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    Original Tiroler Kaiserjägermusik

    Erinnerungen an Moskauer „Spasski-Turm-Festival“ eines Tiroler Kapellmeisters

    © Sputnik/ Kirill Kallinikow
    Kultur
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    Vier Monate vor dem 10. Internationalen Militärorchester-Festival „Spasski-Turm“ auf dem Roten Platz freut sich schon einer der prominentesten teilnehmenden Kapellmeister von der Original Tiroler Kaiserjägermusik, Oberst Hannes Apfolterer, auf die großartige Kulisse mit den grandiosen Kreml- Bauten.

    Oberst Apfolterer erinnert sich gern an die beeindruckenden Lichtshows der täglichen Abendveranstaltungen, die Internationalität der teilnehmenden Gruppen, das Eingehen auf die jeweiligen Länderspezifika sowie das Hervorheben der verschiedenen Identitäten, die großzügige Gastfreundschaft, das wunderschöne informative Buch über das weltberühmte Festival und die einmaligen Fotos von den Auftritten. Dies alles erzählte er Sputnik-Korrespondent Nikolaj Jolkin  im Exklusiv-Interview. 

    „Beeindruckend waren die perfekten organisatorischen Leistungen, die absolut unkomplizierte und mehr als entgegenkommende musikalische Zusammenarbeit bereits im Vorfeld und dann während der Veranstaltungsdauer, die großartige Leistung der Regie, die besondere Stimme des Sprechers der Abendveranstaltungen auf dem Roten Platz, aber auch die Leistungen der diversen Militär- und Zivilmusiker, der Solistinnen und Solisten.“ Auch die Dimension der Veranstaltung hob Apfolterer hervor, die er mit keinem anderen Festival vergleichen könne: „Das Spasskaya-Tower-Festival ist einzigartig.“

    Der eigene Abschied

    Der Oberst und Komponist Apfolterer war besonders überrascht, als seine  „Per gli Alpini di Lavis“ als Abschiedsmelodie der Abendveranstaltungen ausgewählt worden war, und dann alle Orchester – und das seien 1500 internationale Musiker gewesen – seine Komposition auf dem Roten Platz spielten. „Meine Freude war groß, dass meine Musik die Herzen der Menschen so berührt hat. Dem damaligen musikalischen Leiter des Festivals, Generalleutnant Chalilow, habe ich daraufhin als besondere Geste das Trompetensolo für einen russischen Militärmusiker angeboten, und wenig später wurde mir der exzellente Solist Wladislaw Lawrik genannt, der mit seinem wunderbaren Spiel dann noch das Seine zu dem schönen Erfolg dieser Komposition in Moskau beigetragen hat.“

    An einem Abend durfte der österreichische Kapellmeister das Gesamtspiel aller teilnehmenden Orchester bei seiner Komposition und beim darauf folgenden altrussischen Marsch „Abschied der Slawin“ sogar dirigieren. „Dieses Erlebnis auf dem Roten Platz in Moskau werde ich niemals vergessen.“

    Starker Chalilow

    Mit besonderer Wärme spricht Apfolterer von Chalilow, der beim Absturz der Tupolew-Maschine mit dem großen Alexandrow-Chor über dem Schwarzen Meer am 25. Dezember 2016 verunglückte: „Es ist ein Verlust nicht nur für Russland, sondern weltweit. Wenn man ihm begegnet ist, weiß man, er ist eine sehr starke Persönlichkeit, kaum in Worte zu fassen. 2013 sind wir uns zum ersten Mal begegnet. Sein Arbeitsstil im Rahmen des Festivals hat mich beeindruckt, ebenso die Verschiedenheit seiner eigenen Kompositionen. Sein berühmtes Adagio habe ich in der Folge auf CD eingespielt, und auch viele andere Kompositionen aufgeführt. Die musikalische Zusammenarbeit funktionierte mit ihm so optimal, dass er ein großes Vorbild für mich wurde. Ich habe ihn sehr geschätzt."

    Slatoust-Säbel

    Während einer Pressekonferenz wurde Apfolterer auch ein Säbel aus der berühmten Schmiedestadt Slatoust im Ural zum Dank überreicht. „Über dieses wertvolle Geschenk, das die einmalige Handwerkskunst dieser Region zeigt, habe ich mich besonders gefreut“, sagt er, „und ich bewahre es auf einem Ehrenplatz auf. Dieser schöne Säbel erinnert mich an viele unvergessliche Eindrücke, die ich von Moskau mit nach Hause nehmen durfte, aber auch daran, dass General Walerij Chalilow leider nicht mehr unter uns weilt.“

    Oberst Hannes Apfolterer während Spasski-Turm-Festivals
    © Sputnik/ Kirill Kallinikow
    Oberst Hannes Apfolterer während "Spasski-Turm-Festivals"

    Der Tiroler Kapellmeister stellt abschließend fest: „Wer gut vorbereitet ist und damit zum großartigen Erfolg eines solchen Festivals etwas beitragen kann, erfährt Wertschätzung und wird mit vielen schönen Eindrücken und wertvollen kulturellen Erlebnissen belohnt werden.“

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    Kunst, Musik, Freundschaft, Militär, Orchester, Musikfestival, "Spasski-Turm" 2016, Russland, Österreich