10:18 15 Dezember 2018
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    Russenpop oder Russenmafia? USA setzen Chanson-Star auf schwarze Liste

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    Das Finanzministerium der USA hat gegen eine Reihe von Russen Sanktionen wegen möglicher Kontakte zu einer internationalen Verbrecherbande beschlossen. Unter den angeblichen Mafia-Brüdern: der russische Popstar Grigori Leps.

    Das Finanzministerium der USA hat gegen eine Reihe von Russen Sanktionen wegen möglicher Kontakte zu einer internationalen Verbrecherbande beschlossen. Unter den angeblichen Mafia-Brüdern: der russische Popstar Grigori Leps. 

    Die USA werfen dem georgisch-stämmigen russischen Sänger und Songwriter Grigori Leps (richtiger Name: Grigori Lepsweridse) vor, als Geldbote für Wladislaw Leontjew gearbeitet zu haben,  der voriges Jahr als ein „Schlüsselmitglied des Brothers‘ Circle“ (einer größtenteils in Eurasien agierende mafiöse Gruppierung) identifiziert wurde. Zudem sei der Barde in „verschiedenste kriminelle Aktivitäten, darunter Drogenhandel“ verwickelt, heißt es in einer Mitteilung des US-Schatzamts vom Mittwoch. 

    In den Unterlagen des US-Ministeriums heißt es, der 1962 in Sotschi geborene Lepsweridse, der auch als Leps oder Grischa bekannt sei, wohne auf der thailändischen Insel Phuket und würde „Geld für Leontjew“ schmuggeln. Der offiziellen Mitteilung ist ein Foto des russischen Schlagerstars beigefügt, der tatsächlich vor kurzem ein Haus auf Phuket gekauft hat. 

    Die Pressesprecherin des russischen Künstlers wies am Donnerstag alle Anschuldigungen als absurd zurück. Ihr zufolge besitzt Leps entgegen der Darstellung der US-Behörde keine Immobilien in den Vereinigten Staaten und wohne nicht auf einer Thai-Insel, sondern in der Moskauer Innenstadt. 

    Leps toure derzeit durch Russlands Fernen Osten und sei über die Vorwürfe „völlig überrascht und richtig baff“, hieß es. Bei der Tournee des Sängers, die bis März 2014 dauert, sind dabei laut der Website Leps‘ gar keine Konzerte in den USA vorgesehen. 

    Forbes Russia schätzt das derzeitige Jahreseinkommen des mehrfach preisgekrönten russischen Publikumslieblings auf 15 Millionen Dollar. 

    Einer der bekanntesten Veteranen des russischen Showbiz, Jossif Kobson, stellte sich sofort hinter den Musikerkollegen und nannte das Vorgehen der USA „reine Idiotie“. Da „die Amerikaner“ ihn selbst schon seit 20 Jahren für einen Mafiaboss und Drogenhändler halten würden, wundere ihn jedoch „gar nichts mehr“, so der Duma-Abgeordnete und Popsänger, dem selbst in der Vergangenheit mehrmals wegen möglicher Verwicklung in „Delikte mit kontrollpflichtigen Präparaten“ die Einreise in die USA verweigert worden war. Zuletzt hatte sich die US-Botschaft in Moskau im April 2012 geweigert, dem bedeutenden russischen Kulturschaffenden und Parlamentarier wegen des Verdachts auf kriminelle Tätigkeit bzw. Kontakte mit Kriminellen auf dem Territorium der USA ein Visum auszustellen.

    Im Fall Leps sprach sich Kobson für die Taktik „Auge um Auge“ aus. Das russische Außenministerium müsse den USA nun mit gleicher Münze heimzahlen.  „Spion für Spion. Man muss reagieren und sie bestrafen“, so der 76-Jährige. 

    Das US-Finanzministerium beschreibt den Brothers‘ Circle als ein Verbrechersyndikat aus eurasischen Bandenbossen, die ihren „Sitz“ hauptsächlich in den GUS-Staaten, haben, jedoch international agieren.

    Die USA hatten den Brothers‘ Circle im Jahr 2011 gemeinsam mit der japanischen Mafia Yakuza, dem mexikanischen Drogenkartell Los Zetas und der sizilianischen Camorra nach Beschluss eines Strategiepapiers im Kampf gegen das organisierte Verbrechen auf ihre Sanktionsliste gesetzt. Gemäß einem Beschluss von US-Präsident Barack Obama werden die Konten aller Mitglieder dieser Gruppierungen gesperrt. 

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