08:28 25 Juli 2017
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    Olympia-Komitee: „Homo-Propaganda“-Verbot gilt nicht in Sotschi

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    Verbot der “Homo-Propaganda” in Russland (104)
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    Das Internationale Olympische Komitee (IOK) hat sich „an höchster Stelle“ versichert, dass den Teilnehmern und Zusehern bei den Winterspielen 2014 in Sotschi keine Festnahmen nach dem im Juli beschlossenen Gesetz gegen „Homo-Propaganda“ unter Minderjährigen drohen, berichtet das Internet-Portal Newsru.com. Dieser Artikel enthält Informationen, die laut russischem Recht nicht für ein Publikum unter 18 Jahren geeignet sind.

    Dieser Artikel enthält Informationen, die laut russischem Recht nicht für ein Publikum unter 18 Jahren geeignet sind.

    Das Internationale Olympische Komitee (IOK) hat sich „an höchster Stelle“ versichert, dass den Teilnehmern und Zusehern bei den Winterspielen 2014 in Sotschi keine Festnahmen nach dem im Juli beschlossenen Gesetz gegen „Homo-Propaganda“ unter Minderjährigen drohen, berichtet das Internet-Portal Newsru.com.

    Die australische Zeitung „News“ hatte in der Vorwoche Befürchtungen geäußert, das „Propaganda“-Verbot könne sogar auf Sportlerinnen und Sportler gleichen Geschlechts angewendet werden, wenn diese sich z.B. nach einem Erfolg an den Händen nehmen.

    Wie „ USA Today“ meldet, hat das IOK von Russland in dieser Frage „Regierungs-Garantien auf höchster Ebene“ eingeholt.  

    „Das Gesetz ist eben erst angenommen worden, man muss abwarten, wie es in der Praxis umgesetzt wird und ob überhaupt, insbesondere in Bezug auf die Spiele in Sotschi“, so das IOK. Man sei als Organisator bemüht, sich zu überzeugen, dass die Olympischen Winterspiele „ohne Diskriminierungen gegen Athleten, Offizielle, Zuseher und Journalisten“ ablaufen. 

    „Sport ist ein Menschenrecht, das allen offen stehen muss, unabhängig von Rasse, Geschlecht und sexueller Orientierung. (…) Wir werden auf ernsthafteste Weise jegliche Initiativen verhindern, die diesem Prinzip entgegenstehen“, so das Olympia-Komitee. 

    Vor einer Woche war es in Russland wegen des „Propaganda-Verbots“ bereits zu einem Polizeieinsatz gegen Ausländer gekommen. Vier Filmemacher aus den Niederlanden, die an einem internationalen Menschenrechts-Camp bei Murmansk teilgenommen hatten, wurden von den Behörden stundenlang wegen „Propaganda nicht traditioneller sexueller Beziehungen“ vernommen. Der holländische LGBT-Aktivist und die drei Frauen, mit denen er eine Dokumentation über die Lage von Lesben, Schwulen und Transsexuellen in Russland drehen wollte, wurden mit einem dreijährigen Einreiseverbot nach Russland belegt. Der Rechtsübertritt, der den jungen Holländern zur Last gelegt wird, ist, für den Filmdreh einen angeblich erst 17-Jährigen interviewt zu haben. 

    „Sie haben ein Visum für kulturelle Beziehungen erhalten, tatsächlich aber an einem Seminar teilgenommen, bei dem Homosexualitäts-Propaganda betrieben wurde“, gab eine Quelle aus der russischen Migrationsbehörde FMS bekannt. 

    Wie der Radiosender Echo Moskvy betont, haben russische LGBT-Aktivisten vor, am Tag der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Sotschi eine Gay-Parade abzuhalten, um Aufmerksamkeit auf die Homophobie im Land zu lenken. Der bekannte russische Aktivist Nikolai Alexejew hat bereits angekündigt, die Parade werde „unabhängig von der Entscheidung der Regierung“ stattfinden.

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