20:35 18 November 2017
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    Dokumentarfilm über Dianas Tod bringt Licht ins Dunkle des Unglückstunnels

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    MOSKAU, 31. August (RIA Novosti). Vor zehn Jahren ist Prinzessin Diana ums Leben gekommen, und das war nicht ein geplantes Verbrechen, sondern ein tragisches Zusammentreffen von Umständen.

    Davon sind die Autoren des russisch-britischen Films „Prinzessin Diana - Der letzte Tag in Paris“ überzeugt. In einem Interview mit RIA Novosti hat Oleg Wolnow, Vize-Generaldirektor des russischen „Ersten Kanals“ und Ko-Produzent des Films, über den tragischen Tod der Prinzessin von Wales gesprochen.

    „Die Menschen glauben, die Berühmtheiten seien nicht so wie die anderen und stocherten sicherlich nicht im Munde herum und könnten nicht einfach, mir nichts dir nichts, bei einer Autopanne ums Leben kommen. Diana war in ihren letzten Lebenstagen eine Geisel des Interesses der Presse, das sie selbst ständig auftrieb. Zu diesem Lärm um sie kam der Konflikt Dodis mit den Sicherheitsleuten hinzu, die außerstande waren, mit den Paparazzi fertig zu werden. Und der letzte Tropfen war der Security-Manager Henri Paul vom Hotel Ritz, der sich ans Steuer setzte, um das namhafte Paar wegzufahren“, findet Wolnow, der alle Fakten, die mit dem letzten Lebenstag der Prinzessin verbunden sind, sorgfältig studiert hat. „Angesichts der außerordentlichen Situation musste Henri Paul mitten an seinem dienstfreien Tag kommen, er hatte aber schon etwas getrunken. Der Mercedes konnte von der Verfolgung Abstand gewinnen, und in den Tunnel unter dem Place d’Alma fuhr nur dieser Wagen ein. Möglich ist, dass der Fahrer, von Dodi und Diana angetrieben, nach der Verfolgungsjagd ein wenig Atem holen wollte, er blickte zurück - prallte gegen die 13. Säule. Ganz nah an der Einfahrt zum Tunnel. Schluss, Punkt. Ein tragisches Zusammentreffen von Umständen“, erläuterte der Ko-Produzent.

    Diana starb in der Nacht zum 31. August 1997 nachdem der Mercedes, in dem sie mit ihrem Begleiter Dodi al-Fayed fuhr, bei dem Versuch, den Paparazzi zu entgehen, in einen Pfeiler im Tunnel unter dem Place d’Alma in Paris raste.

    Die Umstände dieses Todes ließen die verschiedensten Versionen aufkommen: dass an allem eben die Paparazzi schuld gewesen seien, dass alles von den britischen Geheimdiensten gedeichselt worden sei und Ähnliches. In den Jahren von 2004 bis 2006 führte eine spezielle Kommission eine umfassende Untersuchung der Umstände des Todes von Diana und Dodi al-Fayed durch, kam jedoch zu dem Schluss, dass an dem Geschehen niemand schuld sei. Trotzdem hat sich die Diskussion über Dianas Todesursache bis heute nicht gelegt.

    Über die Geschichte der Entstehung des Films erzählt Wolnow: „Unser Kanal beteiligt sich aktiv an internationalen Projekten, dreimal im Jahr treffen wir uns mit Vertretern der BBC, und da schlugen wir ihnen vor fast einem Jahr vor, zum 10. Jahrestag des Todes von Lady Di einen Film zu drehen; eigentlich sprach unser Generaldirektor Konstantin Ernst als erster diesen Gedanken aus.

    Die Engländer waren erfreut und sagten, sie hätten auch selbst vor, dieses Jubiläum zu begehen, aber keinen genauen Plan gehabt.

    Der Etat des „Letzten Tages in Paris“ ist für einen russischen Dokumentarfilm beispiellos. „Das Geld für den Film kam von fünf internationale Grossunternehmen und betrug mehrere Millionen Dollar. Durchaus genug, um einen vollwertigen Spielfilm zu drehen. Wie hoch der Anteil des Ersten Kanals war, darüber will ich lieber nicht sprechen, gesagt sei nur, dass er wesentlich war“, gab Wolnow zu.

    „Ich zweifele nicht daran, dass sich das Projekt rentieren wird, weil uns alle Rechte für die Sendung des Films in Russland und den GUS-Ländern gehören“, fügte er hinzu. Der Film sei in Großbritannien bereits herausgekommen, sagte er noch, allerdings nicht auf einem Hauptkanal, und in den nächsten Tagen solle er in mehreren europäischen Ländern gezeigt werden. In Russland soll „Der letzte Tag“ erstmals um 21.25 Uhr am heutigen Freitag gesendet werden.

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