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18:48 20 Oktober 2019
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    London: Wie Museen ihre Besucher bespitzeln

    © Foto: Pixabay
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    Das Museum der Naturwissenschaften tut es, das Eisenbahn-Museum tut es und die Londoner Nationalgalerie tut es seit Jahresanfang auch: Sie schnüffeln ihren Besuchern mit Smartphones hinterher. Dies hat das britische Portal Gizmodo durch eine Anfrage an die Leiter der Museen herausgefunden.

    Demnach tracken die IT-Abteilungen der Kunsthäuser die Daten ihrer Besucher durch das hauseigene WLAN. Selbst wenn die Gäste-Smartphones nicht an das kabellose Netz angeschlossen sind, können sie verfolgt werden.

    Die IT-Spezialisten werten die Daten dann aus und geben ihre Erkenntnisse an die Ausstellungskuratoren weiter, so das Portal. So bekommen sie ein objektives Bild davon, welche Ausstellungsstücke beim Publikum besonders beliebt sind, und welche sich in „Blindzonen“ befinden und nicht oder weniger wahrgenommen werden.

    So hat die Nationalgalerie auf Basis solcher Daten festgestellt, dass die venezianische Malerei des 16. Jahrhunderts bei den Galeriegästen besonders gut ankommt – vor allem die Werke von Tizian und Tintoretto. Und das naturwissenschaftliche Museum nutzt die getrackten Daten, um die Besucherströme zu Stoßzeiten zu lenken.

    Der Bericht über das Vorgehen der Museen hat bei vielen Internetnutzern für Empörung gesorgt: Das Verhalten der Museumsleitung sei illegal und unmoralisch. Denn es gebe weder in den Museen noch auf deren Webseiten Hinweise darauf, dass die Daten verfolgt werden. Experten beruhigen aber: Die Vorwürfe seien haltlos, weil bei dem Datentracking keinerlei persönliche Informationen über die Besucher gesammelt würden.

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    Tags:
    bespitzeln, Museum, WiFi, London, Großbritannien