14:02 23 August 2017
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    „Des Teufels Doppelgänger“: Darsteller von Husseins Sohn bei Moskau-Premiere

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    Der Spielfilm „The Devil’s Double“ des Regisseurs Lee Tamahori, der nach den Memoiren von Latif Yahia, der Saddam Husseins Sohn Uday als Doppelgänger zur Verfügung stand, gedreht wurde, läuft am heutigen Donnerstag in den Moskauer Kinos an.

    Der Spielfilm „The Devil’s Double“ des Regisseurs Lee Tamahori, der nach den Memoiren von Latif Yahia, der Saddam Husseins Sohn Uday als Doppelgänger zur Verfügung stand, gedreht wurde, läuft am heutigen Donnerstag in den Moskauer Kinos an.

    Der britische Schauspieler Dominic Cooper ist im Streifen als der Sohn des irakischen Diktators und als sein Double doppelt besetzt.

    Wie Cooper, der zur Vorstellung des Films nach Moskau gekommen ist, in einem Gespräch mit RIA Novosti mitteilte, habe er „einen ganzen Tag mit Latif verbracht und viel mit ihm gesprochen“.

    „Er war sehr offen mit mir. So gab er offen zu, dass Saddam Hussein für ihn faktisch wie ein Vater war. Er sei sich zwar dessen bewusst, dass es um einen Diktator und Verbrecher geht, ihm selbst habe aber dieser Mensch nichts Böses angetan – im Unterschied zu Uday, der ein grausames Monster war und ohne jeden Grund gewalttätig werden konnte“, sagte Cooper.

    „Selbst wenn ein kleiner Teil der von Latif beschriebenen Ereignisse der Wahrheit entsprechen, musste er hundert Mal mehr mitmachen als ich jemals mitmachen werde“, stellte der Schauspieler fest. „Für mich war es aber wichtig, zu begreifen, was er für ein Mensch ist, um daraus eine Filmfigur zu machen.“

    Wie Cooper weiter ausführte, habe er während der Drehvorbereitungen viel über den Irak der Hussein-Epoche gelesen und sich viele Videos und Filmchroniken angesehen. „Ich war bemüht, herauszufinden, von wo Uday so viel Wut und Hass hatte. Es geht ja um einen Menschen, dem sein Vater Videos von Folterungen zeigte, als dieser vier Jahre alt war. Außerdem liebte er seine Mutter aufrichtig und verurteilte seinen Vater dafür, wie schlecht er sie behandelte. Dies ist natürlich keine Rechtfertigung für Uday, es gibt aber zumindest einen Schlüssel zu seiner Psyche.“

    Außerdem habe sich Husseins Sohn von klein an sehr viele Gangsterfilme angeschaut, sodass er später die Grenze zwischen real und Fiktion nicht mehr wahrnahm, meinte Cooper.

    Latif Yahia, ein ehemaliger Mitschüler von Uday Hussein, war Ende der 80-er Jahre, während des iranisch-irakischen Krieges, faktisch gezwungen worden, den Doppelgänger von Husseins Sohn bei potentiell gefährlichen öffentlichen Auftritten zu spielen. Dazu musste er sich einer Gesichtsplastik unterziehen. Nach der Flucht aus dem Irak bekam Yahia 1991 politisches Asyl in Österreich und zog später nach Irland um. 1997 erschien auf Deutsch seine Autobiographie, die allerdings erst 2003, nach dem Beginn des Irak-Kriegs und dem Tod von Uday Aufmerksamkeit auf sich zog.

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