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    Japan: Manga zu Kapital von Karl Marx erscheint

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    MOSKAU, 19. November (RIA Novosti). Japanische Künstler bringen "Das Kapital", eines der Hauptwerke von Karl Marx, als Manga heraus.

    Das Comic soll am 5. Dezember erscheinen, schreibt die Zeitung "Telegraph".

    In Japan, das aufgrund der Weltfinanzkrise eine Rezession durchmacht, wird ein Boom antikapitalistischer Literatur verzeichnet.

    Davon zeugt zum Beispiel der drastische Anstieg der Beliebtheit des Romans "Kanikosen" (Krabbenschiff) des proletarischen Autors Kobayashi Takiji aus dem Jahr 1929, das von einem Aufstand von Fabrikarbeitern gegen die Kapitalisten handelt.

    Die jährliche Auflage des Buchs stieg von 5000 auf den Rekordstand von 507 000, so die Zeitung.

    Es ist bezeichnend, dass auch "Kanikosen" im Vorjahr (mit einer Auflage von 200 000 Exemplaren) als Manga herauskam.

    Mangas sind in Japan bei allen Altersklassen beliebt und gelten als eigenes künstlerisches und literarisches Genre, das in der vergangenen Zeit auch solch aktuelle Themen wie die Vogelgrippe und die japanisch-chinesischen Beziehungen aufgegriffen hat.

    Auch der japanische Ministerpräsident Taro Aso ist ein Manga-Fan.

    Das Thema Kapital wird weltweit immer aktueller.

    Im November erschien in Deutschland eine Verfilmung von Marx "Kapital" des Regisseurs Alexander Kluge mit dem Titel "Nachrichten aus der ideologischen Antike". In dem Streifen diskutiert der Filmemacher unter anderem mit dem deutschen Sozialphilosophen Oskar Negt. Die Gespräche werden von Fotografien und kurzen Filmessays begleitet.

    Karl Marx (1818-1883) widmete sich der Wirtschaftsforschung. Sein erstes diesbezügliches Werk mit dem Titel "Zur Kritik der politischen Ökonomie" veröffentlichte er 1859 in Berlin.

    Der erste Band des "Kapitals" erschien 1867 und der zweite und der dritte Band, die von Friedrich Engels redigiert wurden, erschienen erst nach dem Tode Marx zwischen 1885 und 1894. Der vierte Band wurde 1902 veröffentlicht.

    Besondere Aufmerksamkeit schenkt der Begründer des wissenschaftlichen Kommunismus in diesem Werk der Bourgeoisie, die das Eigentum auf öffentlich wichtige Produktionsmittel monopolisiert hat. Durch die verstärkte Ausbeutung verringern sich die Einnahmen von Arbeitern und die Konkurrenz droht ununterbrochen mit Arbeitslosigkeit.

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