15:52 18 Oktober 2018
SNA Radio
    Kultur

    Patriarch Alexi II. wendet sich gegen missionarische Tätigkeit der Katholiken in Russland

    Kultur
    Zum Kurzlink
    0 10

    Ein Treffen der Oberhäupter der Russisch-orthodoxen und der Römisch-katholischen Kirche wird erst möglich sein, wenn prinzipielle Streitfragen bereinigt werden.

    ROM, 29. August (RIA Novosti). Ein Treffen der Oberhäupter der Russisch-orthodoxen und der Römisch-katholischen Kirche wird erst möglich sein, wenn prinzipielle Streitfragen bereinigt werden.

    Diese Auffassung vertrat Patriarch Alexi II. von Moskau und ganz Russland in einem Interview für die Mittwochausgabe der italienischen Zeitung „Giornale“. „Bedauerlicherweise betrachten einige katholische Bischöfe und Missionare Russland auch heute noch als Wirkungsfeld ihrer missionarischen Tätigkeit“, sagte der Patriarch. Er verwies darauf, dass sich Russland vor Jahrhunderten zu einer Glaubenslehre bekannt hatte, die von der Orthodoxen Kirche aufbewahrt und weiter gegeben werde.

    Dem Patriarchen zufolge ist die missionarische Tätigkeit nur eines der zu lösenden Probleme. Das zweite Problem betreffe die Unierte Kirche - eine Vereinigung von Orthodoxen und Katholiken unter der Schirmherrschaft des Papstes. (Die unierte Griechisch-katholische Kirche mit byzantinischem Ritus wurde im 16. Jahrhundert in den ukrainischen Gebieten Polens gestiftet.) „Dieses Phänomen beunruhigt uns auch deshalb, weil wir eine Tendenz ihrer Verbreitung auch in anderen Regionen beobachten, wo die unierte Kirche nie zuvor tätig war. So beispielsweise in der Ostukraine, in Weißrussland, Kasachstan und in Russland selbst“, sagte der Patriarch.

    „Wenn diese Probleme erörtert und gelöst werden, wird auch ein Treffen zwischen dem Papst und dem Patriarchen von Moskau möglich sein“, bemerkte Alexi II.

    Er betonte, es sei das wahrhafte Ziel eines Treffens zwischen den Oberhäuptern beider Kirchen, die Beziehungen zueinander zu festigen. Und ein solches Treffen dürfe auf keinen Fall auf die Möglichkeit hinauslaufen, ein paar gemeinsame Fotoaufnahmen machen zu lassen, so Alexi II.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren