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    Fotoausstellung in Berlin: 65. Jahrestag der Schlacht um Stalingrad

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    BERLIN, 23. November (RIA Novosti). Im Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst ist eine Fotoausstellung der RIA Novosti aus Anlass des 65. Jahrestages der Schlacht um Stalingrad feierlich eröffnet worden.

    60 Fotos von Frontkorrespondenten aus dem Winter 1942 - 1943 bis hin zum siegreichen Vormarsch der Roten Armee auf die Höhle des Hitlerfaschismus sind in dem historischen Gebäude zu sehen. Es ist unmittelbar neben den Räumlichkeiten gelegen, wo am 8. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation des faschistischen Deutschlands entgegengenommen worden war.

    Deutsche und russische Historiker würdigten die Bedeutung der Schlacht um Stalingrad für die darauffolgenden Siege der Sowjetsoldaten und ihrer Verbündeten im Zweiten Weltkrieg.

    Museumsdirektorin Kristiane Janeke betonte, dass die Ausstellung der Fotodokumente ein wichtiger Beitrag zur Wahrung des gemeinsamen historischen Vermächtnisses beider Völker darstelle. Dies um so mehr, als nur noch wenige Augenzeugen des damaligen Ringens von ihren Erlebnissen berichten können. Die neue Generation, unterstrich sie, muss jedoch die ganze Geschichte „ohne Auslassungen und Verschönerungen“ kennen, um auf der Grundlage des Wissens ihre Beziehungen und die Zusammenarbeit im gemeinsamen europäischen Haus aufbauen zu können.

    Sie verwies in diesem Zusammenhang auf den Jugendaustausch, in dessen Rahmen das Museum gemeinsam mit russischen Kollegen jungen Leuten den Besuch von Wolgograd ermöglicht, um sich an den historischen Orten der Schlacht um Stalingrad selbst ein Bild zu machen.

    Hans Salzwedel vom Bund der Deutschen Wirtschaft, ein Ehrengast der Eröffnungsveranstaltung, würdigte gegenüber RIA Novosti die Möglichkeit, mit den Augen der Teilnehmer auf die historischen Ereignisse zurückblicken zu können. Jedes Mal, wenn er sich die Aufnahmen anschaue, entdecke er für sich selbst etwas Neues.

    Salzwedel selbst hat viele Dokumente aus der Zeit des Krieges zusammengetragen und zum Teil dem Museum der Antifaschisten in Krasnogorsk bei Moskau übergeben. Für seinen Beitrag für den Ausbau der Freundschaft zwischen den Völkern beider Länder ist er 2000 mit dem russischen Orden der Freundschaft geehrt worden.

    Igor Maximytschew vom Moskauer Europa-Institut der Akademie der Wissenschaften berichtete den Anwesenden über das Werden der Stadt, die als Zarizyn entstand, dann Stalingrad getauft wurde und nun Wolgograd heißt. Er ging anschließend auf den Platz der russisch-deutschen Beziehungen im allgemeinen Kontext der Beziehungen zwischen den Völkern Europas ein. „Wir alle müssen begreifen, wohin die Zusammenstöße unserer Länder in der Vergangenheit führten. Das Museum belegt die Notwendigkeit einer Annäherung unserer beiden Völker. Ohne sie ist eine vernünftige Existenz in Europa nicht möglich“, unterstrich der Wissenschaftler.

    Zu den ersten Gästen der Fotoausstellung gehörten auch Schüler einer benachbarten Schule, wo die russische Sprache unterrichtet wird. Die 15-jährige Maria zeigte sich von den Vorträgen der Wissenschaftler beeindruckt. „In der Schule hätten wir niemals so viel erfahren“, sagte sie der RIA Novosti. „Bei manchen Fotografien möchte man einfach weinen, wenn man sich vor Augen führt, dass es sich um Menschen handelt wie wir.“

    Ihre Freundin wollte, so etwas hätte es nie gegeben: Krieg, Ruinen, Schlachten und Gefallene. Damit es einen solchen Schrecken nie wieder gibt, müsse daran erinnert werden, was die Menschen überlebt haben, erwidert Salzwedel dem Mädchen.

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