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    Kirche und Staat: Patriarch Kyrill appelliert an Harmonie und gegenseitige Achtung

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    Der Patriarch von Moskau und ganz Russland, Kyrill I., hat am Montag die Russisch-Orthodoxe Kirche und den Staat aufgerufen, in den gegenseitigen Beziehungen eine Harmonie der Interessen anzustreben, sich in die inneren Angelegenheiten voneinander nicht einzumischen, einander zu achten und zum Wohle der Menschen zusammenzuwirken.

    MOSKAU, 02. Februar (RIA Novosti). Der Patriarch von Moskau und ganz Russland, Kyrill I., hat am Montag die Russisch-Orthodoxe Kirche und den Staat aufgerufen, in den gegenseitigen Beziehungen eine Harmonie der Interessen anzustreben, sich in die inneren Angelegenheiten voneinander nicht einzumischen, einander zu achten und zum Wohle der Menschen zusammenzuwirken.

    Bei einem Festempfang, den der russische Präsident im Kreml gab, hielten Dmitri Medwedew und der Hochheilige Patriarch Kyrill Reden.

    In seiner Ansprache versicherte Präsident Medwedew, dass der russische Staat die Bemühungen der Russisch-Orthodoxen Kirche um die Festigung der Beziehungen mit den Ländern des postsowjetischen Raums unterstütze und dies auch künftig tun werde.

    Der am 1. Februar inthronisierte Patriarch Kyrill verwies in seiner Rede im Kreml darauf, dass seit der byzantinischen Zeit ein ideales Modell der Beziehungen zwischen Staat und Kirche als "Sinfonie in den Beziehungen zwischen der kirchlichen und der weltlichen Macht" definiert worden sei. (Unter "Sinfonie" versteht man "harmonische Gesamtheit einer Vielfalt" - d. Red.)

    "Sinfonie setzt eine harmonische Verbindung der Interessen und Verteilung der Verantwortung voraus", präzisierte der Patriarch und fügte an, dass der Geist der Sinfonie in den historischen Büchern der Kirche verankert sei.

    Nach seinen Worten konnte jedoch in der Zeit der Verfolgung der Russisch-Orthodoxen Kirche durch den Staat, als das Institut des Patriarchats aufgehoben wurde, von keiner Sinfonie die Rede sein.

    Patriarch Kyrill verwies darauf, dass Russland ein demokratischer Staat und die in der Verfassung des Landes verankerten Grundsätze allgemein anerkannt seien.

    "Der Geist und nicht der Buchstabe der Sinfonie muss deshalb im bestehenden legislativen Feld und auf der Grundlage der bestehenden Gesetze durchgesetzt werden. Dies eröffnet wunderbare Aussichten für die Entwicklung solcher kirchlich-staatlichen Beziehungen, bei denen sich weder der Staat noch die Kirche in die Angelegenheiten voneinander einmischen, bei denen der Staat und die Kirche die Position voneinander bei diesen inneren Angelegenheiten achten und das System eines umfassenden Zusammenwirkens, des Dialogs und der Zusammenarbeit aufbauen", betonte das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche.

    Nach seinen Worten können die Kirche und der Staat gemeinsam dem modernen Menschen helfen, mit den Herausforderungen, Stresssituationen und Problemen in der heutigen Welt fertig zu werden, wenn die Aufrufe der Kirche zu Güte, Reinheit und Heiligkeit verwirklicht werden.

    Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat am Montag einen Empfang anlässlich der Amtseinführung des neugewählten Patriarchen von Moskau und ganz Russland, Kyrill I., im Kreml gegeben. Eingeladen waren 249 Erzpriester der Russisch-Orthodoxen Kirche und der Russischen Kirche im Ausland, die an der Landeskirchenversammlung, in der der neue Patriarch gewählt wurde, und an der anschließenden Inthronisierung von Kyrill I. teilgenommen haben.

    Anschließend wurde ein Festessen gegeben.

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