12:52 27 Januar 2020
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    Die vom Bezirksgericht Amsterdam getroffene Entscheidung, das „Krim-Gold“ der Ukraine zurückzugeben, widerspricht allen Rechtsnormen, dem gesunden Menschenverstand, den bei der Übergabe der Museumswerte für die Ausstellung unterzeichneten Verträgen und ist politisiert,wie die Juristin Maria Jarmusch in einem Interview mit der Agentur Sputnik sagte.

    Sammlung der Ausstellungsexemplare „Krim: Gold und Geheimnisse des Schwarzen Meeres“
    © AP Photo / Allard Pierson Museum
    „Diese Entscheidung ist politisiert, rechtswidrig und völlig unbegründet“, betonte die Juristin. „Sie widerspricht dem Vertragsrecht und den Normen des internationalen Rechts, da die Krim-Museen der rechtmäßige Besitzer der Museums-Artefakte sind und laut Vertrag alle Museumswerte nach der Ausstellung in Amsterdam gerade jenen Museen zurückgegeben werden sollten, in deren Sammlung sie sich befanden.“

    Das Gericht in Amsterdam habe sich im Grunde genommen geweigert, die Klageforderung bezüglich der Erfüllung der Vertragsbedingungen anzuerkennen, äußerte sie. Durch seine Entscheidung habe das Gericht das Skythen-Gold (von den Krim-Museen – Anm. d. Red.) an Kiew übergeben, damit die interessierten Seiten ihr Recht auf dieses Eigentum vor ukrainischen Gerichten geltend machen können. „Es handelt sich um eine politisierte Entscheidung, die gegen Russlands Interessen gerichtet ist“, schlussfolgerte Maria Jarmusch.

    Sammlung der Ausstellungsexemplare „Krim: Gold und Geheimnisse des Schwarzen Meeres“
    © AP Photo / Allard Pierson Museum
    Sammlung der Ausstellungsexemplare „Krim: Gold und Geheimnisse des Schwarzen Meeres“

    Russland hat bereits erklärt, es wolle die Entscheidung vor einer höheren Instanz anfechten. Der Juristin zufolge gibt es allen Grund anzunehmen, dass der Fall zugunsten der Krim-Museen entschieden werden wird.

    „Gegen diese Entscheidung kann Berufung eingelegt werden. Die Argumente der Krim-Museen sind rechtmäßig, begründet und beweiskräftig. Ich möchte daran erinnern, dass gegen Russland unrechtmäßige Entscheidungen zu den Klagen der YUKOS-Aktionäre getroffen worden waren. Und diese Entscheidungen wurden dann durch eine übergeordnete Instanz aufgehoben. Da das Urteil bezüglich des Skythen-Goldes unrechtmäßig ist, gibt es gute Aussichten  — die übergeordnete Instanz wird diese Entscheidung aufheben, alle zugelassenen Fehler korrigieren, die einzig rechtmäßige Entscheidung treffen und das Gold dem einzigen rechtmäßigen Eigentümer, d.h. den Krim-Museen, zurückgeben.“

    Solange der Fall vor einer höheren Instanz, dem Obersten Gericht der Niederlande, verhandelt wird, soll sich die Sammlung zur Aufbewahrung in Amsterdam befinden.

    „Das Skythen-Gold gehört der Ukraine und muss Kiew zurückgegeben werden“ – diese Entscheidung traf nach einer recht kurzen Gerichtsverhandlung am 14. Dezember das Bezirksgericht Amsterdam. Russland bereitet sich jetzt darauf vor, diese Entscheidung anzufechten. Es sei daran erinnert, dass die ukrainischen Behörden noch vor der Wiedervereinigung der Krim mit Russland im Jahr 2014 diese Exponate zur Ausstellung „Krim: Gold und Geheimnisse des Schwarzen Meeres“ nach Amsterdam geschickt hatten. Die Sammlung umfasst mehr als 2.000 Gegenstände, die Versicherungssumme beträgt etwa eine Million Euro.

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    Tags:
    Amsterdam, Ukraine, Russland, Krim