschluss. Das Weltweite Russische Volkskonzil ist eine 1993 gegründete internationale gesellschaftliche Organisation, der der Patriarch Alexi II. von Moskau und ganz Russland vorsteht. 2005 wurde dem Konzil ein spezieller Konsultativstatus bei der UNO gewährt.

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