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    In Russland gefertigter „Goldener Koran“ reist zur Ausstellung in Iran

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    Ein einzigartiger „Goldener Koran“, in Russland auf 162 Platten aus Gold (Feingehalt 999) geprägt, begibt sich zu einer großen Ausstellung von heiligen Büchern des Islams, die vom 22. September bis zum 2. Oktober in Teheran zu sehen sein wird.

    MOSKAU, 04. September (RIA Novosti). Ein einzigartiger „Goldener Koran“, in Russland auf 162 Platten aus Gold (Feingehalt 999) geprägt, begibt sich zu einer großen Ausstellung von heiligen Büchern des Islams, die vom 22. September bis zum 2. Oktober in Teheran zu sehen sein wird.

    „Am Vortag haben wir in die Botschaft der Islamischen Republik Iran auf Bitte des einladenden Staates 14 Seiten aus dem vollem Bestand gebracht“, sagte der Autor des Projektes „Goldener Koran“ und Leiter der Auftragsgesellschaft, Wladimir Prussakow, am Dienstag in einem Interview für RIA Novosti.

    "Коран Усмана" воспроизведенный из золотаDer „Goldene Koran“ ist eine exakte Kopie aller Seiten des ältesten Manuskriptes des heiligen Buches der Moslems in der Welt, des „Koran des Osman“ aus dem 8. Jahrhundert. Nur dass der Text mit Gold reliefartig auf Platten ebenfalls aus Gold „geschrieben“ ist. Erstmalig wurde er der Öffentlichkeit im Juni im Moskauer Staatlichen Puschkin-Museum für bildende Künste vorgestellt. Auf den goldenen Seiten sind selbst Blutstropfen des im Jahre 656 ermordeten Khalifen Osman zu erkennen - genauso wie im Original des alten Manuskriptes.

    Der „Koran des Osman“ ist Eigentum Russlands und wird in der Sankt Petersburger Filiale des Instituts für Orientalistik der Russischen Akademie der Wissenschaften aufbewahrt. Für die Herstellung der goldenen Kopie des Manuskriptes brauchte der Moskauer Münzhof anderthalb Jahre. Die Kopie kostet 5,9 Millionen Dollar.

    Nun werden geistliche und weltliche Würdenträger, führende Vertreter der Öffentlichkeit, Kulturschaffende und Wissenschaftler der islamischen Länder den einzigen „Goldenen Koran“ der Welt aus Russland sehen können. Die 15. Internationale Ausstellung „Der heilige Koran“ in Teheran wird der iranische Präsident, Mahmud Ahmadinedschad, eröffnen.

    „Wir sind davon überzeugt, dass die in Russland hergestellte Goldkopie des ältesten Manuskriptes des Koran in der Welt von dem Streben zeugt, das Kulturerbe Ihres multinationalen und multikonfessionellen Landes zu erhalten“, betonte Mehdi Imanipur, Leiter der Kulturvertretung bei der iranischen Botschaft in Moskau.

    Er fügte hinzu, dass die Präsentation der Kopie auf der Ausstellung in Teheran „ein schönes Symbol des Zusammenwirkens Russlands mit der gesamten islamischen Welt“ sein werde.

    Die Hauptziele des Projektes bestehen, wie die Initiatoren des „Goldenen Koran“ sagen, darin, den interkonfessionellen Frieden zu festigen und das Image Russlands innerhalb des Landes und im Ausland zu erhöhen. Die Hersteller schließen nicht aus, dass der erste „Goldene Koran“ verkauft werden kann, darauf könnten noch einige Kopien hergestellt werden. Einen Teil des Gewinns will die Gesellschaft für den Bau des ersten Zentrums der islamischen Buchkultur in Russland verwenden, wo altertümliche Manuskripte erforscht, restauriert und in eine elektronische Form gebracht werden könnten.

    Alexi II., Patriarch von Moskau und ganz Russland, sagte: „Das Darbringen von Kopien des ältesten Manuskriptes des Koran an die Oberhäupter der Staaten, deren Bevölkerung sich zum Islam bekennt, wird der Festigung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen unseren Ländern dienen.“

    „Ich weiß sogar, dass der Koran bei einem rechtgläubigen Verlag gedruckt wurde. Und es ist nur zu begrüßen, dass unsere Meister den ‚Goldenen Koran’ hergestellt haben, der sich zur internationalen Ausstellung begeben wird“, sagte Oberpriester Wsewolod Tschaplin, stellvertretender Vorsitzender des kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchats, der RIA Novosti. „Der ‚Koran des Osman’ ist ein lebendiges Zeugnis der ältesten Geschichte des Islam, die die Epoche der Herrschaft des dritten ‚gerechten Khalifen’ mit dem Heute verbindet. Diese Variante des Koran-Fragments hat schon immer die Theologen angezogen“, hob Rawil Gainutdin, Leiter des Rates der Muftis Russlands, hervor. Scheich Farid Assadullin, sein Stellvertreter für den Bereich Wissenschaft, sagte seinerseits, die Präsentation des „Goldenen Koran“ in Teheran werde „noch einmal und sichtbar von den gutnachbarlichen Beziehungen zwischen Russland und Iran, zwischen Russland und der islamischen Welt als Ganzes“ zeugen.

    „Die Tatsache, dass dieses Projekt von Rechtgläubigen initiiert wurde, betont die Einzigartigkeit der russischen Zivilisation und die Tatsache, dass heute in Russland zwischen den Rechtgläubigen und den Moslems gegenseitiges Verständnis, Zusammenarbeit, Unterstützung und das gegenseitige Interesse für das geistige Gut des anderen bestehen“, erklärte Assadullin in einem Gespräch mit der RIA Novosti. Professor Wladimir Issajew, stellvertretender Direktor des bereits erwähnten akademischen Instituts für Orientalistik, verwies auf das Symbolische des Projektes: Ein „ewiger Wert“ (der Koran) habe seine Verkörperung in einem „ewigen Material“ (Gold) gefunden.

    „Der ‚Goldene Koran’ ist nicht nur Verehrungsgegenstand, sondern auch ein Kunstwerk, eine erstaunliche Mischung von Religiösem und Weltlichem, von welcher heute so viel gesprochen wird. Und die Menschen, die kommen, um ein Kunstwerk zu sehen, wenden sich den unvergänglichen Werten zu“, fügte Professor Issajew hinzu. Er betonte außerdem, dass nur Menschen den „Koran des Osman“ werden lesen können, die mit der altertümlichen „kufischen Schrift“ bekannt sind, und dass das Manuskript und seine Kopie aus Gold für Theologen in der islamischen Welt besonders interessant seien. „Ich denke, der nächste Schritt sollte darin bestehen, den ‚Goldenen Koran’ in die Heimat des Islams, nach Saudi-Arabien, zu bringen“, sagte der Gesprächspartner der RIA Novosti abschließend.

    Die Besucher der internationalen Ausstellung in Teheran werden das in Russland aufbewahrte Manuskript des „Koran des Osman“ aus „ewigem Material“ sehen: Ergebnis der Bemühungen des Instituts für Orientalistik der Russischen Akademie der Wissenschaften, des Kulturzentrums bei der iranischen Botschaft in Russland und der russischen Firma WT, in deren Auftrag der „Goldene Koran“ geprägt worden ist.

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