15:56 21 August 2017
SNA Radio
    Kultur

    Überreste von sowjetischem Kunstretter aus Deutschland nach Russland gebracht

    Kultur
    Zum Kurzlink
    0 1 0 0
    WELIKI NOWGOROD, 05. Dezember (RIA Novosti). Die Überreste des sowjetischen Historikers Wassili Ponomarjow wurden 29 Jahre nach seinem Tod von Deutschland nach Weliki Nowgorod (Nordrussland) gebracht und am gestrigen Dienstag im Familiengrab beigesetzt.

    Das berichtete seine Enkelin, Antonina Peredolskaja, RIA Novosti.

    Ponomarjow archivierte in Deutschland Informationen über den Verbleib von wertvollen altrussischen Meisterwerken, die aus Weliki Nowgorod weggebracht worden waren.

    Wassili Ponomarjow (1907-1978) war während der Besetzung von Weliki Nowgorod durch die Truppen der deutschen Wehrmacht Kustos der Museumsbestände des staatlichen Museumsreservats in Nowgorod, die von den sowjetischen Wissenschaftlern im Sommer 1941 nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnten.

    Nach der Besetzung der Stadt ernannten die Deutschen Ponomarjow zum Bürgermeister. Dieses Amt führte er jedoch nur zwei Monate aus, da er sich fast ausschließlich mit der Aufbewahrung der Meisterwerke des Museumsreservats befasste. Nach seiner Absetzung arbeitete er erneut als Kustos und begleitete Raritäten, die die Besatzer mit dem Verschieben der Frontlinie nach Westen zunächst nach Pskow und Riga und danach nach Deutschland ausführten.

    Ponomarjow trennte sich nicht von den Kunstwerken, bis sie die von den alliierten Truppen besetzten Zonen erreichten.

    In der Nachkriegszeit konnte dank der Bemühungen des Historikers ein wesentlicher Teil der Museumssammlungen nach Weliki Nowgorow zurückgebracht werden.

    Dieser Teil der Kollektion ist gegenwärtig der wertvollste der gesamten Raritätensammlung des Museumsreservats.

    Ponomarjow kehrte nach dem Krieg nicht in die Sowjetunion zurück, da er fürchtete, wegen der Zusammenarbeit mit den Besatzern gerichtlich verfolgt zu werden.

    Aus Sorge um seine Angehörigen, die ihn verschollen glaubten, gab er ihnen kein Lebenszeichen von sich. In der UdSSR wurde erst nach seiner Teilnahme am internationalen Historikerforum in Rom im Jahr 1960 bekannt, dass er noch am Leben war.

    Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Marburg, widmete sich seinen Forschungen, archivierte Angaben über den Verbleib der aus Weliki Nowgorod geraubten Meisterwerke und schrieb seine Memoiren.

    1978 starb er, ohne die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen zu haben, und wurde auf dem Marburger Friedhof beigesetzt.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren