15:03 26 Februar 2020
SNA Radio
    Kultur

    Schneerson-Bibliothek im Jüdischen Museum - Moskau macht strittige Sammlung öffentlich

    Kultur
    Zum Kurzlink
    0 22
    Abonnieren

    Das Problem der Schneerson-Bibliothek ist gelöst, so der russische Präsident Wladimir Putin am Donnerstag in Moskau bei der Besichtigung von Büchern aus dieser historischen Sammlung.

    Das Problem der Schneerson-Bibliothek ist gelöst, so der russische Präsident Wladimir Putin am Donnerstag in Moskau bei der Besichtigung von Büchern aus dieser historischen Sammlung.

    Am selben Tag wurde auf dem Gelände des Jüdischen Museums und Zentrums der Toleranz in Moskau eine neue Abteilung der Russischen Staatlichen Bibliothek (RGB) eingeweiht, die dem Museum das wertvolle Archiv übergeben hatte. Die in Russland befindlichen Bücher der Rabbiner-Dynastie Schneerson sind weiterhin Teil der Bestände der RGB, werden aber in einem eigens dafür eingerichteten Magazin des Jüdischen Museums und Zentrums der Toleranz aufbewahrt.

    In den Museumsräumen sind derzeit die ersten 400 Bücher ausgestellt -  eine repräsentative Auswahl, die Aufschluss über die Bücherbestände der Familie Schneerson geben soll.

    Alle Interessenten sollen Zugang zu den Schriften erhalten. Wie RGB-Generaldirektor Alexander Wisly erläuterte, soll jeder Besucher der Schneerson-Bücherhalle eine Lesekarte bekommen, die auch in der Russischen Staatlichen Bibliothek gültig sein wird.

    Nach Angaben des Oberrabbiners Russlands, Berl Lazar, werden alle Bücher auf Digitalträger aufgenommen. Dieser Prozess sei noch im Gange.

    Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am 19. Februar 2013 in einer Sitzung des Rates für zwischennationale Beziehungen beim Präsidenten vorgeschlagen, die wertvollen Druckerzeugnisse und Manuskripte in den Räumen des jüdischen Museums unterzubringen. Ein entsprechendes Absichtsprotokoll wurde am 6. März von der Leitung der Russischen Staatlichen Bibliothek und vom Verband der jüdischen Gemeinden Russlands unterzeichnet.

    Die alten Bücher und Manuskripte sind seit dem Jahr 2006 Gegenstand eines Rechtsstreits gewesen. Das Höchste Gericht in Washington hatte Ende Juli 2011 ein Prozessverfahren zur Rückgabe von etwa 12 000 Büchern und 50 000 wertvollen Dokumenten, die der Lubawitscher Rabbiner Josef Itzhak Schneerson einst gesammelt hatte und die sich im Besitz Russlands befinden, an die in den USA ansässige  jüdische Organisation „Chabad Lubavitch“ eingeleitet.

    Wie die russische Seite im Januar 2012 deutlich machte, will sie keine Verhandlungen über das Schicksal der Schneerson-Bibliothek aufnehmen, solange der Beschluss des US-Gerichtes über die Rückgabe der Büchersammlung an die US-Chasiden nicht aufgehoben ist.

    Laut dem Beauftragten von Präsident Wladimir Putin für internationale Kulturbeziehungen, Michail Schwydkoi, bleibt die Bibliothek im Eigentum des russischen Staates, werde aber den russischen Chassiden zur Aufbewahrung übergeben.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Epidemiologe zu Corona: „70 Prozent der Menschen könnten sich innerhalb eines Jahres infizieren.“
    Hillary Clinton über Merkel: „Sie hat sich einen sehr langen Urlaub verdient“
    Kölner Klinik: Mitarbeiterin zeigt Krankheitssymptome nach Kontakt mit Coronavirus-Patient
    Neue US-Sanktionen: Finanzberater sehen hohe Risiken für Weltmärkte