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    Unbekannte Werke von Viktor Wasnezow in Moskau entdeckt

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    MOSKAU, 30. August (RIA Novosti). In der Kirche Johannes des Täufers an der Presnja in Moskau sind bisher unbekannte Fresken und das Ölbild „Vaterland“ von Viktor Wasnezow entdeckt worden, haben Kirchenvertreter und Restauratoren am Mittwoch auf einer Pressekonferenz bei RIA Novosti bekannt gegeben.

    Kirchenvorsteher Ambrosius, Bischof von Bronnizy, hat der breiten Öffentlichkeit erstmals das halbdurchsichtige Gemälde „Vaterland“ zugänglich gemacht. „Die Fachleute zweifeln nicht daran, dass dieses Werk von Viktor Wasnezow stammt. Wir haben es bei Restaurierungsarbeiten in der Sakristei der Kirche gefunden“, berichtete der Bischof, der daran erinnerte, dass Wasnezow und dessen Schüler Ende des 19. Jahrhunderts in diesem Gotteshaus gearbeitet haben.

    Das Gemälde „Vaterland“ stellt ein traditionelles Sujet dar. Im oberen Teil ist der Heilige Geist abgebildet, darunter Gott Vater auf einer Wolke sitzend von Seraphen umgeben. Im unteren Teil ist der gekreuzigte Jesus Christus dargestellt. Die weinenden Seraphen halten das Kreuz mit Jesus, während andere ihn mit ihren Flügeln bedecken.

    Der Künstler benutzte für sein Werk sehr dünne und halbdurchsichtige Leinwand und wandte die Technik des „trockenen Pinsels“ an, wodurch die Figuren ihre Formen erhalten und erst im Gegenlicht sichtbar werden.

    Restaurator Wladimir Potaptschuk sagte, dass auf dem Bild keine Signierung von Wasnezow zu finden sei. „Doch es gibt keine Zweifel an der Echtheit. Das ist der künstlerische Stil Wasnezows.“ Der Fachmann für Tafelmalerei, Wjatscheslaw Pankratow, sieht das ebenso, wobei er auf die typische Art der Darstellung der Engelsflügel und die Kraft menschlicher Körper aufmerksam machte.

    Die Fachleute veranschlagen, dass die Restaurierung des Werkes etwa sechs Monate in Anspruch nehmen wird. Der Bischof teilte mit, dass das Werk danach voraussichtlich in der Kirche zu sehen sein wird und die Gläubigen ihre Gebete vor ihm abhalten können.

    Auf die im Sommer bei Restaurierungsarbeiten im Altarraum entdeckten Fresken eingehend, sagte der Bischof, sie seien sehr hinfällig und müssten umgehend restauriert werden. Ansonsten könnte der Schaden schon in einem Jahr nicht mehr wettzumachen sein.

    Potaptschuk, ein Fachmann für Monumentalmalerei, berichtete, dass die Fresken zufällig unter älteren Farbschichten und blauer Farbe an den Wänden aus dem Jahr 1954 entdeckt wurden.

    Die Arbeiten am Altarteil der Kirche sollen im September abgeschlossen werden. Danach wird die Restaurierung der Kirchenfläche davor in Angriff genommen werden, wo ebenfalls Werke von Wasnezow vermutet werden.

    Auf Fragen von RIA Novosti, warum die Fresken des bedeutenden Künstlers teilweise übermalt wurden, äußerte Hegumen Pimen die Vermutung, dass Wasnezows Stil zu damaliger Zeit als zu verwegen angesehen wurde. Dennoch würden sie den Kanons entsprechen.

    Die Kirche Johannes des Täufers an der Presnja wurde 1685 errichtet. Wasnezows Werkstatt arbeitete dort in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts. Die Kunstwerke der Kirche ähneln denen des Wladimir-Klosters in Kiew, die ebenfalls von Wasnezow geschaffen worden sind. Die Skizzen zu den Moskauer Kirchengemälden werden in der Tretjakow-Galerie aufbewahrt.

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