06:52 25 November 2017
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    Militärkapellen blasen erstmals zum „Großen Zapfenstreich“ auf dem Roten Platz

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    MOSKAU, 13. September (RIA Novosti). Auf dem Roten Platz in Moskau beginnt am Donnerstagabend das 1. Internationale Militärfestival „Kremljowskaja Sorja“ („Großer Zapfenstreich im Kreml“).

    Es wird bis zum 16. September dauern, hat uns der Festivaldirektor Vitali Mironow mitgeteilt.

    „Alles, was damit zusammenhängt, ist von einmaliger Bedeutung. Erstmals werden auf dem Roten Platz derart viele Teilnehmer auftreten: 1500 Menschen im Bestand von 47 Gruppen, davon 25 russischen und 22 ausländischen. In den Gruppen sind die besten Vertreter der verschiedenen Genres in ihren Ländern“, sagte Mironow vor Journalisten bei einer Pressekonferenz.

    Das Format des Festivals will unterschiedliche Genres wie der militärischen, der klassischen und der Volksmusik verbinden; hierzu gehören auch Defileen von Militärkapellen, Exerzierelemente mit Waffen, ausgeführt von Ehrenformationen, Rekonstruktion von Ereignissen aus der Kriegsgeschichte, Tanznummern und vieles andere.

    Bei „Kremljowskaja Sorja“ werden Russland die besten Militärkapellen und Abteilungen vertreten: das Zentralorchester des Verteidigungsministeriums, das Präsidentenregiment und -orchester, Folkloregruppen sowie anderes.

    Zum ersten Mal in der Welt beteiligen sich an einem solchen Festival auch russische Kavallerieeinheiten. Gemäß dem Szenarium werden Soldaten der Präsidentengarde den Auftakt machen. In ihren Tschakos werden sie in Reihe und Glied direkt aus dem Tor des Spasskaja-Turms hervor marschieren, von Blaskapellen aus Russland und aus anderen Ländern gefolgt.

    Unter den Teilnehmern des Festivals wird man außerdem Meister der militärischen Künste aus Großbritannien, Australien, Neuseeland, Kanada, der Republik Südafrika, aus Deutschland, Italien, Dänemark und anderen Ländern sehen. Die Gäste aus der dänischen Hauptstadt Kopenhagen werden ihr Können im Umgang mit den Waffen und in der Interpretation von geistlichen Musikwerken vorführen, die italienischen Fahnenträger in mittelalterlichen Nationaltrachten auftreten, und 350 Dudelsackspieler aus sechs Ländern werden auf dem Roten Platz schottische Weisen und russische Lieder spielen.

    Die Dudelsackpfeifer werden, von russischen Orchestern begleitet, mehrere bekannte russische Volkslieder spielen. Eines davon gleiche, meint Dmitri Fedossow, Geschichtsexperte des Festivals, in Klang und Tonart erstaunlich dem schottischen geistlichen Lied „Amazing Grace“. „Ich habe es so organisiert, dass zuerst das schottische Lied gespielt wird, welches dann unmerklich in unseres übergeht“, erzählt der Experte im Gespräch mit RIA Novosti. Er sagte außerdem, dass alle Vorwürfe an die Adresse der Organisatoren, sie seien inkompetent, unbegründet seien. Die Diskussion betraf das russische Wort „Sorja“, das sonst kaum in der Einzahl gebraucht wird, aber in diesem Fall, als Synonym für den Zapfenstreich, blickt es auf eine lange Geschichte zurück und ist eine Art Label der russischen Armee, das nach dem Festival hoffentlich auch zu einem Symbol von Moskau und Russland wird.

    Binnen der vier Tage werden über 36 000 Zuschauer mit Eintrittskarten das Festival besuchen können. „Die Einrichtung unserer Tribünen ist ungewöhnlich. Noch nie hat es auf dem Roten Platz so viele Sitzplätze gegeben, jetzt werden die Tribünen vermutlich über 7000 Zuschauer fassen. Das Festivalpublikum wird einen kleinen Querschnitt der russischen Gesellschaft darstellen, und das gibt uns die Sicherheit, dass wir auf dem richtigen Wege sind. Viele Neuheiten sind auch in der Technik hinzugekommen, mit der der Rote Platz ausgestattet ist“, erzählte Mironow.

    Wie der Exekutiv-Produzent von „Kremljowskaja Sorja“ Andrej Nassonowski sagt, „wurden viele Technologien bisher nicht verwendet, wir führen eine Art Experiment durch. Es werden an die 800 Lichtgeräte eingesetzt werden, darunter Projektionsanlagen in neuester technischer Ausführung. Außerdem wird ein neues Tonsystem erprobt: Wir haben extra den britischen Sound-Designer John del Nero mit seinem Team eingeladen. Hinter ihm liegen 13-jährige Berufserfahrung: Er wirkte beim Festival von Edinburgh mit, machte den Ton für die Konzerte der Gruppe ‚Pink Floyd’ und die Musicals von Andrew Lloyd Webber“, erzählte er.

    Nossonowski fügte hinzu, dass auf die Zuschauer eine weitere Überraschung wartet: „ungewöhnliche pyrotechnische Effekte: Von der Kremlmauer aus wird aus pyrotechnischen Kanonen geschossen werden; die Kanonen werden übrigens die echten aus dem 17. - 18. Jahrhundert imitieren.“

    Der Festivaldirektor seinerseits versprach: „Unser Sound wird ausschließlich live sein, wie es sich für den Roten Platz auch gehört.“

    Außer den Vorstellungen auf dem Roten Platz sind Wohltätigkeitskonzerte für Kinder geplant, und am 15. September wird ab Mittag eine Parade der Festivalteilnehmer vom Triumfalnaja-Platz aus die Twerskaja-Uliza entlang bis zum Amt des Oberbürgermeisters marschieren, wo später ein Konzert stattfinden wird.

    Nach dem Festival werden die militärischen Künstlergruppen ihr Können in einzelnen Konzerten in dem „Ermitage“-Garten, dem Museumsreservat Zarizyno, dem Kultur- und Erholungspark „Maxim Gorki“, in ebensolchen Parks der Moskauer Viertel Ismailowo und Sokolniki vorführen. Wegen der Vorbereitung und Durchführung des Festivals ist der Zutritt zum Roten Platz zwischen dem 5. und dem 21. September begrenzt und das Lenin-Mausoleum vom 10. bis zum 17. September für Besucher geschlossen.

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