03:53 22 Juni 2018
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    Einweihung der letzten deutschen Kriegsgräberstätte in Russland: De Maizière hält Gedenkrede

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    Verteidigungsminister Thomas de Maizière wird am kommenden Samstag in der russischen Kreisstadt Duchowschtschina bei Smolensk die Gedenkansprache während der Einweihung der letzten großen Kriegsgräberstätte für gefallene Wehrmachtsangehörige in Russland halten, teilt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit.

    Verteidigungsminister Thomas de Maizière wird am kommenden Samstag in der russischen Kreisstadt Duchowschtschina bei Smolensk die Gedenkansprache während der Einweihung der letzten großen Kriegsgräberstätte für gefallene Wehrmachtsangehörige in Russland halten, teilt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit.

    Die Organisation, die die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland versorgt, hat in Zusammenarbeit mit seinen russischen Partnern und der regionalen Verwaltung den Friedhof errichtet und in den vergangenen Jahren über 30 000 Soldaten dorthin umgebettet.

    Zur Einweihung werden über 200 Gäste aus Deutschland erwartet, unter ihnen zahlreiche Angehörige der Gefallenen. An der offiziellen Übergabe sollen  auch junge deutsche und russische Soldaten teilnehmen, die sich zu einem gemeinsamen Arbeitseinsatz an Kriegsgräbern in der Oblast Smolensk treffen.

    Während der Gedenkveranstaltung werden auch fünf Gefallene feierlich beigesetzt, unter ihnen der 500 000. Kriegstote, den die Mitarbeiter des Volksbundes seit 1992 in Russland, Belarus und der Ukraine geborgen haben.

    Gegenwärtig sind 30 513 Kriegstote in Duchowschtschina bestattet. Auf Granitstelen hat der Volksbund die Namen und Lebensdaten von 16 300 Gefallenen dokumentiert. Der über fünf Hektar große Friedhof ermöglicht die Bestattung von etwa 70 000 Kriegstoten. Damit soll der Friedhof in Duchowschtschina in einigen Jahren die größte deutsche Kriegsgräberstätte weltweit werden. 

    Der Volksbund rechnet in nächster Zeit mit einer rückläufigen Zahl der Ausbettungen, da es immer schwieriger werde, Grablagen zu finden.

    Bis 2017 seien im Osten und Südosten Europas noch etwa 150 000 Kriegstote des Zweiten Weltkrieges zu bergen. Dann verbleiben noch weitere 250 000 Tote, die überwiegend in schwer zugänglichen Gebieten oder in Kleinstgrablagen ruhen. Die Suche nach diesen Gräbern erfordere einen wesentlich höheren Aufwand als bisher, so die Organisation.